Aktuelle Zeit: 25. Jun 2018, 19:13

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]



Du suchst nach Rollenspiel aller Art? Melde dich an, um alle Foren zu sehen!


  Navigation

  Umfragen

Die Grafiken der Foren

Mir gefallen dies.. Votes: 3  50% 
Mir gefallen dies.. Votes: 2  33% 
Mir gefällt dies.. Votes: 1  16% 
Mich interessiert.. Votes: 0  0% 
Abstimmungen insgesamt: 6

  Vote für uns!

Gallery Yuri Topliste
Sea of Serenity TOP 100
Animexx Topsites

  Würfel

Wurfeldings hier ist ein bild hier ist noch ein bild
                               

Aktueller Wurf:
Alle Würfe:

  Bot Tracker

Bing [Bot]
25. Jun 2018, 18:50
Google [Bot]
25. Jun 2018, 18:20
Yandex [Bot]
25. Jun 2018, 13:13
Ahrefs [Bot]
25. Jun 2018, 01:03
Google Adsense [Bot]
24. Jun 2018, 21:30


Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 228

AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Eine Geschichte
#1BeitragVerfasst: 8. Jun 2011, 02:06 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2011
Beiträge: 2134
Geschlecht: männlich
Highscores: 53
Alter (Hauptcharakter): 0
Vorwort von mir:
Diese Geschichte ist über mehrere Jahre entstanden was man vermutlich auch an den Schreibstilen der einzelnen Teile bemerkt. Die Vorgeschichte z.B. ist 2007 entstanden. Kapitel 3 stammt aus Ende letzem Jahr + dieses Jahr und der Teil vor Kapitel 3 aus letztem + vorletztem Jahr. Ich schreibe immer nur wenn ich mal Lust hab was irgendwie nicht sehr oft ist O.o. Hoffe ihr habt trotzdem Spaß damit wenn ihr mal Lust und Zeit zum lesen habt :)

Vorgeschichte

Eisig kalter Wind durchschnitt die Luft über der kargen Bergeslandschaft über der ein traurig grauer Himmel hing. Tausende dicke Flocken vielen daraus auf die Erde herab und tauchten sie in ein trügerisch schönes, schneeweißes Meer. Doch die zwei Gestalten die sich durch den Sturm und die hohen Schneewehen kämpften hatten nichts Schönes mehr an sich. Endlich erreichten sie nach langer Wanderung das Ende des letzten Gebirgspasses. Sie hatten es also doch noch geschafft. Die leicht gekleidete Gestalt zeigte, mit vor Kälte blauen Fingern in Richtung des, durch den Sturm gerade noch erkennbaren Lichtschimmers in der Ferne. ER zog die in dicke Mäntel gehüllte Frau hinter sich her. Es war nicht mehr weit. Er schleppte sich vorwärts. Langsam - ja, viel zu langsam - kamen sie dem Licht näher. Schon seit vielen Stunden spürte er weder seine Füße, noch seine Beine, Arme, Hände oder irgendwelche Teile seines Gesichtes. Sein Blick trübte sich zunehmens und der Schneefall schien immer dichter und dichter zu werden, doch er lief weiter. Wie eine Maschine setzte er, zwar immer langsamer werdend, doch ohne völlig abzubrechen, einen Fuß vor den andren. Er begann mehr und mehr zu taumeln. Selbst der stärkste Wille konnte diesen Sturm nicht brechen. Das letzte das er wahrnahm war ein dumpfer Schmerz als sein Kopf auf die Scheibe prallte.


Kapitel 1

Nein! Nein, nein und nochmals nein!", schnaubte sie.
"Aber warum denn nicht? Überleg doch. Er ist tüchtig, jung, reich und sieht noch dazu gut aus. Jede Frau wäre froh an deiner Stelle zu stehen", versuchte Orelya sie zu überzeugen.
"Dann heirate du ihn doch. Ich verzichte gerne", erwiderte sie störrisch. Orelya trat ein wenig genervt einen Schritt auf Delana zu.
"Es gibt hier überhaupt keinen Grund zu streiten. Du heiratest ihn einfach und Ende!"
"Und Ende. Ganz genau. Ende mit MEINEN Plänen. Ende mit der Magie. Ende mit meiner Chance Zauberin zu werden."
"So ein Unsinn. Was würde dich denn davon abhalten dies weiterhin zu versuchen? Es gibt viele mächtige, verheiratete Zauberinnen", meinte Orelya beruhigend.
"Natürlich gibt es die", antwortete Delana bissig, "Die dürfen sich ihren Lebenspartner auch selbst aussuchen. Für diesen Kerl bin ich doch nur ein Ding um seine Kinder zur Welt zu bringen. Ein Lustobjekt, eine Hure, nur das es nach außen nicht unanständig wirkt."
"Sprich doch nicht so von ihm. Herr Korilo ist..."
"Eine dreckige, widerliche Sumpfschrecke!"
Orelyas Hand traf mit Wucht Delanas Wange.
"Denk darüber nach was du eben gesagt hast!", stieß sie aufgebracht hervor. Delana hielt ihre Tränen zurück und rannte in den kleinen Raum der ihr Zimmer darstellte. Kaum hatte sie ihn erreicht sank sie auf die Knie und begann leise zu weinen. Orelya schlug sie eigentlich nie. Sie musste wirklich sehr böse auf sie sein. Aber sie würde diesen Kerl sicher nicht heiraten. Sie wusste genau, dass er Frauen verachtete. Für ihn waren sie doch nur Dinge um seinen Lenden Arbeit zu geben. Und warum wollte er nur unbedingt sie? Nicht das sie mit ihren knapp 17 Jahren hässlich wäre, nein, das nicht, doch so viele 'noble Damen' liefen umher. Weshalb nahm er nicht eine von denen? Sie hatte doch nie auf sich aufmerksam gemacht. Es half einfach nichts. Sie hatte schon in einigen Büchern gelesen wie junge Frauen vor einer Heirat flohen und durch viele Abenteuer ihren Helden fanden. Warum sollte ihr das nicht ebenfalls gelingen? Und selbst wenn nicht, alles war erstrebenswerter als diese Heirat.
In weniger als einer halben Stunde hatte sie alles was sie meinte brauchen zu können in einen Rucksack gestopft und tauglichere Kleidung angezogen. In Ordnung. Alles war bereit. So leise wie möglich öffnete sie das Fenster.
Im selben Moment spürte Delana wie ihr eine Hand auf die Schulter gelegt wurde. Sie zuckte zusammen und drehte sich erschrocken um. Hinter ihr stand Orelya. "Oh nein", dachte sie, doch Orelya lächelte seltsamerweise nur freundlich. Delana wollte sich los reißen. Sie wollte nicht noch eine Standpauke. Doch der Griff wurde nur ein wenig fester und Orelyas sanfte Stimme drang an ihr Ohr: "Na komm." Mit gesenktem Kopf setzte sie sich neben sie auf das Bett. Sie versuchte eine Erklärung in Worte zu fassen, doch es kamen nur Tränen und Gestammel. Orelya nahm sie liebevoll in den Arm. "Schhhh...."
Minuten saßen sie dort. Mutter und Tochter. Schweigend, weinend, versöhnend.
Nach einiger Zeit begann Orelya schließlich leise zu sprechen:
"Ich verstehe dich doch. Du bist noch so jung. Aber du solltest wissen, dass wir nur versuchen das Beste für dich zu bekommen, denn wir können dir nicht viel geben. Weder Gold noch eine Ausbildung wie du sie dir wünschst, denn ich befürchte, dass keiner der Zauberer der Tochter einfacher Bauern die hohe Kunst der Magie beibringen würde. Allein das du dafür ein Talent besitzt ist ein kleines Wunder."
Delana schwieg und kuschelte sich an ihre Mutter. Eine weitere Träne lief ihr über die Wange. Orelya wischte diese mit der Hand ab und fuhr fort: "Überleg es dir bitte gut. Es ist eine große Ehre, dass Herr Korilo uns überhaupt angesprochen hat." Delana seufzte bei diesen Worten. "Und glaub mir eines, so schlimm ist es nicht. Auch mir wurde Orman von meinen Eltern als Mann ausgesucht. Und auch wir sind glücklich miteinander geworden. Du hättest sicherlich ein gutes Leben bei ihm. Denk noch einmal darüber nach." Orelya drückte sie noch einmal, gab ihr einen Kuss auf die Wange und verließ das Zimmer. Allein und deprimiert blieb Delana auf der Bettkante sitzen. Dämmriges Abendlicht erfüllte nun bereits den Raum. Sie wollte ihre Mutter nicht enttäuschen. Vielleicht war die Magie ja doch nichts für sie. Sie war ja wirklich nur eine kleine Bauerntochter und Magie war etwas das die Kinder adeliger oder reicher Familien. Warum nur hatte sie sich etwas vorgemacht? Sie lies sich zurück auf ihr Bett fallen. Was hatte sie sich dabei nur gedacht? Glaubte sie wirklich jemand würde sie ausbilden? Ein tiefer Seufzer kam über ihre Lippen.
Noch bis spät in die Nacht lag sie wach und ihre Gedanken drehten sich um Korilo, die Heirat und ihre Eltern, bis sie irgendwann erschöpft und müde in unruhigen Schlaf viel.

Wie immer wurde Delana am nächsten Morgen, bereits als sich die allerersten Sonnenstrahlen über die Gipfel der Berge quälten von Orelya geweckt. Müde raffte sie sich auf während ihr Orelya, kein Wort über den gestrigen Streit verlierend noch einmal einschärfte heute in Konlir vorsichtig zu sein. Delana kannte das alles schon. Er war doch schließlich nicht das erste Mal das sie die Arznei für ihren Vater holen musste. Nachdem ihre Mutter fertig und sicher war, dass ihr in dem dicken Mantel in den sie sie gehüllt hatte auch nicht kalt war durfte sie sich endlich auf den Weg machen, hinaus in den stets eisigen Morgen Wilisiens. Sie blinzelte kurz. Die riesige Schneelandschaft leuchtete im roten Licht der aufgehenden Sonne. Der Anblick lies sie für einen Augenblick all ihre Sorgen und Probleme vergessen.
"Nicht trödeln!", rief Orelya ihr aus einem Fenster hinter. Delana schmunzelte und lief ein wenig schneller weiter. Es war ein langer Marsch der vor ihr lag, doch ein ungefährlicher, da genügend mutige Männer und Frauen dafür sorgten. Ein wenig abseits ihres Weges sah sie einen solchen. Ein Zwerg, der eine riesige Doppelaxt schwang und es mit einem der gewaltigen Frostdämonen aufnahm. Unglaublich wie viel Kraft in einem so kleinen Wesen steckte. Sie wendete den Blick wieder noch vorne. Sie würde, wenn sie noch mehr trödelte wirklich noch zu viel Zeit verlieren.
Gedankenversunken durchquerte sie die Farbenprächtigen Wälder Ferdoliens, umging die Sümpfe dieses Landes und erreichte schließlich, nachdem sie auch den Park und den Nordwald hinter sich gelassen hatte, nach knapp drei Stunden Fußmarsch die nördlichen Wiesen Konlirs. Inzwischen hatte sie auch den dicken Wintermantel ausgezogen und im Rucksack verstaut. Für ihre Verhältnisse war es hier wirklich recht warm. Und trotzdem kam sie nicht gerne hierher. Sie würde nur schnell den Laden des Heilers aufsuchen und wieder verschwinden, denn sie fand allein den Anblick der Stadt schon Grund genug sich wieder umzudrehen und nach Hause zu laufen. Doch sie musste die Arznei besorgen. Daran führte kein Weg vorbei. Ihren Goldbeutel gut festhaltend lief sie, die engen Gassen meidend in Richtung Marktplatz. Seitdem ihr einmal etwas gestohlen worden war war sie vorsichtiger. Konlir war wohl das gefährlichste Wegesstück, auch wenn es eigentlich das kürzeste war. Glücklicherweise erreichte sie den Laden ohne Zwischenfälle. Der bekannte Geruch nach etwas, von dem sie gar nicht wissen wollte was es genau war schlug ihr entgegen als sie eintrat.
"Guten Morgen", grüßte sie freundlich.
"Gut? Nein, nein. Das wäre schlecht für das Geschäft. Was darf es sein? Ich habe alles. Ob große Pillen, kleine Pillen, starke Mittel, schwache Mittel. Ob Salbe, Zauber oder Trank. Was auch immer es sein soll, hier bekommt ihr es", überfiel der Natla sie regelrecht. Grinsend antwortete sie: "Nur dasselbe Mittel wie bei den letzten Malen." Der Händler grummelte irgendetwas von "Kein großes Geschäft" und suchte das Regal hinter sich nach dem Fläschchen ab. Delana legte das Beutelchen mit den Goldstücken auf den Tisch und zähle zehn davon ab. Sie wusste bereits was der Trank kostete.
Plötzlich spürte sie jedoch ein kurzes, starkes Ziehen an ihrem Rucksack. Reflexartig drehte sie sich um und sah gerade noch einen Rotschopf mit ihrem Mantel in der Hand aus der Tür hasten.
"He!", rief Delana und rannte hinterher, doch als sie die Tür geöffnet hatte war der Dieb bereits in der Menschenmasse des Platzes verschwunden. Eine Sekunde meinte sie ein kleines Mädchen mit rotem Haar zu sehen welches sich durch die Menge schlängelte, doch hatte sie wohl so oder so keine Chance sie einzuholen. Sie seufzte. Konlir war einfach ein schrecklicher Ort. Grummelnd wendete sie sich wieder dem Natla zu, nur um zu sehen wie dieser eben ihr Goldbeutelchen unter dem Verkaufstresen verschwinden lies. Als wäre nichts gewesen sprach er sie an:
"Das macht dann 10 Goldlinge. Wie immer."
Delana unterdrückte zwanghaft ihre Wut und antwortete so höflich wie sie konnte: "Ihr habt euch das Gold bereits genommen. Sogar mehr davon als euch eigentlich zusteht!"
"Heißt das ihr könnt nicht zahlen?", fragte er gespielt empört.
"Ich will mein Gold zurück!", schrie sie ihn entrüstet an und ging einen Schritt auf ihn zu.
"Ich bin euch nichts schuldig", erwiderte dieser stur. Delana wurde nun wirklich wütend. Dieser Mistkerl! Das Knistern der magischen Kraft die sich in ihrer Hand sammelte war deutlich zu hören. Der Natla wurde für einige Sekunden sichtlich unruhig und schien seine Meinung ganz plötzlich geändert zu haben.
"Ah. Wartet kurz", meine er und beugte sich hinunter als sei ihm eben etwas aufgefallen. Mit ihrem Beutel in der Hand kam er wieder nach oben. "Ihr meint sicher dieses Gold. Das Beutelchen ist heruntergefallen. Ich Dummerchen hatte das nur vergessen. Kein Grund sich aufzuregen. Hier, nehmt es und den Trank noch kostenlos als Entschuldigung dazu." Er drückte ihr beides in die Hand und lächelte sie scheinheilig an. Schweigend und mit Mühe sich unter Kontrolle zu halten verließ sie sowohl den Laden als auch Konlir schnellstmöglich. Diese verdammte Stadt. Sie hasste es. Dieser Hund hatte ihr das Gold auch nur gegeben weil er sie für eine der Zauberinnen hielt die nun, da es keinen Bürgermeister mehr gab ja die Stadt kontrollierten... Mistkerl...

Vor Kälte zitternd und bibbernd stand Delana bald vor der Tür und wartete. Glücklicherweise war es Windstill, sonst wäre sie sicher bereits ein Eiszapfen, doch warm war trotzdem etwas anderes. Brrrr…… Sie hauchte warme Luft auf die zitternden Hände und rieb sie aneinander.
„kommt sch-schon, macht d-die Tür auf!“, knirschte sie frierend. Endlich hörte sie Schritte und die Tür wurde mit einem Quietschen der Scharniere geöffnet. Als sie sie sah zog Orelya Delana sogleich hinein ins Warme.
„Wo ist denn dein Mantel?“, rügte Orelya sie, „Du willst wohl erfrieren?“
„V-verdammte Di-diebe“, nuschelte Delana vor sich hin während sie von ihrer Mutter in ihr Zimmer geführt wurde. Sogleich vergrub sie sich in ihrer Decke. Was für eine Kälte! Orelya rubbelte sie kurz ein wenig warm und begab sich dann seltsamerweise sofort an ihren Kleiderschrank.
„Was machst du das?“, fragte Delana leise.
„Ich hole dein Festtagskleid“, antwortete sie und zog eben jenes heraus, „Komm! Zieh es schnell an.“
„Warum denn?“, erwiderte Delana grummelnd. Ihr war kalt, es war kein besonderer Tag, sie hatte getan was sie zu tun gehabt hatte und sie wollte sich jetzt nur bei einem heißen Bad ausruhen und aufwärmen.
„Herr Korilo ist überraschend gekommen. Du musst doch gut aussehen.“
„Aber Mutter, ich…“
„Keine Widerrede“, unterbrach sie sie, „Selbst wenn du ihn nicht nimmst sollten wir uns zumindest die Möglichkeit erhalten. Und jetzt müssen wir uns beeilen.“
Murrend, doch ohne weiteren, sinnlosen Widerstand fügte Delana sich. In Rekordzeit hatte sie, oder eher wurde ihr das Kleid angezogen und wurde mit in die Küche, die sogleich das Ess- und Wohnzimmer darstellte gezogen. Als die beiden den Raum betraten erhob sich Korilo, der bei ihrem Vater gesessen war sofort und begrüßte sie wobei er Delana einen Stuhl anbot:
„Guten Morgen meine Damen. Setzt euch doch zu uns.“ Noch bevor sie etwas sagen konnte antwortete Orelya bereits:
„Ich muss das Essen bereiten. Ich setzte mich sobald ich fertig bin zu euch.“
„Ich helfe dir kochen“, meinte Delana schnell doch Orelya lehnte sogleich ab.
„Herr Korilo ist ein solch selten gesehener Gast. Du darfst ihm heute Gesellschaft leisten. Morgen wird es noch genug zu tun geben.“
Delana wollte noch etwas erwidern, schluckte die Worte jedoch aufgrund des strengen Blicks herunter. Sie seufzte innerlich, schenkte Korilo ein Lächeln und setzte sich mit einem leisen „Danke“ auf den angebotenen Stuhl. Auch er setzte sich wieder und wendete sich erneut ihrem Vater zu.
„Verzeiht wenn ich es so direkt ausspreche, doch eure Tochter ist wahrlich von außerordentlicher Schönheit“, begann er, „Kein Tag vergeht mehr an dem ich nicht an sie denke und glaubt mir eines. Bei mir würde sie wie eine Königin leben. Was immer sie auch wünschen wird soll sie bekommen.“
Orman nickte nur. Ihr Vater war wahrlich kein Mann vieler Worte und Delana wusste genau das sie nun wieder eine Menge Gebabbel Korilo's würde ertragen müssen. Eingebildeter Schleimer. Er meinte all dies sicher nicht ernst was er so versprach. Aber sie würde wie immer nur wie eine Anziehpuppe dasitzen, dümmlich lächeln und zuhören. Genau das war es was man von ihr erwartete.
Wieder ergriff Korilo das Wort: „Bereits als ich sie zum ersten Male sah wusste ich, dass sie die Eine ist die in meinem Leben fehlt. Die wunderbare Blüte die den Sumpf meines Daseins verschönert. Ja, das ist sie. Und ich möchte sie zu mir bringen wo sie für mich blühen kann.“
„Ich weiß was ihr sagen wollt. Sie ist noch jung. Lasst ihr Zeit“, sagte Orman langsam und ruhig.
„Das mag sein, doch lässt mein Herz mich einfach nicht länger warten“, antwortete er und zog schnell einen Ring hervor den er der geschockten Delana hinhielt. Nun sprach er sie direkt an: „Ich kann nicht mehr warten. Die Liebe brennt in mir und verlangt nach Gewissheit. Sagt Ja, werdet meine Frau. Nehmt den Ring und willigt ein. Ich bitte euch.“
Hinter ihr viel ein Topf scheppert zu Boden, doch Delana drehte sich nicht um, ja, erschrak nicht einmal ob des Geräuschs. Sie starrte den Ring ungläubig an. Wo war die Zeit hin? Sie wollte und musste nachdenken! Aber wann? Was sollte sie nur tun? Hilfe suchend wendete sie den Blick zu ihrem Vater, doch dieser schien ebenso überrascht wie sie zu sein. Die Sekunden verstrichen und ihre Gedanken spielten verrückt. Sie spürte die Blicke der drei auf sich liegen. Wollte sie ihre Eltern wirklich enttäuschen? War ihr dummer kleiner Traum das wirklich wert?
Mit zittrigen Händen nahm sie den Ring entgegen und betrachtete ihn wortlos. Er war wirklich schön. Schlicht und elegant…
„Nun, wie lautet eure Antwort?“, durchbrach Korilo's dunkle Stimme ihre Gedanken. Sie blickte auf, direkt in sein freundlich lächelndes Gesicht.
„Nun ja,…“, sagte sie leise mit zittriger Stimme, „ich…. Es wäre mir wirklich eine Ehre wenn ich eure Frau werden dürfte.“ Sie schloss den Ring mit ihren Händen ein und erhob sich ohne Korilo anzusehen.
„Entschuldigt mich bitte“, meinte sie, drehte sich um und lief in ihr Zimmer. Sie hörte Korilo noch irgendetwas sagen, doch ihren Verstand erreichten seine Worte nicht mehr.

Erst knapp zehn Minuten später kam Orelya nach. Schweigend auf ihrem Bett sitzend, den Blick starr auf den Ring in ihren Händen gerichtet fand sie Delana vor. Sie schien nicht geweint zu haben. Still setzte sie sich dazu und wartete, lies sie den ersten Schritt machen. Erst nach etwas zwei Minuten war Delana dazu bereit. Sie blickte auf und zu ihrer Mutter.
„War das wirklich richtig?“, fragte sie mit ruhiger, kraftloser Stimme.
„Du warst heute sehr tapfer“, wich Orelya der Frage aus, „Du wirst sicher ein sehr schönes Leben führen.“
Delana seufzte. Sie war sich da trotzdem noch immer nicht so sicher. Aber sie hatte nun eingewilligt und sie würde das Beste daraus machen müssen.
„Im Übrigen scheint Herr Korilo es recht eilig zu haben. Eure Verlobungsfeierlichkeiten sollen in vier Tagen auf seinem Besitz stattfinden. Er scheint es auf jeden Fall sehr ernst zu meinen“, fügte Orelya noch hinzu. Er scheint es erst zu meinen. Pah! Er schien ihr eher alle Zeit nehmen zu wollen die Sache noch zu ändern.
„Das ist schön“, sagte sie jedoch mit einem vorgetäuschten Lächeln um ihre Mutter zufrieden zu stellen. Diese lächelte zurück, umarmte sie und stand auf.
„Komm dann bitte essen. Korilo ist leider bereits gegangen um seine Geschäfte zu erledigen. Doch vielleicht ist das sogar gut. Ich weiss wie du dich fühlst“, sagte sie und verließ den Raum. Delana hatte kein bisschen Hunger, doch nach ein paar Minuten erhob sie sich ebenfalls. Alles war gut. Sie hatte einen Mann. Ihr Leben würde nun einen geregelten Gang gehen.

Angespannt blickte Delana aus dem Fenster, wo der Schnee lautlos in dicken Flocken vom Himmel fiel. Es hätte ein Tag wie jeder andere sein können, wenn sie nicht in dieser Kutsche sitzen würde. Weit war es nun ja nickt mehr. Die Lichter des Dorfes waren trotz des dichten Schneefalls schon gut zu erkennen. Sie lehnte sich wieder zurück. Die letzten Tage waren viel zu schnell vergangen. Sie waren einfach an ihr vorbeigezogen, obwohl sie alles getan hatte um jede Minute ausnutzen zu können. Aber es hatte alles nichts geholfen…. Am besten würde sie es einfach zu genießen versuchen. Es war ein Fest und was sollte sie sonst tun?
„Alles wird gut werden Delana. Alles wird gut…“, versuchte sie sich selbst Mut zuzusprechen.
Einige Minuten später erreichte die Kutsche schließlich das Anwesen. Es war wahrlich prachtvoll. Ein wahrer Palast zwischen den kleinen Häusern des übrigen Dorfes. Kleine, magische Lichter schwebten überall und tauchten alles in ein angenehmes Licht. Einfach traumhaft. Mit einem leichten Ruck kam die Kutsche zum stehen und ein, mit einem Schirm gegen den Schnee ausgerüsteter Diener öffnete ihr die Tür.
„Willkommen wertes Fräulein. Herr Korilo erwartet euch bereits. Darf ich euch hineingeleiten?“, begrüßte er sie mit einer tiefen Verbeugung und half ihr auszusteigen. Nachdem sie ein leises „Danke, sehr gerne“ ausgesprochen hatte führte er sie sogleich hinein in einen großen Saal, in welchem sich bereits allerlei Leute zusammengefunden hatten. Alles war überaus geschmackvoll, wenn auch teilweise recht protzig ausgeschmückt und vom gleichen Licht wie der Garten erfüllt. Gleich am Eingang traf sie auf Korilo, der, wie der Diener der ihr nun den Mantel abnahm gesagt hatte, schon wartete.
„Endlich seid ihr hier“, sagte er und begrüßte sie mit einem höflichen Handkuss, nahm daraufhin die Hand und geleitete sie ein stück eine der Marmornen Seitentreppen des Saals hinauf. Er wendete sich der Menge zu und rief:
„Dürfte ich um ihre Aufmerksamkeit bitten?“
Gespräch um Gespräch verebbte und ein Kopf nach dem anderen wendete sich ihnen zu. Korilo wartete bis nahezu völlige Stille herrschte bevor er fort fuhr:
„Meine Freunde. Endlich ist die wichtigste Peson dieses Abends eingetroffen. Meine große Liebe, Delana Sarion, von der ich einigen von euch schon so viel erzählt habe. Und heute Abend könnt ihr sie endlich selbst kennen lernen. Daher sage ich euch: Feiert mit mir, trinkt mit mir, freut euch mit mir! Lasst uns diesen Tag so lange es geht genießen!“, rief er freudig und jeder im Saal applaudierte ihm. Delana spürte wie sie rot anlief. Die Blicke all dieser Leute…
„Kommt“, meinte Korilo und unterbrach den Gedankengang, „Ich möchte euch einigen Leuten vorstellen.“ Er nahm ihre Hand und führte Delana hinunter in den Saal. Kaum waren sie die letzte Treppenstufe hinunter gestiegen trat ihnen ein breit lächelnder, recht beleibter und in edle Stoffe gekleideter Herr entgegen.
„Meinen Glückwunsch!“, sagte er mit tiefer, schmatzender Stimme, wobei er Korilos Hand schüttelte, „Mein guter Joran. Jetzt ist es wohl endlich doch noch soweit. Und dabei dachten viele schon ihr würdet ein ewiges Junggesellendasein führen.“
„Ihr meint also ich würde mich, wie ihr, auf ewig durch die Betten der Damen schlafen?“, erwiderte Korilo kühl. Der Mann zog seine Hand zurück als hätte er etwas glühend Heißes angefasst und verzog kurz das Gesicht.
„Das, so denke ich, ist wohl meine Sache. Nicht die eure“, meinte er und setzte das Lächeln wieder auf. „Aber jeden das Seine, meint ihr nicht? Doch ich will euch nicht länger aufhalten. Ihr wollt sicher auch noch zu euren anderen Gästen“, fügte er hinzu, drehte sich um und verschwand in der Menge. Korilo grummelte.
„Wer war denn das?“, frage Delana leise.
„Friedrich. Mausten. Besitzer der Konlirer Tagespresse. Es gibt wirklich angenehmere Bekanntschaften. Zumindest kann es nur besser werden“, antwortete er kurz angebunden und ging weiter. Sie folgte ihm bis sie zu einer eifrig im Gespräch verfangenen Männergruppe kamen.
„Gefällt euch meine kleine Feier den auch?“, mischte er sich ein.
„Natürlich“, antwortete einer der vier sofort, als hätte er nur auf die Frage gewartet, „Habe mich selten so amüsiert.“
„Na wunderbar. Genau dazu soll diese Feier ja auch dienen“, meinte Korilo und begann ein längeres Gespräch mit den jungen Herren, in welchem er Delana zwar kurz vorstellte worauf sie einige interessierte Blicke erntete, ihr jedoch ansonsten nicht mehr viel Beachtung schenkte. Ihr war das allerdings nur recht. Sie entfernte sich ein wenig von der Gruppe und sah sich um. Wie viele Wesen wohl heute hier waren? Über 100 waren es bestimmt und jeder bekleidete sicherlich irgendeine bedeutende Position. Irgendwo meinte sie sogar eine Krone blitzen zu sehen, auch wenn sie nichts von irgendwelchen Königen wusste. Langsam bewegte sie sich weiter durch die Menge.
Plötzlich tippte ihr jemand auf die Schulter und eine hohe weibliche Stimme sagte: „Entschuldigung, Fräulein Sarion?“ Delana zuckte erschrocken ein wenig zusammen und drehte sich um. Eine recht kleine, junge Frau in einem pompösen, goldgelben Kleid lächelte sie breit an.
„Ja?“, fragte Delana vorsichtig.
„Ihr müsst einfach mitkommen und uns Gesellschaft leisten“, meinte die junge Frau ganz aufgeregt.
„Äh, … in Ordnung. Gern“, meinte sie, worauf die Frau sie an der Hand nahm und mitzog.
„Ich bin Isilia, aber ihr könnt mich Isi nennen. Ihr glaubt gar nicht wie schön es ist nun endlich doch noch die Auserwählte unseres schnuckeligen Jorans kennen zu lernen. Er wollte es ja bisher einfach nicht verraten. Auch wenn das natürlich Unsinn war, da wir euch ja sowieso kennen lernen würden. Aber naja, so ist er eben. Aber jetzt will ich euch erst einmal den anderen vorstellen“, plapperte Isilia los und führte sie dabei zu einer bunten Damengruppe, allesamt in sichtlich teure Kleider gehüllt, die offensichtlich nur auf Delana gewartet hatten. Sie begrüßten sie freundlich und begannen bald sie regelrecht auszufragen. Und sie wollten wirklich alles wissen. Wie ihre Lieblingsfarben waren, wie viele Kleider sie hatte, wie oft sie zu Festen ging und zu welchen und vor allem wollten sie alles über sie und den schnuckeligen Joran wissen.
Delana wusste nicht wie lange sie dabeigestanden war, Fragen beantwortet und Klatsch und Tratsch gehört hatte, doch sie war froh als sie es endlich geschafft hatte wegzukommen. Sie drängte sich durch die scheinbar nimmermüde Menge, erreichte den Balkon und trat hinaus in die Nacht die bereits über der Schneelandschaft lag. Auch wenn es inzwischen aufgehört hatte zu schneien war es immer noch verdammt kalt. Aber es war immer noch besser als zerquetscht zu werden oder diesen Tratschweibern zuhören zu müssen. In eben diesem Moment trat Korilo neben sie.
„Endlich habe ich euch gefunden. Was tut ihr denn hier draußen?“, fragte er vorwurfsvoll und nahm ihre Hand, „Kommt bitte wieder mit hinein. Hier holt ihr euch doch nur den Tod“, meinte er und führte sie, ohne eine Antwort abzuwarten wieder hinein. Doch nicht zu irgendjemandem um sie vorzustellen, sondern die Treppe hinauf.
„Ich möchte euch gerne etwas zeigen“, sagte er als er in einen Flur einbog und sie in ein kleines, recht dunkles Zimmer, in welchem nur einige Kerzen ein schwaches Licht spendeten führte. Von unten hörte sie dumpf das nie abreißende Gespräch der Leute.
„Was wollen wir hier?“, fragte sie, da ihr das Ganze langsam nicht mehr geheuer war. Der Kerl würde doch nicht etwa…
„Das wirst du gleich sehen“, antwortete er, lies ihre Hand los und schloss die Tür ab. Delana wich zurück. Dieser dreckige Schuft! Also hatte sie doch Recht gehabt! Aber was half ihr das nun? Sie hatte hier nicht einmal etwas um sich zu verteidigen. Sie wollte schreien, doch mit einem Mal verschwamm das Zimmer vor ihren Augen und sie fand sich einen Augenblick später in einem von vielen Fackeln, die an blanken Steinwänden hingen, erhellten Raum wieder. Erschrocken machte sie einen Schritt rückwärts und stieß an einen Tisch. Klirrend vielen einige der Dolche darauf zu Boden. Reflexartig ergriff sie einen der auf dem Tisch verbliebenen und hielt ihn schützend vor sich. Erst jetzt bemerkte sie die in einen langen Mantel gehüllte Gestalt die an der gegenüberliegenden Wand des ansonsten kaum eingerichteten Raumes stand. Die Gestalt murmelte etwas und Korilo erschien einige Schritte entfernt aus dem Nichts. Er sah sich kurz um bevor er zu sprechen begann.
„Da habt ihr sie also“, sagte er leise grummelnd, „Alles erledigt. Kann ich nun wieder gehen?“
„Warum so eilig? Fürchtet ihr euch etwas?“, fragte die Gestalt ruhig.
„Nein. Niemals! Aber es ist nicht mehr meine Sache. Ich verstehe sowieso nicht warum ihr mich hierher geholt habt. Tut was ihr wollt, doch lasst mich von nun an aus dem Spiel“, erwiderte Korilo, worauf der Mann unter dem Mantel ein eisiges Lachen hören lies, welches in krassem Kontrast zu dessen wohlklingender Männerstimme stand.
„Ich soll ihn aus dem Spiel lassen, Hörst du das?“, fragte er und sah Delana, die am ganzen Leibe zitterte direkt an. Im schein der Fackeln offenbarte sich ihr das Gesicht eines Mannes mittleren Alters. Es war schön, doch die Augen… Sie passten einfach nicht dazu. Giftig, grünlich-gelb wie die einer Schlange, deren Anblick Delana daran hinderte auch nur die kleinste Bewegung auszuführen. Wer war er? Was sollte das alles?
Mit einem Grinsen wendete er sich wieder Korilo zu und fuhr fort: „Ihr befindet euch doch schon fiel zu tief darin. Meint ihr nicht?“
„Vielleicht, doch ich habe getan wozu ihr mich gezwungen habt. Ich habe getan was ihr wolltet und euch das Weib gebracht. Ich habe meinen teil erfüllt!“, antwortete Korilo der nun sichtlich unruhig wurde.
„Seid ihr da sicher?“, fragte der Mann erneut, immer noch grinsend.
„Ja! Ihr habt sie! Was wollt ihr mehr?“, meinte er verzweifelnd. Der Mann lachte erneut und machte eine Handbewegung, woraufhin der Dolch aus Delanas zittrigen Händen flog und sich bis zum Griff in Korilos Brust bohrte. Er blickt zunächst ungläubig in ihre Richtung, dann verzog sich sein Gesicht zu einer schmerzerfüllten Grimasse. Delana stockte der Atem. Korilo schien aus voller Kehle zu schreien, doch kein Laut kam aus seinem Mund. Seine Hände krallten sich um den Griff des Dolches. Er versuchte ihn herauszuziehen, doch dieser bewegte sich kein Stück. Zuckend und noch immer mit ungläubigem Blick sank er zusammen. Delana stand noch immer wie versteinert da. Auch sie wollte schreien, doch war nicht fähig irgendeinen Ton herauszubringen. Sie wollte die Augen schließen, wegsehen, doch auch daran hinderte sie irgendetwas.
Kühl lächelnd und sichtlich zufrieden beugte sich der Mann hinunter zu Korilos verkrampften, noch immer leicht zuckenden Körper. Obwohl er nur flüsterte war seine Stimme deutlich in dem ansonsten Totenstillen Raum zu hören:
„Dachtet ihr wirklich ich bräuchte euch um ein Bauernmädchen zu entführen? Dachtet ihr wirklich ich würde euch einfach gehen lassen? Und dachtet ihr wirklich ein so schwacher Talisman könnte euch schützen?“ mit diesen Worten riss er ihm ein kleines, bisher verdeckt gewesenes Medaillon vom Hals worauf der nun zur Ruhe gekommene Körper verschwand und nur einige Blutstropfen als stille Zeugen auf dem Boden zurückließ.

_________________
Sklaventreiber des Forums


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Geschichte
#2BeitragVerfasst: 8. Jun 2011, 02:07 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2011
Beiträge: 2134
Geschlecht: männlich
Highscores: 53
Alter (Hauptcharakter): 0
Kapitel 2

Der Mann wendete sich wieder Delana zu. Noch immer lag ein eisiges Lächeln auf seinen Lippen welches ihr beinahe das Blut in den Adern gefrieren lies.
"Endlich lernen wir uns also kennen", sagte er leise und, als hätten seine Worte eine unsichtbare Halterung gelöst, gaben ihre Beine in eben diesem Moment nach und Delana sank auf die Knie. Die Angst schnürte ihr die Kehle zu und die konnte kaum einen klaren Gedanken fassen.
""B-bitte tut mir n-nichts", hörte sie ihre zittrige Stimme, "L-lasst mich gehen."
"So viel habe ich auf mich genommen um euch hierher zu bringen und nun denkt ihr ich würde euch einfach töten oder gehen lassen?", meinte er ruhig, kam näher und streckte eine Hand nach ihr aus. Delana rutschte zurück so weit es eben ging. Tränen der Furcht und Verzweiflung sammelten sich in ihren Augen, in welchen man ihre Angst wie in einem offenen Buch deutlich ablesen konnte.
"Fürchtet euch nicht und trauert nicht um Korilo. Ihr wisst wie er war. Ihr wisst wie er euch belogen und verkauft hat. Er hat es verdient!", flüsterte der Mann ihr eindringlich zu und kurz breitete sich eine eigenartige, tiefe Ruhe in Delana aus und ihre Gedanken wurden klarer. Sie trauerte doch nicht um ihn. Nie würde sie das tun. Für einen Moment schien der Raum vor ihren Augen zu verschwimmen und sie sah wieder den leblosen Körper Korilos vor sich, doch empfand sie weder Ekel noch Schrecken. Nein, es war Erleichterung, Genugtuung, ja sogar Freude.
Sie schüttelte, erschrocken vor ihren Gefühlen, die so wenig ihre eigenen zu sein schienen und es wohl doch waren, den Kopf und der Mann tauchte wieder vor ihren Augen auf. Sie spürte seine Hand an ihrem Arm und merkte erst jetzt, dass sie nicht mehr auf den Knien saß, sondern aufrecht stand. Auch die Veränderung im Gesicht des Mannes bemerkte sie sofort als sie ihn ansah. Die Schlangenaugen waren keine solchen mehr. Sie waren nun von wunderbarem, tiefem Blau.
"Kommt", sagte er plötzlich, drehte sich um und verlies, ohne noch einmal zurückzublicken den Raum durch eine dicke, eisenbeschlagene Tür die sich von allein geöffnet hatte. Einen Moment lang wollte Delana nach einem der Dolche, die noch immer auf dem Tisch neben ihr lagen, greifen, doch ihr Verstand sagte ihr, dass diese Waffe ihr nichts bringen würde. Mit einem leisen, ratlosen Seufzen lief sie ihm einfach nach.
Hinter der Türe führte eine steinerne Treppe nach oben. Kaum hatte sie die erste Stufe betreten schloss sich die Tür hinter ihr von alleine. Mit einem noch mulmigeren Gefühl als zuvor stieg sie hinauf, lief durch eine weitere Tür die sich ebenfalls von selbst wieder schloss und kam in eine recht große, runde Halle. Einige kleine Deckenfenster ließen orange-rotes Abendlicht herein. Die Fackeln an den Wänden brannten noch nicht. Langsam, Schritt für Schritt begab sie sich in die Mitte der Halle. Wohin war er gegangen? Nirgends war mehr eine Spur von ihm zu sehen und keine der 10 Türen, die sie zähle wies irgendwelche Besonderheiten auf. Sie waren alle komplett identisch. Nur ein größeres Tor stach heraus. Schnell, wenn auch mit wenig Hoffnung rannte sie hin und versuchte es zu öffnen. Verschlossen. Sie hatte es schon vermutet, doch war sie ob der bitteren Wahrheit trotzdem enttäuscht als sie sich wieder zu den kleineren Türen umdrehte. Sie meinte ein leises Lachen zu hören, doch noch immer war niemand zu sehen.
„Hallo?“, rief sie, bekam jedoch keine Antwort. Sie blickte ratlos auf die vielen Turen. Durch welche sollte sie gehen? Plötzlich viel ihr eine von ihnen ins Auge. Eigentlich sah sie auch nicht anders als die übrigen, doch irgendwie wollte Delana dort unbedingt hinein. Langsam, seltsam vorsichtig lief sie hin, öffnete die Tür und linste hinein. Ein leichter Hauch von Kälte schlug ihr ins Gesicht. Der Raum war fensterlos, dunkel und doch zugleich beleuchtet. Delana wusste nicht wie sie es beschreiben sollte, denn obwohl der Raum stockfinster war konnte sie jede Kleinigkeit erkennen. Sie schlüpfte hinein und schloss die Tür vorsichtig hinter sich, obwohl sie sicher wieder von alleine ins Schloss gefallen wäre. Die Wände waren gänzlich von Regalen voller Bücher bedeckt die leicht zu glitzern schienen. Ja, kalt war es hier schon ein wenig. In der Mitte des Raumes stand ein Podest auf welchem etwas lag, dass einer Jahrmarktskristallkugel stark ähnelte, nur war diese Kugel pechschwarz. Das seltsame dunkle, kalte Licht, wenn man es so nennen konnte, schien von jener auszugehen. Schritt für Schritt bewegte sie sich darauf zu. Sie wusste nicht einmal sicher warum sie das tat. Sie tat es einfach.
Je näher sie kam desto kühler wurde es, doch eine seltsame, gespannte Aufregung wärmte sie von innen. Sie stand nun direkt vor dem Podest und streckte die Hände nach dem Ding aus. Ihr Atem bildete kleine Wölkchen. Sie berührte es. Eisige Kälte umschloss augenblicklich ihre Fingerkuppen, dann die Finger und schließlich beide Hände, von wo aus sie langsam die Arme nach oben kroch. Doch Delana störte sich nicht daran. Sie hielt die Kugel leicht in Händen und blickte in die tiefe, scheinbar unendliche Schwärze. Nach wenigen Sekunden begann der Raum vor ihren Augen zu verschwimmen. Sie fühlte wie ihr Geist abglitt, ihre Gedanken sich fortbewegten. Sie fühlte sich leicht wie eine Feder und meine, für einen kurzen Moment ihren eigenen Körper dort, mit der Kugel in Händen stehen zu sehen.
Ein Zimmer tauchte mit einem Mal vor ihren Augen auf, ein edles Schlafgemach. Obwohl von außen noch abendliches Sonnenlicht gedämpft durch die zugezogenen Vorhänge schien lag ein recht beleibter Mann schlafend auf einem prunkvollen Bett. Gerade als Delana sich weiter umsehen wollte hörte ein leises Knarren und drehte sich um. Eine in schwarz gekleidete Gestalt schlüpfte, nahezu lautlos durch den gerade entstandenen engen Türspalt. Delana konnte im Dämmerlicht kaum das, durch ein Tuch verdeckte Gesicht erkennen, doch die Gestalt besaß eine eindeutig weibliche Figur. Die Frau schlich an das Bett und zog lautlos einen Dolch. Delana stockte der Atem. Was sollte das? Die Frau drückte dem Schlafenden eine Hand auf den Mund und schnitt ihm mit einer einzigen, schnellen Bewegung die Kehle durch.
„Nein!“, schrie Delana und wollte hinlaufen, irgendetwas tun, doch weder konnte sie sich bewegen, noch schien die Schwarzgekleidete sie zu hören. Eben so leise wie sie gekommen war entschwand die Gestalt auch wieder durch den Türspalt. Delana drehte sich fast der Magen um als sich das Bild der blutüberströmten Leiche in ihr Hirn bohrte, doch schon verschwamm der Raum wieder vor ihren Augen und bald fand sie sich wieder an einem anderen Ort wieder.
Sie stand mitten in einem Wald! Sie atmete tief ein. Die Luft war kühl, frisch und es roch nach Herbst. Die Blätter der Bäume leuchteten in allen möglichen Farben, vom letzten verblassenden grün, über gelb, zum wunderbaren rot, bis hin zu den bereits abgefallenen braunen Blättern. Es war so friedlich hier. Und es tat gut nach dem Erlebnis, dass sie gerade gehabt hatte. Das orangerote Licht der langsam untergehenden Sonne erleuchtete den Wald nur noch schwach. Sicher würde bald die Nacht hereinbrechen. Dieses Mal konnte sie sich bewegen, doch schienen ihre Füße von selbst einem, Delana unbekannten Weg zu folgen.
Hundegebell und Hufklappern war mit einem Mal in der Ferne zu hören und kam langsam näher. Auch Delana merkte, dass sie sich direkt darauf zu bewegte. Bald kamen sie in Delanas Sichtweite. Es war wohl eine kleine Jagdgemeinschaft. Drei junge Männer ritten auf Pferden voraus und hinter ihnen kam ein kleiner Zug, welche wohl ihre Diener waren, mit der bisherigen Beute hinterher. Delana konnte nicht genau erkennen was sie trugen, doch sie schienen bereits einiges geschossen zu haben. Plötzlich drang ein Rascheln an ihr Ohr und sie drehte sich um.
„Dort ist noch etwas! Das nehmen wir noch mit!“, rief jemand und sie hörte kurz darauf das Geräusch einer auslösenden Armbrust. Nur wenige Millimeter vor ihrem Gesicht flog der bolzen an Delana vorbei. Sie kreischte erschrocken auf, sprang zurück, doch ein zweiter, spitzer Schrei hatte den ihren noch übertönt. Sie blickte in die Richtung in welche der Bolzen geflogen war und stieß einen zweiten Schrei aus. Wenige Meter entfernt, mitten, in diesem ach so friedlichen Wäldchen lag nun ein kleiner Junge. Der Bolzen hatte sich in seine Brust, direkt dorthin, wo das Herz lag gebohrt. Zwei Körbe voller Beeren lagen umgekippt neben ihm auf dem Boden. Und ein Mädchen kniete dort neben ihm. Geschockt, zitternd, mit Tränen in den Augen, irgendetwas vor sich hin sprechend und den Körper mit den Händen leicht schüttelnd, als wollte sie ihn wieder aufwecken. Delana wollte zu ihr gehen. Tröten, helfen, irgendetwas tun, doch wieder konnte sie nicht. Sie konnte nur, selbst ungesehen, ungehört, zusehen.
Die drei Jäger kamen langsam angeritten und stiegen ab. Die Hunde waren bis auf ein leises Hecheln und Schnüffeln verstummt. Niemand sagte etwas. Nur das leise Weinen des Mädchens erfüllt die abendliche Welt des Waldes.
Innerlich schrie Delana auf. Sie wollte nur noch weg! Weg von diesem Wald, weg von irgendwelchen Schlafräumen, weg vom Tod und mit einem Mal befand sie sich wieder in dem seltsamen Raum. In ihren Händen ruhte die Kugel. Nein, sie schien zu pulsieren und Wellen tiefster Kälte durch ihren Körper zu jagen. Geschockt lies sie die Kugel fallen und taumelte zurück. Erst jetzt spürte sie wieder ihr Herz, welches ihr bis zum Hals schlug. Klirrend zerbrach das Ding auf dem Boden, doch die Stücke flossen, flüssig wie sie plötzlich geworden waren zurück auf das Podest und formten sich zurück zu ihrer alten Form. Unversehrt lag sie dort, die seltsame Kugel.
Fluchtartig verließ Delana den Raum und schleuderte die Tür hinter sich zu. Eisige Kälte erfüllte noch immer ihren gesamten Körper und nur langsam kehrte Wärme, Stück für Stück zurück. So schnell sie ihre Füße trugen lief sie fort von dieser unheilvollen Tür und erst als die die Wand auf der anderen Seite der Halle erreicht hatte blieb sie stehen und lehnte sich mit dem Rücken dagegen. Angstvoll blickte sie zurück. Sie hatte nun in kürzester Zeit mehr tote Menschen gesehen als je zuvor. Eigentlich hatte sie zum ersten Male einen Toten gesehen. Ein weiterer Schauer lief durch ihren Körper. Was sollte sie nur tun? Sicher führte nicht eine dieser Türen nach draußen. Wie sollte sie nur hinauskommen? Wie? WIE!?
„Hallo!?“, rief sie erneut mit zittriger Stimme, doch wieder blieb die Antwort aus. Sie sank zu Boden und vergrub den Kopf in ihren Händen. Leise begann sie zu Schluchzen und wollte Weinen, doch es viel ihr seltsam schwer, nahezu unmöglich.
„Steht auf!“, hörte sie eine Stimme und blickte auf. Der Mann stand wieder vor ihr, nun in eine rot-schwarze Robe, wie sie die Magier gern trugen gehüllt. Sie hatte ihn nicht kommen hören, doch sie sah nicht ein weshalb sie ihm einfach gehorchen sollte.
„Warum? Was wollt ihr von mir?“, fragte sie trotzig, doch zu verängstigt um mehr Kraft und Wut in ihre Stimme zu legen.
„Eine Schülerin meiner Künste sitzt nicht heulend herum. Steht auf!“, antwortete er knapp.
„Schülerin? Ich bin nicht eure Schülerin? Ich will es auch nicht sein! Lasst mich gehen! Das ist alles was ich will. Ich bitte euch“, erwiderte sie aufgebracht und verwundert von seinen Worten, doch ihr Körper hatte dem Befehl des Mannes inzwischen bereits Folge geleistet und hatte sich erhoben. Was soll dieser Unsinn?, fragte Delana sich selbst. Sie wollte doch nur wieder nach Hause. Zu ihren Eltern. Oder von ihr aus auch einfach nur weg von diesem Ort!
„Ich sagte bereits, dass es dumm wäre euch gehen zu lassen. Ihr wollt die Kräfte der Magie die in euch liegen kennen lernen, erforschen und ausbauen. Ihr wisst das. Ihr seid mehr als die anderen, denn ihr seid der Magie mächtig. Ihr habt das immer gewusst. Und nun kommt“, sagte er, ging zielstrebig zu einer der äußeren Türen, welche sich als er näher kam von selbst öffnete und betrat den dahinter liegenden Raum. Wieder begannen Delanas Beine von alleine hinterherzulaufen. Sie wollte sich zunächst wehren, stehen bleiben, sich widersetzen, doch etwas sagte ihr, dass dies sinnlos sei. Sie war eingeschlossen, gefangen. Was konnte sie schon tun? Sicher würde er bald merken, dass sie sie Falsche war, egal was er vorhatte. Sicherlich würde es so kommen, denn eine andere Hoffnung hatte sie nicht mehr...
Kraftlos, doch ohne Angst betrat sie den Raum. Sie hörte wie hinter ihr die Tür leise ins Schloss fiel, blieb stehen und sah sich, mit einer eigenartigen Neugierde um. Jeder Zentimeter von Wand, Boden und Decke war von schweren, dunklen Teppichen bedeckt. Licht spendeten hier keine Fackeln, sondern die Delana wohlbekannten, magischen Lichter, auch wenn sie scheinbar düsterer strahlten als normal. Der Mann wartete bereits hinter dem einzigen Möbelstück des Raumes, einem Buchständer, auf welchem ein in schwarzes Leder gebundenes Buch ruhte. Er lächelte sie, scheinbar herzlich an und Delana musste sich regelrecht zwingen diese Geste nicht zu erwidern.
„Von heute an werdet ihr mein Lehrling sein“, begann er, „Daher werdet ihr mich von nun an mit Meister ansprechen und exakt befolgen, was auch immer ich euch auch auftrage. Verstanden?“
„Ja, Meister“, hörte Delana sich sagen, noch bevor sie überhaupt über die Worte die er gesprochen hatte nachgedacht hatte.
„Bevor wir beginnen werdet ihr einen Schwur ablegen. Tretet neben mich und legt eure Hand auf die Seite des Buches“, befahl er und Delana gehorchte wieder, dieses Mal ein wenig bewusster, wenn der erste Schritt auch wieder von alleine kam. Sie lief zu ihm, stellte sich neben ihn und legte die Hand auf das Buch.
„Lest dies“, sagte er und deutete auf einen, in ihr unbekannter Sprache verfassten Text. Sie wartete kurz, vermutete, dass sie sowieso wieder einfach beginnen würde, musste dann jedoch bewusst beginnen vorzulesen. Mit seltsamer Leichtigkeit kamen die Worte über ihre Lippen und das, obwohl sie sicher war solche Schrift nie zuvor gelesen, geschweige denn gehört zu haben. Bis auf ein leichtes Kribbeln in der Hand, welche das Buch berührte spürte sie keine Veränderung, doch das zufriedene Lächeln auf dem Gesicht des Magiers als sie geendet hatte sagte ihr, dass es sicherlich etwas bewirkt hatte. Vorsichtig nahm sie die Hand wieder von dem buch und betrachtete sie. Alles war in Ordnung. Nichts zu sehen, keine Veränderung zu bemerken.
„Nun können wir beginnen, doch erwartet zunächst nicht zu viel. Ihr werdet die meiste Zeit alleine lernen und Bücher lesen. Zumindest, bis ihr die Grundlagen beherrscht. Mit der Zeit werdet ihr jedes Buch das sich in der Bibliothek im Nebenraum befindet lesen. Ich werde euch nur alle zwei Tage für wenige Stunden selbst unterrichten. Morgen werde ich euch zum ersten Male zu mir rufen, doch für heute werdet ihr euch zurückziehen. Ich habe euch ein Gemacht zugeteilt wohin einer meiner Diener euch nun führen wird. Des Weiteren werdet ihr dort neue Kleidung finden. Euer altes Kleid braucht ihr nicht mehr. Ihr könnt nun gehen“, sagte der Magier und wendete sich dem Buch zu, offenbar nicht gewillt auch nur noch ein einziges Wort an sie zu verschwenden.
Gehorsam, da alles andere wohl sinnlos gewesen wäre, verließ Delana den Raum. In der Halle wurde sie bereits von einem, knapp einen Meter großen, vollständig in einen grauen Mantel gehüllten etwas erwartet. Ohne ein Wort lief es schnellen Schrittes los und Delana folgte ihm, wobei sie sich ein leises Seufzen nicht verkneifen konnte. Es führte die durch eine der Türen, die, welche sich ganz links außen befand, in einen Gang mit vier weiteren Türen und dort zur Allerletzten. Kurz blieb es steht, streckte einen verhüllten Arm aus, deutete auf die Tür und verschwand dann blitzschnell wieder aus dem Gang. Delana blickte ihm kurz nach, schüttelte dann jedoch den Kopf und betrat schnell das Zimmer. Es war klein, sauber und, kurz gesagt, dunkel. Boden, Decke und Wände waren aus dunkelbraunem Holz, doch das Holz des Schranks und des Bettes war pechschwarz. Sie wusste nicht warum, doch lief sie zunächst zu dem Schrank und öffnete ihn. Drei schwarz-rote Kleider hingen darin. Sie legte ihre Hand an eines und fühlte den Stoff. Weicher als Seide schien er zu sein. Sie schloss die Schranktüren wieder ging zu dem Bett und setzte sich darauf. Es war angenehm weich und sie strich mit der Hand über die schwarze Decke. Es fühlte sich wunderbar an.
Seufzend entkleidete sie sich, warf ihr Kleid achtlos auf den Boden und schlüpfte unter die Decke. Das Bett war kuschelig, warm und weich. Sie hatte erwartet, dass nun alle Gedanken auf die einströmen würden, dass sie weinen würde, dass sie darüber nachdenken konnte was eben geschehen war, doch dies geschah nicht. Irgendetwas lag wie ein Block vor ihrem Gehirn und noch bevor sie auch nur versuchen konnte es sich zu erklären war sie bereits in einen unruhigen Schlaf gefallen.

Wirre Träume suchten Delana in diese Nacht heim. Mal irrte sie durch düstere, kalte Räume, wurde dann jedoch sogleich von einem anderen Traumfetzen mitgerissen, nur um, ohne richtig angefangen zu haben etwas zu träumen, wieder in die Schwärze eines kurzen, traumlosen Schlags zurückzufallen. Erst nach einiger Zeit schienen sich ihre Gedanken ein wenig zu beruhigen und ließen einen Traum zu.
Bäume und Sträucher, welche sich nur wenige Meter vor ihr aus dem Schwarz der Nacht schälten, flogen regelrecht an ihr vorbei, während sie in tiefster Dunkelheit durch den Wald rannte. Die kläglichen Reste des fahlen Mondlichtes, die sich ihren Weg durch das Blätterdach bahnten ließen sie kaum etwas erkennen. Dafür wurde sie von Gerüchen geradezu überströmt, vor allem den von Wald und Erdboden konnte sie deutlich riechen. Doch da war noch etwas anderes. Der Duft von etwas, dass ihr das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ lag in der Luft. Und dieses etwas, dass den Geruch verströmte musste schon sehr nahe sein, so intensiv wie sie ihn wahrnehmen konnte. Sie rannte so schnell wie möglich darauf zu und blieb, als der Geruch sie schon beinahe erschlug, mit einem Ruck stehen. Weißes Mondlicht drang durch die hier recht lichten Baumkronen und lies erst kürzlich getrocknetes Blut, dass auf Stämmen, Sträuchern und dem Boden klebte, sanft schimmern. Schnell hatte sie das Gestrüpp gefunden, dass den betörenden Duft verströmte. Ohne auf das darin klebende Blut zu achten durchsuchte sie es und zog einen leblosen Körper hervor. Sie wusste nicht, ob er Mensch oder Tier gehörte, doch das spielte auch keine Rolle. Gierig sabbernd fletschte sie die Zähne und versenkte sie im weichen Fleisch. Lauwarmes Blut lief ihr ins Maul. Ein wunderbarer Geschmack.
Plötzlich berührte sie etwas am Kopf. Einen Sekundenbruchteil lang wollte sie zuschnappen, doch etwas in ihr hinderte sie daran.
„Lass es dir schmecken meine Kleine“, hörte sie eine stimme sagen. Sie riss ein Stück Fleisch heraus und schlang es hinunter. Aus dem Augenwinkel konnte sie zwar kurz eine verhüllte Gestalt erkennen, doch schon richtete sie ihren Blick wieder auf ihre Beute und sah direkt in Korilos leblose Augen. Mit einem Mal wurde ihr bewusst, was sie gerade in ihrem Wolfskörper tat.

Mit einem Schrei schreckte Delana hoch. Sanftes, dämmriges Licht erfüllte den Raum in dem sie sich befand. Sie stieß die Bettdecke von sich und zog die Beine an. Langsam wurde ihr wieder bewusst wo sie wat und, dass sie gerade aus einem Traum erwacht war. Noch immer spürte sie ihr Herz deutlich unter ihrer Brust pochen. Verdammter Traum, dachte sie, während sie ihren Blick von der einen Zimmerwand zur anderen schweifen lies, Verdammte Wirklichkeit, war dabei das nächste, was ihr in den Sinn kam und ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken, während die Erinnerung an das, wie sie hierher gekommen war, die Erinnerung des Traumes verdrängte. Doch das machte alles nicht wirklich besser. Gerade erst war sie dem einen Alptraum entkommen und nun befand sie sich bereits wieder in einem. Mit einem Mal begannen ihre Glieder zu zittern, Panik stieg in ihr auf und erste Tränen kullerten ihre Wangen hinab. Nur mit Mühe konnte Delana die Angst niederkämpfen und sich zwingen ruhig zu werden. Sie durfte jetzt nicht durchdrehen und verzweifeln. Sie musste nachdenken, denn schließlich war sie am Leben und es wirkte nicht so, als würde dieser Magier ihr bald etwas antun wollen. Solange das nicht der Fall gab es immer noch die Hoffnung, dass es eine Möglichkeit geben würde zu fliehen.
Doch selbst wenn es diese geben würde... Würde sie es wirklich schaffen? Als sie die Worte aus dem Buch hatte vorlesen sollen, war das wirklich sie gewesen? Delana wusste, dass sie gesprochen hatte, aber warum hatte sie das getan?
Ein Zauber! Das muss es sein. Für Magier ist es sicher ein leichtes andere ihrem Willen zu unterwerfen!, schoss es ihr durch den Kopf, doch dabei begann auch ihr Körper wieder leicht zu zittern. Wie sollte sie einer solchen Magie entfliehen? Wie sollte sie überhaupt vor einem Magier fliehen?
„Nein“, sagte sie leise zu sich selbst. So durfte sie nicht denken. Schon als sie sich mit ihrem Schicksal abgefunden hatte Korilo, das Bild seines toten Körpers verdrängte sie beim Gedanken mit ihm so gut sie konnte wieder aus ihrem Kopf, zu heiraten hatte das zu nichts Gutem geführt. Sie durfte einfach nicht aufgeben!
Ich darf keine Angst haben, sagte sie in Gedanken zu sich selbst. Das war auch einer der üblichen Sätze, die Orelya immer zu ihr gesagt hatte. „Hab keine Angst mein Schatz. Wir sind immer für sich da.“ Vielleicht war genau das das Richtige. Sie wollte wieder zu ihren Eltern. In ihr kleines Haus im Schnee. Sie musste einfach den Mut aufbringen mit dem Magier zu sprechen, auch, wenn dieser allein schon beim Gedanken daran nicht recht kommen wollte.
Mit einem Ruck setzte sie sich an den Bettrand. Wenn sie es jetzt nicht tat würde ihr Mut eher schwinden als zuzunehmen. Sie würde sich jetzt anziehen und zu ihm gehen. „Es wird schon gut gehen“ sagte sie wieder leise zu sich selbst.
Das erste, was sie feststellte war, dass ihr Kleid verschwunden war. Schnell schüttelte sie den aufkeimenden Gedanken, dass jemand oder etwas heute Nacht in diesem Zimmer gewesen war ab und stand auf. Bitte lass es im Schrank sein, dachte sie, während sie schnell zu selbigem lief und die Türen öffnete. Ihr Kleid hing jedoch nicht darin. Nur die drei schwarz-roten Roben. Sie hatte wohl keine Wahl. Delana nahm eine davon heraus und streifte sie über. Sie schien ihre Größe zu haben und der Stoff war weich und angenehm. Eigentlich fühlte sie darin sogar wohler als in ihrem Festkleid.
Delana schloss den Schrank wieder, lief zur Tür und drückte die Klinke nach unten, wodurch diese nahezu geräuschlos aufschwang. Delana fiel ein Stein vom Herzen. Sie war nicht komplett eingesperrt.
Sie betrat den Gang und die Tür hinter ihr fiel wieder zu. Dafür öffnete sich jedoch die am Ende des Korridors, welche in die große Halle führte. Langsam lief sie darauf zu. Es kam ihr schon fast wie eine Einladung vor. Aber wenn sich alle Türen auf diese Weise für sie öffneten ergab sich so vielleicht auch bald die Möglichkeit zu fliehen.
Sie betrat die Halle. Sanftes Morgenlicht strahlte durch die Deckenfenster herein. Bei Tage betrachtet sah alles gar nicht mehr so unheimlich aus, nur ziemlich groß und irgendwie beeindruckend. Massig Bilder und Ornamente zierten die steinernen Wände, sowie die Decke. Ob dies wohl Zwergische Handwerkskunst war? Delana wusste zwar nicht viel von den kleinen Leuten, nur das, was ein jeder aus Geschichten über sie erfuhr, aber sie konnte sie gut vorstellen, dass nur Zwerge ein so gewaltiges und doch schönes Bauwerk schaffen konnten. Selbst auf dem Boden befand sich etwas. Schwarze Steine waten zwischen die grauen Steinplatten eingelassen und bildeten ein riesiges Symbol, dessen Bedeutung Delana nicht kannte.
Nur kurz lies sie sich in den Bann des Anblicks ziehen, dann suchte sie nach einer weiteren, offenen Tür, die sie einlud, weiterzugehen, und sie fand sie auch schnell. Glücklicherweise bestand so zumindest keine Gefahr noch einmal in den Raum mit der Kugel zu geraten. Ihr war noch immer alles andere als wohl beim Gedanken daran, doch musste sie sich nun so oder so auf das konzentrieren was vor ihr lag. Entschlossen betrat sie das offene Zimmer. Es war eindeutig der Raum, in den sie bereits gestern geführt worden war, nur fehlte der Ständer mit dem Buch. Stattdessen standen dort zwei Sessel. In einem davon saß der Magier.
Er hatte die Kapuze seiner Robe abgenommen, wodurch Delana nun auch mehr von ihm sah. Er hatte kurzes schwarzes Haar und blickte ihr aus den tiefblauen Augen entgegen.
„Setzt euch“, sagte er und machte dabei eine einladende Handbewegung in Richtung des zweiten Sessels. Delana tat wie ihr geheißen und setzte sich. Zum ersten Mal hatte sie nun Gelegenheit sich ihren Entführer und Korilos Mörder in aller Ruhe anzusehen, jedoch war an ihm nichts auffälliges. Ein Mann wie jeder andere, mit recht schmalen Schultern und einem von keinem Kratzer gezeichnetem Gesicht. Doch schon das brachte das bisschen Ruhe das sie gesammelt hatte wieder zum schwanken. Hätte er so ausgesehen, wie man sich einen wahnsinnigen Mörder vorstellte, wäre das zwar nicht beruhigend gewesen, doch sicher nicht beunruhigender als alles bereits war.
„Nun, ihr seid sicher nicht nur hier um mich anzusehen und wohl auch noch ein wenig verwirrt“, begann der Magier ruhig und unterbrach so ihren Gedankengang, „Aber sorgt euch nicht. Ihr werdet sicher bald verstehen.“
Ein bisschen verwirrt? Der hat leicht reden..., dachte Delana und atmete noch einmal tief durch, bevor sie zu sprechen begann: „Ich bin durchaus nicht wenig verwirrt. Weder weiß ich, wo ich bin, noch weshalb ich hier bin, noch wer ihr seid und weshalb ihr all das getan habt. Würdet ihr mir helfen das zu verstehen?“
„So viele Fragen auf einmal. Dabei ist es doch so einfach. Ihr seid hier, an diesem Ort, weil ihr etwas wollt, was nur ich euch geben kann. Dabei ist es gleichgültig wo ihr euch genau befindet oder wer euren Wunsch erfüllt“, antwortete der Magier lächelnd.
So ein Unsinn! Ich will nur wieder weg hier!, polterte Delana in Gedanken, erwiderte jedoch ganz ruhig: „Aber wie könnte ich mir anmaßen etwas von euch zu wollen oder gar zu verlangen, wenn ich euch noch nicht einmal kenne und ihr mir nicht das geringste schuldig seid?“
„Habt keine Angst. Viele, die etwas von mir wollen, kennen mich nicht. In eurem Fall weiß ich, dass ihr die Kunst der Magie erlernen möchtet und ihr könnt euch glücklich schätzen. Anders, als bei vielen anderen gewähre ich euch diesen Wunsch. Das sollte euch mehr als nur genügen. Doch nun wird es Zeit. Lasst uns mit eurer ersten Lektion beginnen“, erwiderte er und erhob sich. Delana sah und an und wusste nicht, was sie sagen oder denken sollte. All das kam ihr so unwirklich vor. Gestern erst hatte dieser Mann kaltblütig gemordet. Alles war unheimlich, beängstigend und vollkommend verrückt erschienen. Und nun? Der Ort war fremd, doch von nichts hier schien wirklich Gefahr auszugehen. Selbst der Mörder und Entführer stellte sich nun selbst als großer Wohltäter hin. Sie wollte ihm noch eine Frage entgegenwerfen, doch selbst ein kurzer Augenkontakt genügte um ihr zu sagen, dass sie keine Antwort erhalten würde. Leise seufzend stand Delana ebenfalls auf. Es gab einmal mehr keine andere Möglichkeit als sich in das Schicksal zu fügen und zu gehorchen. Sofort verschwanden beide Sessel und zwei Tische, der eine mit beschriebenem Pergament, der andere mit Stäben beladen, tauchten auf.
„Nun, ihr wisst sicherlich, was das ist. Ein wenig Brennholz und Pergament, die im Volksmund auch als Zauberstäbe und Spruchrollen gut bekannt sind. Irgendein Narr meinte er könne dem einfachen Volk helfen, oder ein wenig Gold verdienen, und fügte den Gegenständen einen Hauch Magie hinzu. So machte er sie selbst für den, der nicht einen Funken Magie in sich spüren kann nutzbar“, erklärte der Magier, wobei er eine der Rollen aufhob. „Kein wahrhaft Magiekundiger hat es nötig diesen Schund zu benutzen“, fügte er hinzu und warf das Pergament wieder zurück auf den Haufen, wobei dieser und die Stäbe ins Nichts verschwanden. Eine Sekunde lang nur hatte Delana gehofft eine der Spruchrollen würde ihr helfen können, doch schon war diese Hoffnung dahin.
„In den Grundsätzen der Magie braucht man keine Hilfsmittel, wenn man seine Kunst wirklich beherrscht“, fuhr er fort und lächelte sie dabei an, „Worte und Gegenstände sind in der Magie meist nichts als Hilfen, der für uns nicht sichtbaren, nicht fassbaren Magie eine vorstellbare Form zu verleihen. Nur wenige Dinge besitzen wirklich von sich aus eine Menge magischer Kraft, doch davon werdet ihr an einem anderen Tage mehr erfahren. Eigentlich ist jeder Zauber auch ohne Worte oder Hilfen durchführbar, wenn man über genug eigene Kraft und die nötige Kontrolle verfügt. Ihr werdet jedoch zu Beginn auch einen Stab benutzen. Das macht es einfacher.“
Er zog einen dünnen Stab aus dunklem Holz aus der Tasche seiner Robe und reichte ihn ihr. Vorsichtig nahm sie ihn entgegen. Er war genau so, wie sie sich als kleines Kind einen Zauberstab immer vorgestellt hatte, auch wenn sie inzwischen bereits, bevor sie es hier noch einmal gehört hatte, von manch Reisendem eines Besseren belehrt worden war. Der Stab war etwa so dick wie ihr Daumen, doppelt so lang wie ihre Hand und wurde zur Spitze hin dünner. Er fühlte sich an wie ein ganz normales Stück Holz.
Meint er das wirklich ernst?, fragte sich Delana,Soll ich nun wirklich zaubern? Bisher war irgendwo noch immer der Glaube daran gelegen, dass all das nur ein schlechter Scherz war. Doch nun schien es wirklich so als solle sie etwas lernen.
„Versucht diese Kerze zu entzünden“, riss sie der Magier wieder einmal aus ihren Gedanken und sie hob den Kopf. Auf einem der Tische war eine blutrote Kerze erschienen. „Stellt euch vor wie sie brennt und sprecht ein Wort, um euren Gedanken eine Form zu geben und die Magie freizusetzen.“
Delana trat unsicher an den Tisch heran. Aufregung hatte ihre Angst und Verwirrtheit vorerst vertrieben. Zögerlich richtete sie die Stabspitze auf den Kerzendocht. Was, wenn es nicht funktioniert?, überlegte sie, Wie soll ich einfach so ein Feuer entzünden? Die Zauberer können es, doch selbst ihre Lehrlinge scheitern ja oft an einfachen Zauber...
„Tut es!“, bellte der Magier plötzlich und sie schreckte hoch. So gut und schnell es ging formte sie in Gedanken das Bild der brennenden Kerze und rief: „Feuer!“
Für einen Augenblick spürte sie ein Kribbeln in den Fingern der Hand, die das Holz fest umklammert hielt. Eine dünne Flamme flackerte auf und tanze auf der Spitze des Dochts.
„Gut gemacht“, meinte der Magier, wobei Delana erleichtert und ungläubig in die Flamme starrte. War das wirklich sie gewesen? Sie hätte nie gedacht, dass tatsächlich ein wenig Magie in ihr verborgen lag.
„Damit soll es bereits für heute genügen“, sagte der Magier, worauf die Kerze und die Tische wieder verschwanden, „Eure Aufgabe soll es nun sein in der Bibliothek die Bücher zu lesen. Wissen bedeutet in der Magie wahrlich Macht und dieses Wissen müsst ihr euch nun aneignen. Nahezu jeder Tür steht euch in diesem Gemäuer offen. Nutzt dies und macht euch mit allem vertraut. Ich rate euch nur zunächst der Alchemie fern zu bleiben, da dies ohne Kenntnis der Substanzen leicht tödlich verlaufen kann. Ihr könnt nun gehen.“ Damit wandte er den Blick von ihr ab und verließ den Raum durch einen Gang, der sich hinter einem zur Seite geschwungenen Wandteppich aufgetan hatte. Delana sah ihm kurz wortlos nach, bis der Teppich wieder zurückgeschwungen war und begab sich dann, nachdem sie den Stab eingesteckt hatte, zurück in die Halle. Vielleicht war es wirklich nicht dumm in die Bibliothek zu gehen. Vielleicht fand sie dort auch etwas, dass ihr verraten konnte, wo sie war. Außerdem würde sie in ihrem Zimmer hier sicher nicht nachdenken können und die Flamme, die sie ohne Hilfe entzündet hatte, hatte auch in ihr das Verlangen nach mehr entfacht.
Es ist ja nicht so, als würde ich hier bleiben wollen, rechtfertigte Delana sich in Gedanken, während sie auf die erstbeste Tür zulief, die ihr ins Auge gefallen war, Ich kann nur im Moment nichts anderes tun. Und selbst wenn er versucht mich die schwarze Magie zu lehren... Es ist doch wichtig wofür man sie einsetzt. Es ist ja auch nichts Gutes ein Tier zu töten, doch wenn man damit einen Menschen rettet ist es doch eine gute Tat. Vielleicht gibt es ja auch keine weiße und schwarze Magie, sondern nur Menschen, die sie für böse Zauber einsetzen.
Wieder öffnete sich die Tür von allein, als sie ihr näher kam und Delana trat ein. Lange Reihen von Bücherregalen breiteten sich vor ihr aus und überall schwebten magische Lichtquellen herum, die den Raum zwar nicht ganz erhellten, in jedoch zumindest in ein angenehmes Licht tauchten. Ein dicker, brauner Teppich, mit Hunderten schwarzen Symbolen bestickt, bedeckte den gesamten Boden und verschluckte jedes Geräusch, als Delana zwei weitere Schritte in den Raum hinein ging. Nahezu lautlos schloss sich die Tür hinter ihr wieder.
Sie lief noch ein wenig weiter und sogleich schwebten drei der fliegenden Lichter heran und blieben neben und über ihrem Kopf in der Luft hängen. Ein Bedürfnis, jedes Buch das es hier gab zu lesen drängte in Delana hoch während sie die Regale entlang lief und vertrieb jeden anderen Gedanken. Wie von einem anderen gelenkt ging sie durch die Gänge, blieb schließlich vor einem Regal stehen und zog ein besonders dickes Buch heraus. „Grundlagen jedweder Magie“, murmelte sie leise, halb abwesend den Titel vor sich hin, während ihre Füße sie wie von allein in die Mitte des Raumes trugen. Ein rechteckiger Tisch mit sechs Stühlen, alles aus dunkelbraunem Holz und zwei Sessel stand dort. Delana lies sich langsam in einen von ihnen sinken und schlug das Buch auf.

_________________
Sklaventreiber des Forums


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Eine Geschichte
#3BeitragVerfasst: 8. Jun 2011, 02:08 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2011
Beiträge: 2134
Geschlecht: männlich
Highscores: 53
Alter (Hauptcharakter): 0
Kapitel 3

Von einem lauten Poltern aufgeschreckt sah Delana von ihrem Buch auf. Sie blickte nach links und rechts um herauszufinden, woher das Geräusch gekommen war, doch es war nur ihr Bücherstapel, der umgefallen war. Erleichtert wollte sie weiterlesen und war auch schon wieder bei der nächsten Zeile als ihr plötzlich ein Gedanke kam: Habe ich das alles gelesen? Ungläubig sah sie erneut zu den Büchern und es war wirklich so. Sie wusste von jedem der sechs, teils eine Hand breit dicken Wälzer was darin behandelt wurde und mit welchem Gebiet der Magie er sich auseinander setzte. Ihr wurde ganz schwindelig. Sie konnte sich nicht erinnern jemals zuvor auch nur ein einziges so dickes Buch gelesen zu haben. Wie lange es wohl dauert so viele Bücher zu lesen? überlegte sie, doch brachte ihr Körper ihr schnell die Antwort. Ein Hunger, wie sie ihn nur aus wirklich harten Wintern kannte überfiel sie und sie musste schmerzhaft Husten. Ihre Kehle war wie ausgedörrt. Sie musste schon etwas zu essen und zu trinken bekommen. Sie legte das halb gelesene Buch zur Seite und wollte aufstehen, doch ihre Beine versagten ihr im ersten Moment den Dienst und sie fiel in den Sessel zurück. „Ach komm schon...“, grummelte sie und ein zweiter Versuch brachte sie auf die leicht zittrigen Beine. Erst langsam und vorsichtig, doch dann mit immer sichereren Schritten lief sie aus der Bibliothek. Glücklicherweise, wenn auch sicher nicht zufällig, war in einem der Bücher, die sie, wie sie nun wieder wusste, regelrecht verschlungen hatte auch eine Zeichnung der Halle und der angrenzenden Zimmer gelegen. Welch außerordentlicher Zufall, dachte sie sich nun. Hier lief alles schon seit sie hier war wie nach einem Plan, den sie leider nicht kannte, ab.
Zumindest wusste sie dadurch wo sich der Speisesaal befinden sollte. Sie betrat die große Halle und helles Sonnenlicht strahlte ihr entgegen. Wie lange hatte sie es wohl nicht gesehen während sie gelesen hatte? Sie wusste es nicht. Grummelnd schob ihr Magen den Gedanken beiseite und Delana lief zur Tür des Speisesaals. Gerade wollte sie sie öffnen, da besann sie sich eines Besseren. Es war vielleicht doch besser ein wenig Vorsicht walten zu lassen. Wer wusste schon ob die Zeichnung wirklich stimmte? Sie wollte die Türe gerade langsam einen Spalt öffnen, da schwang diese wie von Geisterhand auf und gab ihr den Weg frei.
Sofort schlug ihr der Duft gebratenen Fleischs entgegen. Ein großer, mit Speisen beladener Holztisch stand dort. Ein Braten, wohl irgendeine Vogelart, Gemüse, Obst, Käse und gebratene Kartoffeln türmten sich darauf. Roter Wein stand, bereits eingeschenkt neben einem Krug Wasser, dem silbernen Besteck und dem Teller. Wie magisch angezogen von alledem betrat Delana den Raum.
„Guten Tag, Lehrling“, wurde sie sogleich begrüßt. Erst jetzt bemerkte sie den Magier, der an der anderen Seite des Tisches auf einem der Pechschwarzen Stühle saß. Sie hatte ihn, gebannt von all den Speisen gar nicht bemerkt. Ich darf ihn nicht verärgern, beschwor sie sich, wobei sie versuchte die Mischung aus einem Hauch Angst und Wut, über ihre erzwungene Ausbildungsstelle niederzukämpfen, bevor sie gefasst antwortete:
„Seid gegrüßt, Meister.“ Sie machte einen Knicks. Er nickte lächelnd und machte eine einladende Geste in Richtung des gedeckten Platzes am Tisch wo bereits ein zweiter Stuhl auf sie wartete.
„Setz dich und iss mit mir“, sagte er.
„Wie Ihr wünscht“, erwiderte Delana höflich und nahm Platz. Der Magier schenkte ihr ein weiteres Lächeln und begann, von seinem bereits gefüllten Teller zu essen. Einen Moment saß sie da und wusste nicht, ob sie wirklich essen wollte, doch dann lud sie sich bereits den Teller voll. Sie war viel zu hungrig um sich irgendwelche nutzlosen Sorgen zu machen. So verlief das Essen still, ohne, dass ein Wort gewechselt wurde. Es schmeckte unglaublich gut und Delana nahm sich Zeit, konnte es aber trotzdem nicht wirklich genießen. Nachdem sie sich satt gegessen hatte sah sie sich schweigend ein wenig im Raum um, damit sie den Magier nicht würde ansehen müssen. Der Boden und die Wände waren mit dunkelbraunem Holz verkleidet und die Decke bestand aus hellem Stein. Fünf magische Lichter, angeordnet wie ein Kronleuchter über dem Tisch schwebend, sorgten für die Beleuchtung. An den Wänden hingen Bilder verschiedener Landschaften. Idyllische Malereien von Wäldern und Seen, Wiesen und Bergen, doch auch beeindruckende Werke die Feuer, ein großes See, es musste das Meer sein von dem sie schon gehört hatte, Höhlen ganz aus Eis und einen Turm, der scheinbar in den Wolken stand, zeigten. Neben den Bildern hingen dort auch noch Fackeln, verzierte Silberteller und ein Heptagramm aus weißen, glänzenden Material. Eigentlich war das Zimmer ja gar nicht so ungemütlich, auch wenn es keine Fenster gab.
„Nun hast du dir also einen Teil der Grundlagen angeeignet“, brach der Magier die Stille und Delana wandte sich wieder ihm zu, „Doch es hat erst begonnen. Es werden noch viele Stunden, Tage, Wochen, ja sogar Monate des Studierens folgen, bevor die Bücher dich nicht mehr weiterbringen. Erst dann kann deine wahre Ausbildung beginnen. Bis du diesen Punkt erreicht hast werde ich dich nur alle drei Tage in der Magie unterweisen. Du kannst und sollst auch selbst üben, doch das ich nicht meine Sache. Vergiss nur eines nicht: Die Magie kann dich auch töten.“
„Ich verstehe Meister“, erwiderte Delana um seinem bohrenden Blick zu entgehen.
„Gut. Deine nächste Lektion sollst du sogleich erhalten“, meinte er und erhob sich.
„Komm“, sagte er und verließ zügigen Schritts und ohne sie noch ein Mal anzusehen den Raum. Zornig erhob sich Delana. Sie wollte das Alles nicht einfach hinnehmen. Sie durfte es nicht einfach hinnehmen.
Aber habe ich eine Wahl?, dachte sie und mit einem leisen Seufzer verdrängte Hilflosigkeit den Zorn und sie folgte ihm in den Raum mit den verhangenen Wänden. In der Zeichnung, so erinnerte sie sich, wurde er als Übungsraum bezeichnet. Der Magier wartete bereits neben dem Tisch auf sie und Delana trat heran. Drei hölzerne Schüsseln standen dort aufgereiht. Die erste war mit Wasser und die zweite mit Erde gefüllt. Die dritte war scheinbar leer.
Die anderen drei Elemente, überlegte sie sich, Feuer hatte ich beim letzten Mal. Die Elemente waren eine der Grundsäulen der Magie. Das wusste sie aus einem der Bücher.
„Sicher weißt du inzwischen was du heute lernen wirst“, begann der Magier und machte eine Geste zu den Schüsseln hin. Delana nickte. „Wie du vielleicht weißt vollenden die meisten Magier nur die Herrschaft über eines der Elemente. Feuermagie und Wassermagie sind in unseren Landen wohl die verbreitetsten. Doch jeder von ihnen kennt trotzdem zumindest die einfachsten Zwänge, die man auf die anderen Elemente, die er nicht perfekt beherrscht, ausüben kann. Wir wollen mit Wasser beginnen. Sieh’ her.“ Er hielt seine rechte Hand mit der Handfläche nach unten über die erste Schüssel. Kleine Wellen bildeten sich im Wasser, dann floss es auf die Mitte zu, stieg immer höher heraus und bildete, eine Hand breit über der ursprünglichen Wasseroberfläche eine Kugel, wobei stets eine Verbindung zum restlichen Wasser bestehen blieb. Die Magier ballte die Hand zur Faust und mit einem Mal erstarrte das Wasser zu Eis.
„Zeig mir was du kannst“, sagte der Magier und sah ihr in die Augen, wobei er die Hand wieder öffnete. Das wieder flüssige Wasser floss langsam in sein Behältnis zurück. „Du darfst Worte benutzen. Es ist mir egal wie du es schaffst. Aber versage nicht!“ Damit trat er einen Schritt zurück und Delana stellte sich vor die Schüssel.
Auch wenn sie inzwischen wusste, wie es funktionieren sollte fürchtete sie sich. Was, wenn es nicht funktioniert?, ging es ihr durch den Kopf, doch sie schob den Gedanken sogleich wieder zur Seite. Es war schon mit Feuer gegangen und wenn sie schon hier sein musste wollte sie auch dass es klappte. Wieder selbstbewusster hob sie die rechte Hand über das Wasser und richtet ihren Blick darauf. Laut dem Buch musste sie sich für einen solch minimalen Zwang nur gut konzentrieren, zumindest wenn sie wirklich der Magie mächtig war. Also konzentrierte sie sich, doch zunächst geschah nichts. Einen spontanen Impuls folgend sprach sie: „Sammle dich!“
Erst langsam Wellen bildend, dann immer schneller floss das Wasser zur Mitte und türmte sich dort auf.
„Hoch!“, rief Delana. Sogleich stieg das Wasser nach oben, immer höher aus der Schale heraus bis es fast ihre Hand berührte. Sie spürte ein leichtes Ziehen in den Fingern, schenkte dem jedoch keine Beachtung.
„Forme dich!“, befahl sie und ballte dabei unbewusst die linke Hand zur Faust. Sofort hörte das Wasser auf nach oben zu fließen und bildete langsam ein recht unförmiges, kugeliges Gebilde aus dem immer wieder Wassertropfen in die Schale hinab fielen. Hoffentlich genügt das, dachte Delana, ballte auch die rechte Hand zu Faust und sagte deutlich:
„Werde Eis!“ Ein Zittern lief über die Wasseroberfläche und es begann langsam von oben nach unten zu gefrieren. Als nach einigen Sekunden alles zu Eis geworden war lächelte sie erleichtert und wollte gerade den Zauber lösen, doch der Magier hielt sie auf.
„Belasse es so und sieh es dir an. Warum ist es keine Kugel geworden?“, fragte er und sah sie an.
„Vielleicht beherrsche ich es noch nicht gut genug? Mir fehlt es wohl an Übung“, antwortete Delana und besah sich ihr unförmiges Werk. Der Magier schüttelte den Kopf.
„Das dir die Übung fehlt ist richtig, doch für so etwas braucht man keine Übung. Dir fehlte es vielmehr an Konzentration und der richtigen Vorstellung. Ein Zauber ohne gute Vorstellung was er bewirken soll ist nutzlos oder gefährlich. Manchmal auch beides. Denk darüber nach“, meinte er und Delana neigte den Kopf.
„Ja, Meister.“ Er wirkte zufrieden und deutete auf die nächste Schale.
„Erde soll unser nächstes Element sein. Schwerer zu formen als Wasser, doch auch diese Aufgabe ist nicht schwer“, erklärte er und richtete seinen Blick auf die Schüssel. Die Erde begann sich zu bewegen und verformte sich zu einem kleinen Männchen. Kurz darauf zerfiel es wieder. Der Magier machte eine einladende Geste und Delana trat vor. Wie bereits beim Wasser streckte sie die rechte Hand aus und hielt sie über die Schüssel. Einen Moment überlegte sie, dann richtete sie den Blick starr auf das Häufchen Erde und sprach:
„Forme dich!“ Sofort begannen kleine Brocken herum zu rollen und sich in der Mitte auf zwei Stapeln aufzutürmen. Delana spürte deutlich ein Kribbeln und Ziehen in der rechten Hand während sich langsam die Figur bildete. Diese sah allerdings überhaupt nicht so aus wie sie es geplant hatte. Während bei der des Magiers deutlich ein Mensch erkennbar gewesen war glich die ihre mehr einem vertrockneten Schlammmonster. Delana lies die Hand sinken. Der Magie beäugte ihr Werk kritisch, murmelte „Konzentration“ und schritt zur nächsten Schale. Er nahm die Schüssel und drehte sie um.
„Was ist das schwierige am Element Luft?“, fragte er ohne den Blick von der Schüssel zu wenden.
„Sie zu kontrollieren“, antwortete Delana noch kurzem überlegen. Es erstaunte sie wie viel sie aus den Büchern noch wusste.
„Richtig“, sagte der Magier, woraufhin die Schüssel einige Hand breit über der Tisch nach oben schwebte, sich ein Mal um sich selbst drehte und wieder langsam herabsank. Wieder trat er zur Seite und Delana trat heran. Sie hatte sich noch nie groß Gedanken über die Luft gemacht. Bestenfalls noch über den Wind. Aus einem Buch mit dem einfachen Titel ‚Die vier Elemente‘ wusste sie, dass es eine Substanz wie Wasser war, obwohl man sie nicht greifen konnte. Das erschien Delana zwar unsinnig, aber sie hatte es hingenommen. Sie legte die Hände zu beiden Seiten der Schüssel auf den Tisch und konzentrierte sich darauf.
„Hoch!“, rief sie und die Schüssel begann sogleich sich vom Boden zu heben. Dieses Mal fühlte sie das Kribbeln deutlich und meinte eine unsichtbare Bindung zur Schüssel spüren zu können.
„Nein!“, rief der Magier plötzlich und schlug die Schüssel mit der flachen Hand auf den Tisch zurück. Delana wich erschrocken zurück.
„Es ist nicht die Schüssel, die du heben sollst“, erklärte er mit finsterem Blick, „Die Luft darunter ist es, mit der du sie heben sollst.“ Damit lies er sie Schale wieder los und bedeutete ihr es noch ein Mal zu versuchen. Delana trat wieder an den Risch. So ein Unsinn, dachte sie wütend, Ob ich nun das eine oder das andere aufhebe. Wo ist der Unterschied? Sie legte ihre Hände wieder hin und versuchte sich die Luft unter der Schüssel vorzustellen und wie sie, gleich einem Windstoß der eine Feder trägt, diese nach oben trieb.
„Hoch“, sagte sie erneut, doch nichts geschah, obwohl sie das Kribbeln spüren konnte. Sie wartete einen Moment, dann rief sie wieder lauter:
„Hoch!“, Die Schüssel wackelte, flog mit einem Ruck nach oben, kippte um und fiel klappernd auf den Tisch zurück. Ein wenig erschrocken sah Delana auf den Tisch und drehte sich dann zum Magier um und wich sogleich einen Schritt zurück, dass sie an den Tisch stieß. Zorn war im Gesicht des Mannes als deutlichstes Gefühl zu lesen. Die Schlangenaugen schienen sich durch jede Faser ihres Körpers zu bohren. Er hob eine Hand. Schützend hielt sich Delana die Arme vors Gesicht.
„Fang!“ rief er. Delana lies die Arme wieder sinken, gerade rechtzeitig um die Gegenstände zu fangen.
„Trag es heute Nacht. Morgen kannst du es ablegen. Wir sehen uns in drei Tagen.“ Damit verließ er den Raum wieder durch die, hinter den Teppichen versteckte Tür. Delana sah auf das, was sie gefangen hatte hinab. Es waren eine Kette und ein Armband. Das Band bestand aus hellem Leder mit schwarzen Symbolen darauf und an der silbernen Kette hing ein runder Anhänger. Auch er bestand aus hellem Leder, versehen mit ganz ähnlichen Symbolen wie das Band. Wozu soll das denn gut sein?, fragte sie sich und musste noch im selben Gedankengang plötzlich gähnen. Wie eine dicke Schneedecke senkte sich die Müdigkeit über ihren Geist und ihre Glieder. Wie spät es wohl inzwischen war? Sie fühlte sich kraftlos und schwach. Delana schleppte sich müde durch die Halle, die auch bereits rötlich-oranges Abendlicht durchflutet wurde, durch den Gang und in ihr Zimmer. Ihr fiel zwar im selben Moment, als sie den Raum betrat ein, dass laut dem Plan hinter der Tür direkt gegenüber ihres Zimmers ein Waschraum verborgen war, doch war sie einfach zu müde um diesen noch zu nutzen. Sie betrat ihr Zimmer, schloss die Tür und lies sich auf das Bett fallen. Auf der Decke lag ein Nachthemd, in welches sie schnell schlüpfte. Einen Moment spielte sie mit dem Gedanken sich dem Befehl des Magiers zu widersetzen, beschloss jedoch bald, dass es ihr nicht viel bringen würde. Wie in Trance streifte sie das Band und die Kette über, kuschelte sich in die Decke und schlief sogleich ein.
Ihre Träume waren gezeichnet von Feuer und Schmerz. Sie quälten Delana die ganze Nacht. Mal ging das Haus um sie herum in Flammen auf, mal war sie auf einem Scheiterhaufen angebunden und wurde von den Flammen verzehrt. Stets war sie von Feuer umgeben das drohte sie bei lebendigem Leibe zu verschlingen.
Keuchend wachte sie auf. Ihre zweite Höllennacht in diesem Bett. Sogleich durchzuckte sie Schmerz. Sie ließ erschöpft den Kopf hängen.
„Was zum...“, stieß sie hervor. Ihre Brust brannte wie Feuer und nun sah sie warum. Ein rundes Loch war in das Nachthemd gebrannt, genau dort, wo der Anhänger auf ihrer Haut lag. Ebenso brannte es an dem Arm, an dem sie das Band trug. Beides hatte die Farben geändert. Das Leder war nun schwarz und die Symbole von reinem weiß. Schnell streifte sie beides ab und warf es wütend auf den Nachttisch.
„Verfluchte Hexerei!“, schimpfte sie und betrachtete die verletzten Stellen. Die Symbole hatten sich regelrecht in ihre Haut eingebrannt.



Wird fortgesetzt...

_________________
Sklaventreiber des Forums


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 3 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker