Aktuelle Zeit: 25. Jun 2018, 19:18

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]



Du suchst nach Rollenspiel aller Art? Melde dich an, um alle Foren zu sehen!


  Navigation

  Umfragen

Die Grafiken der Foren

Mir gefallen dies.. Votes: 3  50% 
Mir gefallen dies.. Votes: 2  33% 
Mir gefällt dies.. Votes: 1  16% 
Mich interessiert.. Votes: 0  0% 
Abstimmungen insgesamt: 6

  Vote für uns!

Gallery Yuri Topliste
Sea of Serenity TOP 100
Animexx Topsites

  Würfel

Wurfeldings hier ist ein bild hier ist noch ein bild
                               

Aktueller Wurf:
Alle Würfe:

  Bot Tracker

Bing [Bot]
25. Jun 2018, 18:50
Google [Bot]
25. Jun 2018, 18:20
Yandex [Bot]
25. Jun 2018, 13:13
Ahrefs [Bot]
25. Jun 2018, 01:03
Google Adsense [Bot]
24. Jun 2018, 21:30


Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 364

AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Zasalamels Vergangenheit
#1BeitragVerfasst: 15. Apr 2009, 23:30 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 02.2009
Beiträge: 914
Geschlecht: männlich
Spezies (Hauptcharakter): Werwolf
Alter (Hauptcharakter): 1000
Beschäftigung: essen.. denk ich ma..
Hier könnt ihr nachlesen, wo die Zitate her stammen, also was genau bei Zasalamel abgelaufen is und wieso er vom Gesandten zum Menschen und dann zum apokalyptischen Reiter wurde. Die Geschichte war/is nPlay.. also nich über versch. Schreibstile wundern. Viel Spass^^

Reise des Gesandten


Er betrat das Dorf. Die Sonne brannte auf seine Kapuze nieder und gleichzeitig flimmerte die Luft im gesamten Dorf, so dass es den Anschein hatte, die Erde würde schmelzen, wie Wachs. Zasalamel hob seinen Blick zum Himmel und schickte ein kleines Gebet zum Vater aller Geschöpfe. Seine Reise war beschwerlich gewesen und seit einigen Wochen hatte er von dem Mana seines Herren gelebt, welches er ihm durch Vogel schickte und das zwar sehr nahrhaft war, aber trotzdem gelüstete es Zasalamel nach richtigem, menschlichem Essen. Seine gebräunte Haut war die Hitze gewohnt und seine goldfarbenen Augen durchstreiften die Gegend nach reinen Seelen, deren Gastfreundschaft er in Anspruch nehmen würde, natürlich nicht ohne ein Geschenk dafür dazulassen. Zasalamel war schon fast eine Ewigkeit im Dienste des Schöpfers unterwegs und hatte schon sehr viele Erfahrungen gesammelt und gute Taten vollbracht, die ihm Gott mit neuen Gaben und ewiger Jugend vergütet hatte. Äusserlich unterschied er sich kaum von einem normalen Reisenden, nur seine glänzend silberne Sense und das weisse Zeichen Gottes auf seinem nackten Rücken kennzeichneten ihn als Gesandten. Sein Kleidung, die auch eine Kapuze besass, war weiss, ohne Ärmel und reichte bis zu seinen Oberschenkeln, wo es eingeschnitten war, so dass daraus zwei Teile entstanden, die, wie Schürzen, vorne und hinten herunterhingen. An seiner Taille war mit einer goldenen, kleinen Kette das Oberteil zusammengezogen, so dass man seinen Oberkörper und somit seine Kraft schnell einschätzen konnte. Die Hosen waren in eine hellen grau gefärbt und gingen in sandbraune Stiefel über, die aus einem für Menschen undefinierbaren Material stammen. Zasalamel war stolz auf diese Stiefel, die er selbst aus geläuterten Dämonenflügeln geschneidert hatte, wobei er Engelshaar zum Zusammennähen verwendet und Engelsfedern als Futter benutzt hatte, was Gott selbst ihm erlaubt hatte.
Als er eine Familie gefunden hatte, deren Gastfreundschaft er in Anspruch nehmen würde, ging er ohne zu zögern darauf zu, klopfte laut an die Türe und als ihm ein spitzbübisches Gesicht entgegensah, beuge er sich hinunter und fragte mit seiner sanften, tiefen Stimme, ob er eine Unterkunft bekäme. Das Lausbubengesicht wurde durch die rundlichen Backen einer Bäuerin ersetzt, die Zasalamel kurz musterte, ihn aber dann herzlich hereinliess. Mit einem Freudengebet bedankte er sich bei dem Schöpfer und liess sich erschöpft und völlig befriedigt durch Speis und Trank in das gemütliche Federbett fallen. Leise Engelschöre wiegten ihn in den Schlaf.

Vom Rücken ihres Pferdes aus hatte Gin die Ankunft des Gesandten verfolgt. Spöttisch hatten sich ihre Mundwinkel verzogen. Er sah etwas erschöpft aus, so wie er sich bewegte und umschaute. Sie dachte sich schon, dass er eine Unterkunft suchen würde und schon kurz darauf klopfte er bei einem kleinen Häuschen. Er hatte eine gute Wahl getroffen, die Bäuerin die in diesem Haus wohnte war mehr als Gastfreundlich. Sie ließ eigentlich jeden Wanderer der nur im Geringsten nicht bedrohlich aussah hinein. Die Vorstellung, wie es wäre wenn sie selber vor der Tür gestanden hätte entlockte Gin ein kehliges Lachen. Kaum hörbar, aber deutlich spürbar für alle nicht Menschen. Sie war ein krasser Gegensatz zu dem Gesandten. Er in seinen weißen Kleidungsstücken, den hellen Stiefeln und dem Abzeichen Gottes auf seinem Umhang. Sie dagegen, fast ganz in schwarz gekleidet. Eine weiche Lederhose, passend zu ihr geschneidert ließ sie bequem auf ihrem Pferd Platz nehmen, verriet jedoch nicht zuviel von ihrem Körperbau. Ebenso verschwieg das weit fallende Hemd ihre weiblichen Rundungen und ihr Mantel fiel schwer über die Flanken des pechschwarzen Tieres. Ein Gürtel trug ihr kostbares Schwert, von welchem man nur leicht den Griff unter dem Umhang erahnen konnte. Die Flügel, welche sie nach Bedarf bilden konnte waren tief in ihr verborgen, nichts deutete darauf hin, dass sie kein normaler Mensch war. Keine kleinen sitzen Zähne verrieten sie, keine blasse wunderschöne glitzernde Diamanten Haut. Nein sie war leicht gebräunt, ihr schwarzes Haar umrahmte ihr Gesicht lockig und fiel unter der Kapuze in einen dick geflochtenen Zopf auf ihren Rücken. Die kleinen Messer versteckt in ihren Stulpenstiefeln, welche innen leicht gefüttert waren ließen sich nicht erahnen. Wusste man nicht, dass sie diese hatte, würde man auch nicht auf die Idee kommen. Dadurch dass ihre weibliche Figur verschwiegen wurde, wurde sie oft als Mann bezeichnet. Oft hörte man Gewisper. Seht euch den jungen hübschen Mann dort an. Aber auch konnten sie nie sagen, ob sie kräftig war oder ein Schwächling. Ihre Muskeln waren gut ausgebildet, doch ebenso verborgen. Es reichte doch wenn sie aufsehen mit ihrem aussehen bekam. Sie musste nicht auch noch zeigen dass sie weiblich war. Das würde nicht gut kommen. Sie kannte die Menschen. sie würden sich verbünden und noch war es nicht so weit. Noch war es nicht so weit ein Massensterben zu beginnen. doch allerdings. Gegen ein wenig Blut hätte Gin auch nichts einzuwenden . . .

Zasalamel genoss den Schlaf. Eigentlich war es ja nicht Schlaf, den er erlebte, sondern eine tiefe innere Ruhe und Verbundenheit mit dem Schöpfer und seinen Geschöpfen. Seine Sinne weiteten sich, sie begannen die Gegend zu erfühlen, ertasten, sich mit ihr zu verschmelzen und durch sie zu leben, denn Harmonie war ein Grundpfeiler von Zasalamels Macht. Er lebte in seinem Bett, er lebte in den Wänden seines Raumes und immer weiter erstreckte sich der Radius seiner Empfindung. Das Zimmer der Bäuerin und ihres Gemahls, das Zimmer der drei Kinder, die Küche, der Speiseraum, die Aussentür und dann, die Landschaft um das Häuschen herum. Wie ein tiefer Atemzug fühlte sich die Umgebung des Bauernhäuschens an und Zasalamel durchdrang das Gras, den Boden, spürte die Knospen neuer Pflanzen, wie in ihnen das Leben pulsierte und dann spürte er etwas dunkles, etwas, das nicht harmonisch war. Vorsichtig liess er seine spirituellen Fühler weitergleiten, auf das Unheimliche, es erforschend und gleichzeitig ein wenig ängstlich, denn Zasalamel war sich bewusst, dass Gesandte nicht nur Freunde anlockten. Ein Mann, schwarz gekleidet, auf einem Pferd, auch schwarz, mit schwarzer Seele und doch stimmte etwas nicht. Er forschte ein wenig tiefer, sah die Gestalt, kein Mann, eine Frau und Flügel, ein Schwert, verborgen alles unter einem Mantel und zeitlos, das konnte er am deutlichsten Spüren: zeitlos!

Mit einem Ruck setzte Zasalamel sich im Bett auf. Ohne zu zögern kleidete er sich an und packte seine Sense. Er schickte ein Gebet zum Schöpfer aller Dinge, worin er um Schutz für die Bauern, ihre Frauen und die Kinder bat. Während des Gebetes aktivierte Zasalamel die versteckten Symbole der Erzengel auf seiner Sense, die ihm Mut gaben und ihn hoffen liessen. Er würde kämpfen, weil es so üblich war und nicht, weil er es für angebracht hielt, doch zuerst, so ermahnte er sich selbst, musste er mehr erfahren. Was wollte diese Frau hier? Ging es um ihn? Mit wehendem Umhang verliess er leise sein Zimmer und zeichnete an jede Tür im Haus das Mal der Engel, auf dass diese die Familien beschützen und sie behüten würden, nicht nur für heute Nacht, sondern für die Ewigkeit. In der Küche füllte er ein wenig Wasser, welches er segnete, aus einem Trog in seinen Lederbeutel. Den geringen Rest des Wassers verteilte er auf dem Gesicht und den Armen. Es würde seinen Dienst tun, sollte die Dame auf Krieg aus sein. Als er das Haus gerade verlassen wollte, erspähte er auf dem Tisch ein kleines Stück Brot und freudig steckte er dieses ein, denn der Schöpfer würde ihm daraus das beste Mahl bereiten, sollte es Zasalamel danach gelüsten. Er öffnete die Tür, trat hinaus in die Nacht und zeichnete auf diese Tür, das Mal der Engel, worauf er dann in die Richtung ging, in welcher er die Zeitlose gespürt hatte. Die Augen unter der schneeweissen Kapuze verborgen konnte er sie trotzdem sehen und mit Gottes Hilfe schwoll seine Stimme zu einem Dröhnen an, dass nur für Unsterbliche zu hören war und er donnerte der Zeitlosen entgegen: "Was wollt ihr hier?! Wisset, dass dieses Dorf unter dem Schutz eines Gesandten steht und ihr bestraft werdet, solltet ihr euch an diesen Bauern vergreifen!"

Kurz hatte sie es verspürt. Er hatte ihre Fühler nach ihr ausgestreckt. Angewidert verzog sie das Gesicht, doch sollte es ihr egal sein. Früher oder später hätte er es sowieso herausgefunden. Sie versperrte sich also nicht sondern wartete. Ihr war klar, nicht lange und er würde herauskommen und mit ihr reden. Und auch kurz danach öffnete sich die Tür. Er hatte das ganze Haus mit Zeichen geschützt. Wieder lachte Gin. Er kannte sie wohl nicht. Doch das war auch besser so. Allerdings konnte es für ihn. Schädlicher werden. Was er anscheinend nicht gespürt hatte. Sie war nicht abgrundtief böse. Sie liebte die Menschen in diesem Dorf, so lange hatte sie hier schon gelebt. Nervös tänzelte der Hengst unter ihr. Er trug nur ein Halfter aus Stricken und auch nur dies, weil das Dorf sie sonst zu sehr anstarrte. Es war merkwürdig, wenn man ganz ohne Zaumzeug ritt, damit verbanden sie gleich Hexerei. Als der Gesandte zu sprechen begann, lächelte Gin wieder. Er war doch gerade erst angekommen, was wollte er schon wissen. Auch wenn sie durst hatte, noch war es nicht der Rechte Zeitpunkt. Erst recht nicht um Massentöten zu veranstalten. Etwas Leises regte sich in ihrer Seele. Ja sie besaß eine Seele. Leise schnalzte sie und das Pferd setzte sich in Bewegung. Pax wusste genau was seine Herrin wollte. Er hatte von ihr gelernt, so wie er es sich immer erträumt hatte. Ein paar menschliche Züge hatte sie in ihm hinterlassen. Er schnoberte leicht und seine Herrin lachte. Nicht unweit des Gesandten blieb sie stehen und hob leicht ihre Hand.
"Wir können und auch normal unterhalten, jedoch wenn es dir so lieber ist"
Weiter lächelnd dachte sie kurz nach. Nein sie wollte den Bauern nichts, sollte sie sagen, dass sie in diesem Dorf schon lange friedlich lebte?
~Wisst ihr, ihr seid neu hier nicht wahr. Aber das ihr noch nicht von mir gehört habt~
Lachend brach sie ab.
~Ich wohne schon lange hier. mich die ihr eine Zeitlose nennt. Bestraft werde ich oft genug. Ist das Leben nicht eine Strafe? Eine Strafe die uns dein Herr auferlegt hat? Aber ihr denkt wohl nicht ganz wie ich. Jedoch muss ich sagen, nein diesen Bauern wird nichts geschehen. Ich habe zugelassen, dass ihr mein Inneres erforscht aber anscheinend ward ihr nicht gründlich genug~
Wieder lachend sprang Gin von Pax ab. Dieser schnaubte abermals. Ein bezauberndes lächeln lag auf Gins Lippen. Sie klopfte ihrem Pferd den Hals und dieses begann zufrieden zu Grasen. Dann hob Gin ihre Kapuze ab, sodass ihr pechschwarzer Zopf zum Vorschein kam. Einige Locken umspielten trotzdem ihr feines Gesicht und sie Schlug den Umhang ein wenig zur Seite, sodass man doch erkennen konnte wenn man genau hinsah dass sie eine Frau war.
~ wie ihr schon richtig festgestellt habt, bin ich eine Frau. Eine Zeitlose wie schon eben gesagt. Doch . . . Was sage ich hier. Ich bin Gin~
Abwartend und abschätzend blickte sie den Gesandten lächelnd an. Nein, Angst hatte sie keine.

Zasalamel beobachtete gespannt, wie die Zeitlose auf ihn zuritt, unbeeindruckt, wild und trotzdem strahlte sie keine Aura absoluter Bosheit aus. Trotzdem stellte er sich breitbeinig hin, seine Sense in der rechten Hand, das Gesicht noch immer verborgen. Das Pferd stoppte in seine Nähe, langsam, ohne geführt zu werden, was Zasalamel ein wenig verwunderte, doch die Kräfte des Schöpfers und die seiner Geschöpfe waren ihm nicht alle bekannt. Die gestalt hob ihre Hand. Zum Gruss? Als Warnung? Das würde Zasalamel noch herausfinden, denn sie begann zu sprechen und ihre Stimme bestätigte Zasalamels spirituellen Eindruck, dass sie eine Frau war. "Wir können uns auch normal unterhalten, jedoch wenn es dir so lieber ist", sagte sie und Zasalamel wusste nicht, wieso sie dabei lächelte. Wahrscheinlich hielt sie ihn für keine ernstzunehmende Gefahr, denn er wollte nicht danach aussehen. Wenn man Gefahr ausstrahlte, dann war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man auch Besuch von Gefahr bekam oder von Leid, das wusste Zasalamel ganz genau. Die Frau merkte an, ihr komme es seltsam vor, dass er noch nicht von ihr gehört habe und Zasalamels Neugierde wurde geweckt, denn die Frau brach mitten im Satz ab. Also hatte sie dieses Dorf schon einmal besucht, dachte er sich und wunderte sich wieder über das Gelächter. Als würde der Höchste für ihn antworten, leuchtete seine Sense kurz auf, ein schwacher Schein, den Zasalamel nur wahrnahm, weil die Sense gleichzeitig wärmer wurde. Ein Plan, dachte er sich und schmunzelte. Durch dieses Ereignis hörte er nur die letzten paar Worte der Zeitlosen, nämlich, dass den Bauern nichts geschehen würde und dass Zasalamel nicht gründlich genug geforscht hatte, was sie zugelassen habe. Zasalamels Grinsen war unter seiner Kapuze nicht zu sehen. Wäre er gründlicher gewesen, dann wäre er wahrscheinlich nicht mehr aus seiner Trance erwacht, denn in diesem Zustand ist die Verbindung zwischen der Seele und ihrem Gefäss sehr instabil und konnte mit Leichtigkeit unterbrochen werden. Die Frau stieg von ihrem Pferd, gab diesem einen kleinen Klaps, worauf es anfing zu grasen und danach enthüllte die Frau nach und nach ihre Äusseres. Zasalamel war beeindruckt, denn Schönheit, egal in welcher Form, war ein Zeichen des Schöpfers und das Gesicht dieser Frau war atemberaubend schön. Ihr Körperbau zeigte immense innere Stärke und Geschicklichkeit und ausserdem, dass sie wirklich eine Frau war. Zasalamel war schon oft in Versuchung geraten und an sich, war es, dem Schöpfer zufolge, auch nicht falsch, doch Masslosigkeit und Gier waren Feinde, die man nur allzu schnell unterschätzte und verbündet waren sie das Verderben jedes Lebewesens. Die Frau schien Zasalamels Augen zu suchen, als sie ihm noch einmal bestätigte, dass sie eine Frau und eine Zeitlose war und dann verriet sie ihm ihren Namen: Gin.
Weder Respekt noch Furcht sah Zasalamel in ihren Augen, nur Ruhe, Neugier und ein klein wenig Spott, doch Zasalamel würde ihr zeigen, wer er war und wofür er stand. Ohne sein Wissen begann die Sense zu schimmern, golden, dann silbern und plötzlich strahlte sie unbarmherzig weiss und das Licht wanderte auf Zasalamels Körper über, auf seine Brust, umhüllte seine Beine, schien seine Füsse zu verschlingen und gleichzeitig seinen anderen Arm. Zasalamel war in Licht gehüllt, nein, er war Licht und sein Glück war so gross, dass ihm beinahe Freudentränen über die Wangen liefen, doch er musste Stärke zeigen, Macht, denn es war das einzige, was diese Frau zu verstehen vermochte. Einzig sein Gesicht war nicht in das gleissende Licht gehüllt und langsam, wie eine Schar kleiner Insekten, nahm es auch Zasalamels Gesicht ein und seine Augen glänzten in einem feurigen rot. "Zeitlose", hallte seine Stimme, die nicht mehr die seine war, sondern pure Macht darstellte, göttliche Macht, "bilde dir nicht ein, dass ein Gesandter ein Spielzeug sei, ein kleines Hindernis oder ein Schwächling! Du sagst du kommst in Frieden, doch dein Hunger ist gross und dein Verlangen noch grösser und du bist zwar stark, doch wie lange kannst du diesen Begierden standhalten?! Also sei gewarnt, Zasalamel lässt keine Unschuldigen Leiden, noch die Schuldigen, denn alleine Gott hat zu bestimmen, wer fällt und wer bleibt!" Das Licht schwoll an, erleuchtete das ganze Dorf und selbst für Zasalamel wurde das Licht unerträglich, doch plötzlich war es weg und langsam rieselten goldene Funken vom Himmel und mitten in der Nacht, spannte sich ein Regenbogen über dem Dorf. Zasalamel warf die Kapuze zurück und schaute der Zeitlosen mit seinen stechenden weissen Augen in die ihrigen. "Wie ihr vernommen habt, bin ich Zasalamel, Gesandter des Schöpfers und Hüter von Harmonie und Frieden. Es ehrt mich die Bekanntschaft von solcher Schönheit zu machen, auch wenn sie nur äusserlich ist und nur zum Schein aufrechterhalten.", sagte Zasalamel und verbeugte sich, wie es angemessen war.

Ein ewig bleibendes Lächeln zierte noch immer ihre Lippen. Er konnte ihr nicht verheimlichen, dass er sie schön fand. Sogar mehr als das. Doch dies sagte er ihr später auch noch. Als er plötzlich anfing zu glühen, in weißes Licht eintauchte, was das ganze Dorf übermannte kniff sie die Augen zusammen. Dieses Licht behagte ihr nicht, doch rührte es auch etwas in ihr an. Selig blinzelte sie in das Licht. Mehr und mehr Hass übermannte so, doch eine kleine helle Flamme flackerte ruhig in ihr, sodass sie ihren Hass unter Kontrolle halten konnte und ihn zurückdrängen konnte, da wo er herkam, tief aus ihr. Sie blickte den Gesandten weiterhin an. Ein Regenborgen spannte sich über das schlafende Dorf und voller Bewunderung hielt Gin kurz den Atem an, nur um ihn dann heftig auszustoßen. Sie beobachtete den Gesandten, wie er seine Kapuze abstrich. Er war neugierig geworden, als sie gesagt hatte, dass er sie nicht kennen würde, dass hatte sie deutlich gemerkt. Außerdem war er ebenfalls nicht hässlich. Nein man konnte schon sagen, dass er gut aussah. Gin schmunzelte. Da stand ihr einer Gegenüber, der sie vernichten wollte und sie machte sich über sein Aussehen Gedanken. Sie lauschte seinen Worten. Er würde es nicht zulassen, dass sie aus diesem Dorf jemand tötete. Und doch sagte er, dass Gott entscheiden würde, wer leben und wer sterben würde. Sie lachte wieder, fast lautlos. Pax hob verwundert den Kopf. Wieherte leise und schritt auf den Gesandten zu. „Zasalamel. Seid mir gegrüßt. Nun wie ich euch vernommen habe, werde ich mich hier nicht ernähren dürfen. Doch wusstet ihr, dass mir auch Tiere genügen?“ Lächelnd blickte sie den Mann an. „Ja Tiere. Das ist wahrscheinlich wie bei euch Menschen vegetarisch zu sein. Was für ein Vergleich. Außerdem kann ich mich auch von normaler Nahrung ernähren. Ab und zu Blut okay. Aber was erzähle ich euch hier, bald kennt ihr noch meine Schwächen, die die ich nicht mal weiß.“ Lachend schüttelt sie ihren Kopf und ihre weißen Zähne blitzten. „Aber wie ihr mir wohl eben nicht richtig zugehört habe, war ich nicht nur schon mal in diesem Dorf, sondern ich wohne hier schon seit längerem. Die Bauern respektieren und schätzen mich, auch wenn ich des Öfteren schräg angeguckt werde, vor allem von neuen und Reisenden. Doch kaum jemandem in diesem Dorf habe ich noch nicht geholfen. Das ist wohl eine andere Seite an mir, als ihr erwartet habt nicht wahr? Außerdem, wie soll ich das verstehen? Meine Schönheit soll nur Schein sein? Meint ihr ich verwandele mich in eine hässliche alte Frau?“ Lachend musste Gin aufhören zu reden. „Ich sehe wohl immer so aus. Und das ist nicht nur ein Schein, dass ist auch nicht dazu da um ahnungslose Menschen anzulocken. Ich wurde so geboren, der Herr hat mir diese Schönheit zugeteilt. Warum hat er nicht verhindert, dass ich zu dem wurde was ich jetzt bin, wenn er doch so toll ist? Ich halte nicht sonderlich viel von ihm. Ehrfurcht. Ab und zu. Da ist etwas in meinem Herzen wisst ihr. Aber ich rede schon wieder zu viel und ihr steht da und hört euch alles an, ohne dass ich von euch etwas erfahre! Passt auf, ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr erstaunt mit dem was ich sage. Oder wahrscheinlich glaubt ihr mir gar nicht. Wahrscheinlich denkt ihr ich will euch nur beruhigen. Schaut her. Das ist mein Freund. Mein Pferd. Pax. Wisst ihr was dieser Name bedeutet? Ich habe ihm nicht einfach so diesen Namen gegeben. Es bedeutet Friede. Warum sollte ich solche Namen verteilen, wenn ich so schrecklich bin wie ihr glaubt? Ich glaube ihr solltet nicht von Vorurteilen gelenkt werden. Wisst ihr, dass mag auch der Herr nicht so gerne, auch wenn er gewiss ein Rassist ist und etwas gegen das böse hat. Aber ob ihr´s glaubt oder nicht. Ob Böse oder Gut, das liegt alles nur in den Augen des Betrachters. Wenn du nun wen anderes von meiner Rasse vor dir hättest, er würde sofort sagen, dass du der Böse bist. Er selbst ist der Gute. Doch ich, ich halte mich da zurück. Denn wie gesagt, woher wissen was gut und böse ist? Doch nun. Was treibt euch hier in unser kleines Dorf? Seid ihr geschickt worden? Ihr habt nicht gewusst dass ich hier bin und kennen tut ihr mich auch nicht, also kann es nicht wegen mir sein!“ Seufzend strich Gin sich eine Strähne hinter ihr Ohr, befühlte ihren Zopf und begann ihn zu öffnen. Lachend schüttelte sie wieder ihr Haar und blickte den Gesandten dann ernsthaft an. Das Haar spielte leicht im Wind, Pax drehte seinen Kopf zu ihr, brummelte liebevoll und schnoberte dann an dem Gesandten umher. Schüttelte den Kopf und begann wieder friedlich zu grasen. „Wisst ihr was? Ah ich will euch nicht wieder belästigen“ Grinsend schwieg Gin. Ja er sollte sehen wozu sie imstande war. Konnten in seinem Sinne Böse auch so etwas vollbringen. So etwas was sie mit Pax gemacht hatte. Er konnte mit ihm reden wenn er wollen würde. Sogar ohne dass sie es verstehen würde. Außerdem konnte er fliegen. Er hatte wunderbare Flügel. Ihren sehr ähnlich, doch ihr war nun nicht danach dies auch noch zur Schau zu stellen. Er wusste sowieso, dass sie Flügen in sich trug, er hatte es erforscht.

_________________
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
- Douglas Adams

http://schnappzcountdown.jimdo.com/


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zasalamels Vergangenheit
#2BeitragVerfasst: 15. Apr 2009, 23:33 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 02.2009
Beiträge: 914
Geschlecht: männlich
Spezies (Hauptcharakter): Werwolf
Alter (Hauptcharakter): 1000
Beschäftigung: essen.. denk ich ma..
Zasalamel war sich nicht sicher, was die Demonstration seines Herren zu bedeuten hatte, doch als die Frau begann zu sprechen und er ihren Worte lauschte, ging ihm langsam ein Licht auf. Er lachte schallend auf und die Zeitlose sah ihn völlig verwirrt an. "Ihr wollt euch von Tieren ernähren? Selbst Tiere sind Geschöpfe und somit sorgt sich der Schöpfer auch um sie, selbst wenn sie für manche Menschen als dumm und vernunftlos angesehen werden", sprach Zasalamel und dann fügte er noch hinzu, dass die Hilfsbereitschaft der Zeitlosen ihm sehr gefalle und er sie gern in Anspruch nehmen wolle, wenn es ihr nichts ausmachte. Dabei schwächte sich der Rest des Lichts, welches in seinen Augen verblieben war, ab und sie wurden wieder golden. "Was euer Aussehen betrifft, so meine ich damit eure Flügel, die eigentlich ein Teil eurer selbst sind und die ihr doch versteckt, vielleicht aus Vorsicht oder auch aus Zurückhaltung, das will ich nicht beurteilen." Zasalamel betrachtete die Frau erneut, begann bei ihrem lieblichen Gesicht, ihren wundervollen Augen und wanderte dann über ihren femininen Oberkörper, ihren athletischen Körperbau und blieb dabei zwischen ihren Füssen hängen, wo eine kleine Raupe ihren Kokon gebildet hatte. Langsam näherte sich Zasalamel dem Kokon, die Zeitlose völlig vergessen, und wahrscheinlich war es ein seltsamer Anblick, denn Zasalamel kniete sich hin und legte die Hände schützend um den Kokon, dann erfüllte er diesen mit Licht und hob ihn hoch. "Ihr denkt Gott ist unbarmherzig gegenüber dem Bösen? Ihr irrt, denn selbst das Böse ist Teil der Schöpfung, doch der Schöpfer möchte das Leben wahren, es beschützen und es sich entfalten lassen, wie dieser Schmetterling hier", erklärte Zasalamel mit verträumten Blick auf den Kokon, der sich langsam öffnete und aus dem mit wunderbar schwarz-purpurnen Flügel ein Schmetterling entstieg, wunderschön anzusehen und voller Leben. "Eure Ansichten über das Böse und euer Hunger sind zwiespältig, wie eure Zähne und eure guten Taten. Doch ich werde nicht urteilen, denn ich bin kein Richter und ich werde euch auch nichts tun, denn ich bin auch kein Vollstrecker. ", sagte er ihr und liess dabei den Schmetterling, dessen Flügel nun genug trocken waren um eingesetzt zu werden, fliegen, worauf er sich zu Zasalamels Überraschung auf die Flanke des Pferdes setzte, dort kurz verharrte und dann weiterflog, direkt in die aufgehende Sonne. Zasalamel dachte kurz nach, schüttelte dann den Kopf und fragte die Zeitlose dann, ob sie schon einmal etwas vom schwarzen Hof gehört hatte.

Ein kleines lächeln huschte nur über ihr Gesicht, der Rest blieb nun starr, fast wie eine Maske. Erstaunlich ruhig fing sie an zu sprechen. Wohlklingens schallte ihre Stimme leise Zasalamel entgegen. „Natürlich sind Tiere auch erschaffen vom Schöpfer. Und meiner Meinung nach sind sie sogar die besseren „Menschen“. Sie führen keinen sinnlosen Krieg, sie fressen sich nicht irgendwie sinnlos auf. Einige sind auch garantiert intelligenter als so manch Mensch. Aber Menschen essen generell Fleisch, bei mir ist es dann nichts anderes, es ist ja nicht so, als ob das Tier Qualen erleiden würde. Außerdem kann ich mich sonst auch normal ernähren. Ich meine, natürlich schmeckt eure Nahrung nicht gerade gut, es ist denke ich vergleichbar wie wenn ihr Hunger habt und es nur etwas gibt was ihr nicht mögt, aber es bringt einen nicht um. Andererseits, ihr seid ein Gesandter, ihr bekommt bestimmt immer das was ihr wollt, ihr könnt euch aus den einfachsten Sachen wahre Festmahle bereiten.“ Stumm schaute sie zu, wie er einen Kokon zwischen ihren Füßen aufhob, sah wie der Schmetterling schlüpfte und davon flog. Fasziniert schaute sie zu, wie der Schmetterling kurz auf Pax´s Flanke verharrte, ehe er in die aufgehende Sonne flog. Sie beobachtete noch kurz die Sonne ehe sie Zasalamel sprechen hörte. Der schwarze Hof. „Nein. Sollte ich davon gehört haben!? Ich treibe mich nicht gerne unter anderen schwarzen herum. Wenn es so etwas ist. Ich bin eher alleine. Gehasst von allen, die wissen was ich bin. Gejagt von allen, die wissen was ich bin. Hier bin ich sicher, aber wie lange noch? Lange schon habe ich hier in Frieden gelebt. Aber nach einiger Zeit muss ich sowieso immer weiterziehen. Es wird auffällig, wenn alle altern. Nur mein Aussehen bleibt. Noch bin ich insgesamt jung. Aber als „Mensch“ altere ich sowieso nicht so schnell. Doch was rede ich schon wieder. Pax?“ Das Pferd hob seinen Kopf und schritt zu ihr. „Ihr beide habt euch ja eben anscheinend kennen gelernt. Oder Pax dich zumindest. Du hast im nicht Hallo gesagt. Keine freundliche Art zu einem so tollem Tier.“ Seufzend schüttelte sie den Kopf. „Was treibt euch hierher, wenn ich es nicht bin?“

Wieder begann Gin von den Tieren zu sprechen. Ihre Anschauungen über die Schöpfungen waren sehr beeindruckend und Zasalamel war überrascht, dass eine Zeitlose sich solche Gedanken machte. Ein wenig enttäuscht erfuhr er, dass auch sie, die so lange hier gelebt hatte, keine Ahnung vom schwarzen Hof hatte, der hier irgendwo sein musste, denn seinetwegen war Zasalamel entsandt worden. Er selbst wusste kaum etwas über diesen Ort. Der Botenengel hatte ihm nur erzählt, dass sich der Hof in der Nähe dieses Bauerndorfes befände und ein trostloser Ort war, wenn man ihn von aussen betrachtete. Sollte aber jemand die magische Barriere durchbrechen oder überwinden können, so würde dieser sich in einem pulsierenden Zentrum dämonischer Kulte befinden, die der Schöpfer gern unterbinden oder bekehren würde, denn sie vergötterten Tod und Verderben und hielten nichts vom Leben anderer. Zasalamel hatte diese Nachricht sehr beunruhigt und gleichzeitig zutiefst erstaunt, denn eigentlich wurden Gesandte nicht eingesetzt um Menschen zu bekehren oder Dämonen zu vernichten. Ersteres taten die Propheten und für letzteres waren die Vollstrecker und die Richter verantwortlich. Leider konnte er den Botenengel nicht fragen, da er wusste, dass dieser nur Nachrichten überbrachte und nichts mehr. Zasalamel hatte sich dann gleich auf den Weg gemacht, geleitet von himmlischen Signalen und göttlicher Eingebung und nun stand er hier vor einer anderen Zeitlosen, die wissen wollte, wofür er in dieses Dorf gekommen ist. Sie war zu bedauern, rastlos wie sie war. Keine Ruhe, keine Heimat, nur wegrennen und verstecken, keine Liebe spüren, nur Furcht und Abneigung. Sanft legte Zasalamel seine Hand auf Gins Schulter. "Euer Pferd ist wahrlich erstaunlich und so wie ihr es auch seid.", sagte er zu ihr und dabei nickte er dem Pferd zu. "Der schwarze Hof ist ein Ort der Verderbnis, ein Ort der Skrupellosigkeit und des Todes, wo dämonische Kulte sich wie ein Geschwür ausbreiten und die Menschen befallen. Deswegen bin ich hierher gesandt worden, vom Schöpfer selbst, um diese Brutstätte zu bekehren oder zu entfernen, soweit es mir möglich ist.", erläuterte er und schaute ihr dabei eindringlich in die Augen, um ihr klar zu machen, dass dieser Auftrag von grösster Wichtigkeit war. "Ich würde euch gern um etwas bitten, natürlich nicht ohne Gegenleistung, denn das wäre zu anmassend euch gegenüber. Hier ist mein Angebot: Helft mir diesen Ort zu finden, ihn zu bekehren oder notfalls zu vernichten und ich werde euch die Möglichkeit geben, euch hier, in diesem Dorf, zuhause zu fühlen.", sprach Zasalamel. er wusste nicht, inwiefern er sein Versprechen halten konnte, doch die Macht des Schöpfers war unendlich und wahrscheinlich war dieser Auftrag seine Prüfung, um zu einem Richter oder Vollstrecker aufzusteigen. Er drehte sich von der Zeitlosen weg, ging langsam auf das Dorf zu und rief ihr noch zu: "Wenn ihr einverstanden seid, dann trefft mich morgen zur Mittagsstunde vor dem Bauernhaus, in dem ich Gast bin. Ich möchte noch ein wenig ruhen, bevor ich mich meiner Aufgabe widme, ausserdem könnt ihr so mein Angebot überdenken." Die Sonne im Rücken betrat Zasalamel das Haus und bereitete sich darauf vor, für einige wenige Stunden, ernsthaft zu schlafen.

Ein leises rascheln ließ Gin nach unten blicken. Die schwarze Katze, die sie zu beobachten schien, war wieder einmal aufgetaucht, doch achtete sie nicht lange auf sie, ihre Augen huschten zu dem Gesandten, glitten über seinen Körper. Sie lauschte seinen Worten. Schaute ihm zu und konnte sehen, wie ihm viele Gedanken durch den Kopf gingen, doch hatte sie nicht vor die seinen zu lesen. Es kam ihr falsch vor. Sie lächelte wieder leicht. Spürte seine Hand auf ihrer Schulter. Ein tolles Pferd. Natürlich war Pax dies. Ein wundersames dazu. Pax dagegen hob seinen Kopf, blickte sie beide mit seinen intelligenten Augen an. ~Ihr zwei. Ihr passt zusammen~ Lachend gab Gin ihm einen klaps. Sicher hatte Zasalamel diesen Gedanken auch gehört, er war für beide bestimmt gewesen. „Spinner“ meinte sie und grinste dennoch weiter. „Ich soll dir helfen den schwarzen hof zu finden“ murmelte sie vor sich hin, während Zasalamel sie noch einmal musterte und ihr sagte, wann sie zu ihm kommen sollte. Genug Zeit um sich dies zu überlegen. Sie nickte „Ja ich werde morgen zu dir kommen und dir meine Entscheidung mitteilen“ Sie lächelte weiter, drehte sich zu ihrem Pferd um und sah sich zwei Augen gegenüber, welche sie anstarrten. Sie blickte nachdenklich auf die Katze, murmelte etwas worauf die Katze von ihrem Sitzplatz auf dem Baum hinunter sprang und weglief. Stirnrunzelnd schaute Gin ihr nach. ~Komisches Vieh~ Sie blickte zu Pax, welcher ebenfalls der Katze aufmerksam hinterher sah ~Das ist keine normale Katze Gin. Folgen wir ihr?~ Der Gedanke war Gin ebenfalls gekommen, doch vielleicht wollte die Katze auch, dass sie ihr folgten. Gin hatte so eine Ahnung. Der schwarze Hof, voller Dämonen. Doch sie wusste wo er war und sie würde Zasalamel helfen dorthin zu kehren. Sie würde gewiss hinein kommen, auch wenn sie keine reine „schwarze“ war. Es gab Dinge, da gehörte sie einfach hin. Und dieser Ort würde so einer sein. Und die Katze. Endlich gaben die ganzen Puzzelteile in ihrem Kopf einen Sinn. Sie schwieg, blickte Pax an und saß auf. Sie schnalzte leicht und Pax setzte sich im ruhigen Galopp in Bewegung. Er hielt auf den Wald zu. Sie wollte gestärkt sein, wenn sie morgen zu dem dunklen Ort gehen sollte. Denn nun war sie sich sicher, wo er sein musste. Sie hatte nicht gewusst wovon er sprach, bis er das Aussehen dieses Ortes beschrieb. Er hatte es als schrecklichen Ort beschrieben, für Wesen wie sie waren es Schlösser. Ausgeschmückt bis in den letzten Winkel. Dunkel, aber schön für ihres gleiche. Sie kannte dort welche. Einige hatten versucht sie zu sich zu holen. Sie war talentiert, die Wesen dort wollten sie ausnutzen. Haben ihr gesagt, sie könne ganz dunkel werden. Doch das wollte sie nicht. Da war dieser Funken in ihr, der Funken Helligkeit den sie nicht verlieren wollte. Sie war von ihnen verachtet worden. Doch nun hatte sie einen Plan. Würde so tun als ob sie zu ihnen stoßen wolle. Wie sie den Gesandten mitschmuggeln wollte war sie sich noch nicht ganz sicher. Die Möglichkeit die ihr vor Augen schwebte war gefährlich. Und sie wusste nicht ob er mitziehen würde. Er müsste seinen Gott verleugnen. Würde dieser es verstehen. Würde er es akzeptieren um diese Seuche loszuwerden. Oder durfte Zasalamel dies nicht. Er würde ihr Freund sein müssen. Er würde sich vorerst anders kleiden müssen. Zumindest etwas drüber ziehen. Und sie müsste ihn beißen. Nur so, dass er eine andere Ausstrahlung hätte. Sie müsste es so machen, dass dies nur so lange halten würde, bis sie in dem Hof waren. Dann müsste die Wirkung verfliegen. Sie konnte dies, das wusste sie, jedoch war es schwer. Sie durfte nicht zu lange beißen. Und es gab immer noch die Frage was er von diesem Plan halten würde. Doch das würde sie morgen erfahren. Solange musste sie sich gedulden. Pax grummelte leise, riss sie aus ihren Gedanken. Nicht weit entfernt stand ein Reh. Es war so friedlich, so leicht zerstörbar. Etwas in Gins Herz war nicht mit dem Tod dieses Tieres einverstanden. Sie runzelte die Stirn. Musste es tun. Schwang sich leise von Pax und machte eine einzige fließende Bewegung, hatte das Reh ehe es realisierte was geschah war es schon Tod. Sie saugte, eilig. Es passte plötzlich nicht mehr zu ihr. Was hatte dieser Kerl mit ihr gemacht? Oder war sie sich einfach bewusst geworden, dass dieses Wesen was sie nun war nicht ihre Entscheidung gewesen war. War sie sich bewusst, dass sie immer schon dagegen angekämpft hatte? Verzweifelt ließ sie das Reh los, strich über das glatte, langsam auskühlende Fell. Murmelte leise Worte. Es war leblos, blutleer und sie redete mit ihm. Erschrocken sprang sie auf als sie ein Schnauben hörte, Paxs Nüstern berührten sie. ~Herrin. Was ist passiert? Es liegt etwas in der Luft! Was ist los?~ Gin zitterte. Was war passiert? Sie spürte Tränen auf ihrer Haut. Tränen. Wie konnte das sein? Was geschah mit ihr? So einen Anfall hatte sie lange nicht mehr gehabt. Sie dachte sie wären vorbei. Doch so war es nicht. Niemals ging irgendetwas vorbei. Weinend fiel sie in die Knie, saß zitternd auf dem feuchten Waldboden, während über ihr die Sonne endgültig ganz aufging. Pax stand bei ihr, tröstete sie, brummelte liebkosende Worte, versuchte sie zu beruhigen. Angst stieg in Gin auf. Schreckliche Angst, verwandelte sich in Panik. Männer. Er hatte sie angefasst. Wie konnte er nur, er ein Gesandter, sie eine Zeitlose anfassen. Der Plan. Er musste zustimmen. Sie konnte nicht mehr. Musste reden. Pax wusste alles. Aber so sehr sie ihn liebte, es war noch zu verwirrend für ihn, er konnte die Gefühle der Menschen zu dem Thema liebe nicht verstehen. Noch nicht. Soweit war er noch nicht. Ihr Vater. Immer und immer wieder hatte er sie missbraucht. Wie konnte er nur. Sie, seien Tochter. Zitternd sank Gin noch mehr in sich ein. Schluchzte. Wusste nur, dass sie gegen Mittag zu Zasalamel musste. Ihm ihren Plan erzählen musste. Doch er war ein Mann. Und ein Gesandter Gottes. Er würde nichts tun. Andererseits war er ein Mann. Ein verdammter Mann. Ihr Plan geriet ins Wanken. Sie war stark. Doch konnte sie ihre eigene Angst überwinden. Oft schon hatte sie es geschafft, doch niemals diese, diese Panik in ihr. Unterdrücken konnte sie sie. Doch jetzt nicht mehr. Das leblose Reh neben ihr. Es war eben noch voller Leben gewesen. Sie hatte es zerstört. Pax grummelte beunruhigt. Er hatte seine Herrin noch nie so apathisch erlebt. Schon oft war sie zusammengebrochen. Hatte geweint, gezittert, doch er spürte diesmal war es schlimmer. Er sorgte sich um sie, hatte Angst um sie ~Herrin. Kommt weg hier. Hier ist es nicht gut für sie~ Ein rauschen erhob sich zwischen den Bäumen. Schwarze Vögel flogen niedrig durch den Wald. Der Hengst beäugte sie misstrauisch. ~Katze~ Zischte er, soweit man seinen Laut ein zischen nennen konnte. Gin bemerkte ihn nicht und ebenso schnell wie die dunklen „Tiere“ gekommen waren, waren sie wieder verschwunden. Gins Plan stand fest, sie würde den Ort betreten, mit oder ohne Zasalamel. Tränen rannen ihr über das Gesicht, sie weinte während sie schlief. Ein verzweifeltet traumloser Schlaf, der über sie gekommen war. Und Pax stand besorgt über ihr und hoffte für seine Herrin, dass alles gut werden würde. Wachte über sie, damit ihr nichts passieren würde. Still ganz still stand er da, schaute abwechselnd sie und das Reh an. Verzweifelte an den komplizierten Gedankengängen, welche Gin durch den Kopf gingen. Verfluchte sich dafür, dass er so langsam lernte. Wusste nicht, dass er schon zu intelligent war. Mehr Mensch vom Denken her als Tier. Wusste nicht, dass es ihm vielleicht schaden könnte. Wusste nur, dass er nichts tun konnte. Das er zu schlecht war um sie vielleicht retten zu können. Er würde sie begleiten. Wenn sie zu dem schwarzen Hof gehen würden. Würde mit ihr sterben, sollte es so kommen. Würde sich in den Tod stürzen, sollte sie von ihm gehen. Ein nervöses Zittern überlief sein Fell und er peitschte unruhig mit seinem Schweif.

Zasalamel legte sich erschöpft in sein Bett, die Sense neben ihn hin und darauf seinen Umhang. Er musste schlafen, denn sonst würde er seine anderen Aufgaben vernachlässigen und darüber wäre weder er selbst noch der Schöpfer erfreut, doch die Worte des Pferdes hatten sich in sein Gedächtnis gebrannt und hallten nun durch seinen Kopf, immer und immer wieder. "Ihr zwei, ihr passt zusammen", hatte das Pferd gesagt und Zasalamel hatte sich mit Absicht nichts anmerken lassen, denn wenn er es getan hätte, würde er nun nicht hier liegen, sondern sich weiter unterhalten oder noch mehr und das würde seine Arbeit unvollendet lassen. Mit bleischweren Händen zog er die Zeichen für Tod und Himmel nach und liess diese Lettern, mit ein wenig Hilfe von göttlicher Magie, in der Luft über ihm schweben. Ein heller Strahl zerriss die Wirklichkeit über Zasalamel und ein Wächterengel trat zu ihm. Zasalamel lächelte dem Engel zu und sprach ein Gebet, genauer gesagt das Gebet für Schutz und Rast. Schutz für sich selbst und Rast für all die Seelen, die in diesem Dorf ohne Führung waren, da der schwarze Hof jegliches Licht unterband. Mit dem Wächterengel an seiner Seite und dem Bild der Zeitlosen im Kopf betrat Zasalamel die Welt der Toten, den Übergang.

Der Übergang war ein bemerkenswerter Ort. Alle Sinneswahrnehmungen waren hier viel intensiver und eindrücklicher, ausserdem herrschte im Übergang ewiger Tag, durch das Licht der Gottespforte, dem Eingang zum Himmel. Viele sterbliche stellten sich die Pforte zum Himmel als riesiges Tor dar, golden und prächtig, doch es war überall anders, je nach dem, wo man sich befand. Zasalamel hatte schon einfache Türen gesehen, die eine Gottespforte darstellten oder riesige Burgtore, rostbraun und ein wenig verbeult; selbst ein Gartentürchen konnte die Pforte zum Himmel sein, denn der Schöpfer wählte meistens eine Erscheinung, die den meisten Seelen in der Umgebung angenehm war.
Zasalamel, nun selbst eine rein spirituelle Erscheinung, gekleidet wie der berühmte Sensenmann, doch voller Wärme und Mitgefühl, sah sich interessiert um und war entsetzt, was der schwarze Hof aus dem Übergang gemacht hatte. Die Gottespforte war durch einen Exkrementehaufen überdeckt und alle verstorbenen Seelen irrten ziellos umher, gestrandet im Übergang und geplagt durch eine zwecklose Existenz. Zasalamel verstärkte seine göttliche Aura, so dass einige Seelen ihn bemerkten, doch der grösste Teil sass stumpfsinnig herum und einige wanderten, ohne Hoffnung auf Erlösung, durch die Ebenen des Übergangs. Zasalamel kniete sich hin und begann zu beten. Er brauchte Beistand, denn hier würde es mehr als das Licht eines Gesandten brauchen, um diesen Seelen den Weg zur Gottespforte zu weisen, er brauchte die Hilfe der Erzengel oder des Schöpfers selbst. Als er das Gebet beendet hatte, erhob er sich wieder und begann, die Ausscheidungen vor der Gottespforte zu entfernen. Der Gestank liess ihn zurücktaumeln und je länger er seine Arbeit verrichtete, desto mehr bekam er das Gefühl der Unreinheit, sie frass sich sozusagen durch sein Äusseres in seine Seele und er befürchtete sein Licht zu verlieren. Hastig entfernte er sich von der Gottespforte und atmete tief durch. Da alle Sinneswahrnehmungen im Übergang intensiver waren, wurde der Gestank der Exkremente in die ganze Gegend verteilt und Zasalamel bemerkte, dass einige Seelen damit bedeckt waren, was ihn ein wenig verunsicherte. Mit einem leisen Zischen, welches in der Unendlichkeit des Übergangs sehr weit hallte, liess er seine Sense erscheinen und schwang sie, Kreise drehend, über seinem Kopf. Die Drehung verursachte eine kühle Brise, angenehm und erfrischend, welche alle Seelen aufatmen liess, auch wenn sie immer noch nicht in der Lage waren, Zasalamel zu sehen. Dieser drehte seine Sense immer schneller und dann schleuderte er sie mit seiner ganzen Kraft gegen den Scheisshaufen. Die Sense schlug ein, durchtrennte und kehrte dann, völlig verdreckt, zu ihrem Besitzer zurück. Der Haufen jedoch begann zu glühen und zu leuchten, bis er in einem infernalischen Klang implodierte und dabei einen bestialischen Gestank ausströmte, wie der Todeshauch eines Sterbenden, dessen Innereien langsam verfault waren und deren Gase er in seinem letzten Hauch loswurde.
Dies bedeutete doch nichts mehr, denn die Pforte war geöffnet und ihr Licht, tausendmal stärker als das von Zasalamel, brannte sich durch die grauen Nebel des Übergangs, doch nicht sehr weit kam das Licht, denn die Nebel begannen es zu verschlucken und aufzusaugen. Mit Bestürzung konnte Zasalamel mitverfolgen, wie das unfassbar schöne Licht der Gottespforte zu einem kleinen Schimmer zusammenschrumpfte, gerade mal so gross, dass man die Pforte selbst sehen konnte, doch viel zu klein, als dass die verwirrten Seelen sie sehen könnten. Wutentbrannt eilte Zasalamel zur Pforte und riss diese ganz auf. "Mehr Licht!", dachte er sich und hätte beinahe die Gottespforte auseinander gerissen, als er einen Fanfarenstoss vernahm. Eine Schar Engel verliess die Pforte, gefolgt von den Erzengeln, die Zasalamel zunickten während sie an ihm vorbeigingen. Dieser ging sofort in die Knie, erfreut und gleichzeitig erschrocken, voller Zuversicht und doch ein wenig zweifelnd. Als alle Engel die Augen schlossen, wurde ihm schlagartig bewusst, was nun kam: Der Schöpfer! Hastig schloss auch er seine Augen und das Licht des Schöpfers färbte seine Augenlider schneeweiss, so dass es ihn durch sie hindurch blendete, obwohl er sie fest zusammendrückte. "Zasalamel, Gesandter und Hüter der Harmonie.", sprach ihn ein Erzengel an und doch war es der Schöpfer der sprach, durch sein Geschöpf, denn sonst würde niemand die Sprache des Schöpfers verstehen. "Zasalamel, hört her! Der schwarze Hof wird eine Prüfung sein, schlimmer als alle, die ihr bisher hattet bestreiten müssen und ihr müsst sie bestehen, sonst seid ihr selbst dieses Dorf und verloren." Der angesprochene hielt den Atem an, war gebannt und gleichzeitig horchte er angestrengt, wollte mehr hören, wollte den Schöpfer sehen, doch dies war unmöglich und das wusste Zasalamel. "Für euer Leiden und euren Glauben möchte ich euch eine Macht schenken, die ihr benötigen werdet, ihr beide.", sprach der Erzengel und Zasalamel wusste zuerst nicht, wer gemeint ist, doch dann fiel ihm Gin ein und reflexartig hätte er beinahe überrascht aufgeschaut und wäre dann vernichtet worden, doch er konnte sich gerade noch im Zaum halten. "Eure Aufgaben als Gesandter sind nun nichtig, denn ihr seid nun kein Gesandter mehr, doch denkt nicht, dass der Schöpfer sich von euch abwendet, er gibt euch nur mehr Spielraum, den ihr benötigen werdet um eure Aufgabe zu vollenden.", erklärte die Stimme gütig und ein Schauer wohliger Wärme durchfuhr Zasalamel und sein ganzer Körper und seine Seele fühlten sich geliebt, wie es auf der Erde nicht möglich war. Er nickte, den Tränen nah und das Licht schwächte sich langsam ab, bis nur noch die Engel da waren. Zasalamel öffnete seine Augen, die unmittelbar in die Augen eines Erzengels sahen, welcher ihm mit einem freundlichen Lächeln die Hand hinhielt. Zasalamel griff danach und wurde sanft hochgezogen. Der Erzengel legte seine Hand auf Zasalamels Kopf und dieser spürte, wie ihm das göttliche Licht entzogen wurde. Es war ein grauenhaftes Gefühl, ein Gefühl wie wenn ein geliebter Mensch für immer "Leb wohl" sagt, wie wenn man nach langer Zeit seine Eltern verlassen muss, wie wenn ein Herdfeuer im kalten Winter langsam erlischt ohne dass man etwas dagegen tun konnte. Erschöpft fiel Zasalamel in sich zusammen, als der Prozess beendet war. zärtlich strich ihm der Erzengel über den Kopf und dabei liess er drei Finger, den Zeige-, den Mittel- und den Ringfinger, auf seiner Stirn ruhen, die ein Dreieck bildeten. "Göttlicher Odem", flüsterte der Erzengel und ein gold-weisser Rauch floss den Handrücken des Engels herunter und ergoss sich über den gebeugten Mann, der einst ein Gesandter gewesen war. Ein freundliches Lächeln zurücklassend entschwand der Erzengel und Zasalamel war allein und verlassen im Übergang. Die Pforte strahlte nun viel heller und er konnte zusehen, wie einige wenige Seelen durch die Pforte traten und mit himmlischen Freuden weiter zogen. Eines dieser Seelen war ein Reh, unschuldig und doch voller Leid näherte es sich langsam dem geknickten Mann namens Zasalamel. Dieser griff nach dem zarten Wesen und dabei durchfuhren ihn die letzten Augenblicke des Tieres, der Schatten, die Zähne, das Saugen und angewidert verdrängte Zasalamel diese schrecklichen Bilder. Er führte das Reh zur Gottespforte und winkte ihm dort zum Abschied. Mit einem leisen Seufzen begann er sich zurück in die Realität zu begeben, zurück in die wirkliche Welt.
Schweissgebadet erwacht er dort, gerade noch rechtzeitig, denn es war kurz vor der Mittagsstunde und er musste sich beeilen um Gin zu treffen. Er kleidete sich eilig an und nahm ein wenig geknickt davon Notiz, dass seine Kleidung nun nicht mehr weiss war, sondern grau und das Symbol verschwunden. Er packte seine Sense, welche wenigstens noch die Zeichen der Erzengel aufwies, und verliess das Bauernhaus.
Als Gläubiger und nicht mehr als Gesandter wartete Zasalamel auf die Zeitlose, nur mit dem seltsamen göttlichen Odem bewaffnet und voller Zweifel, ob Gin überhaupt erscheinen würde.

_________________
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
- Douglas Adams

http://schnappzcountdown.jimdo.com/


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zasalamels Vergangenheit
#3BeitragVerfasst: 15. Apr 2009, 23:36 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 02.2009
Beiträge: 914
Geschlecht: männlich
Spezies (Hauptcharakter): Werwolf
Alter (Hauptcharakter): 1000
Beschäftigung: essen.. denk ich ma..
Zitternd schreckte Gin aus ihrem Schlaf. Spürte, dass ihre Wangen noch immer Tränennass waren. Ihr wurde bewusst, dass sie die ganze Zeit geweint hatte. Schluchzend sah sie auf und blickte in die ängstlichen und verwirrten Augen ihres Pferdes. „Oh Pax. Es tut mir so Leid, dass du dies alles mit erleiden musst.“ Sie schlang ihre immer noch zitternden Arme um den Hals ihres Pferds und streichelte es zärtlich. Pax´s Sorgen ließen nicht nach, jedoch war er froh, dass seine Freundin wieder aufgewacht war. ~Gin. Es war grausam ja, doch nun müssen wir uns beeilen um uns mit Zasalamel zu treffen! Er wird auf uns warten~ Der Gesandte. Stimmt, den hatte Gin gerade vergessen, obwohl sie noch wusste warum sie ihn treffen musste. Sie strich sich die Tränen aus dem Gesicht und bemerkte, dass ihre Arme mal wieder heftig am bluten waren. Fluchend zog sie ihren Umhang aus dem Laub. ~Den kann ich so jetzt ja nicht anziehen. Er wird ja total eingesaut~ Grummelnd blickte Gin wieder zu Pax. ~Du siehst grauenhaft aus Gin! Deine Arme bluten und du siehst aus, als ob du~ „Die ganze Nacht geweint hättest nicht wahr? Ist ja gut Pax ich will nichts mehr hören bitte!“ Pax stupste Gin liebevoll an und forderte sie auf, aufzusteigen. Langsam und vorsichtig ließ Gin sich auf seinen Rücken gleiten. Eigentlich hatte Zasalamel gesagt sie sollte zum Bauernhaus kommen, doch solange sie so aussah, wollte sie den anderen Dorfbewohnern dies nicht zumuten. Auch wenn ihre Wunden sich schon wieder langsam schlossen, wusste sie dass die tiefen nicht zu wären, würde sie das Dorf erreichen. Pax galoppierte ruhig in Richtung Dorf und als sie den Rand des Waldes erreichten parierte er langsam durch und blieb kurz vor dem Dorf stehen. Es war Mittag, das ganze Dorf war wach und alle gingen ihren Beschäftigungen nah, doch auf dieser Seite des Dorfes war selten jemand. Sie flüstere ein paar Worte. Sie spürte, dass mit Zasalamel etwas geschehen war und so legte sie ihre ganze Kraft in die paar Worte die ihm sagen sollten wo sie war und schickte diese los um ihn zu finden. So war es, dass die Worte neben Zasalamel leise ausgesprochen wurden „Komm hinter das Dorf, dort wo niemand ist außer ich“ Er würde sie schon finden. In der Zeit, die ihr noch blieb entschied sie sich, ihm doch entgegen zu reiten. Sie würden sich beeilen müssen und so schritt Pax wieder aus. Sie sah ihn schon von weitem und schüttelte Kaum merklich den kopf. Er hatte zwar immer noch seine Sense, jedoch war sein Gewand nun grau und ohne göttliches Zeichen. War er in der Zeit die er geschlafen hatte bei seinem Herrn gewesen? Hatte dieser gewusst was sie machen wollte und ihm die Zeichen genommen? War es etwas so? Erleichterung überfiel sie. Dies würde es auf jeden Fall leichter machen. Es war nicht so schlimm, wie der biss ausfiel. Wäre er noch ein Gesandter mit der ganzen Kraft gewesen, hätte sie ganz genau arbeiten müssen, so durfte sie ebenfalls nicht zu lange beißen, aber es kam nicht auf Sekunden an. Sie lächelte ihn gezwungener Maßen an und achtete nicht auf seinen Blick wie er sie anstarrte. „Steig auf, schnell. Wir müssen uns beeilen, ich muss dir noch eine Menge erklären und wir müssen schnell fort!“ Sie wendete Pax im gleichen Moment wie sie dies gesagt hatte und wartete darauf, dass er aufsteigen würde. Ihre Arme brannten, heute war es schlimmer denn je gewesen, doch sie heilten immerhin. Sie wollte gar nicht wissen wie sie aussah. Ihr Gesicht fühlte sich wenigstens nicht mehr so verheult und geschwollen an also vermutete sie, dass dies wieder normal aussah. Jedoch war die ganze Fröhlichkeit des vergangenen Tages aus ihr gewichen und ihr Gesicht schien fast Maskenhaft. Unbewegt und nur gezwungen am lächeln, immer noch irrte ein Zittern durch ihren ganzen Körper. Ein Zittern, gegen welches Gin nichts unternehmen konnte. Sie hörte nicht wie Pax mit Zasalamel sprach. ~Zasalamel. Herr. Seid vorsichtig mit ihr! Und beeilt euch nun!~ Pax schlug nervös mit dem Schweif. Seine Herrin beunruhigte ihn immer noch und die Mission die vor ihnen stand war auch nicht gerade das was er sich immer wünschte, erst recht nicht nach einer solchen Nacht!

Zasalamel von der Stimme geführt, sah Gin auf ihrem Pferd mehr liegen als sitzen. Ihre Kleidung war voller Blut und das einst so neckische Gesicht war starr, ob vor Trauer oder wegen dem Ernst der Lage konnte er noch nicht beurteilen. Als er näher trat und sie ihm sagte, er solle aufsteigen, bemerkte er erst ihre Wunden am Arm, das Ausmass des Blutes auf ihrer Kleidung und als er das Pferd berührte, schossen ihm die Bilder des Rehs durch den Kopf; der Schatten, die Zähne, das Saugen, aber dann noch mehr: Tränen, Trauer und Verzweiflung. Diese Gefühle kamen mehr von Gin als von dem Reh und trotzdem waren ihre Fäden verknüpft, so dass Zasalamel wusste, was er im Übergang schon geahnt hatte; Gin hatte das Reh getötet. Schweren Herzens setzte er sich auf das Pferd, welches ihn ermahnte, vorsichtig mit seiner Herrin umzugehen. Zasalamel nickte leicht und der einstige Gesandte und die Zeitlose ritten in den Wald.
Zasalamel studierte die Wunden, während er hinter Gin sass und sie von Pax getragen wurden. Die Wunden schlossen sich langsam, aber für ihn ging es zu langsam, er wollte den Vorgang beschleunigen. "Pax, halt kurz an, ich muss etwas besorgen.", sagte er zu dem Pferd in Gedanken und ohne zu warten bis dieser seine Bitte erfüllte, sprang Zasalamel vom Pferderücken ab und huschte zu einem kleinen Busch. Er untersuchte die violetten Blüten und deren schmalen gelben Rand. Es war tatsächlich Diamantkraut und Zasalamel pflückte ein wenig davon, das er nun für einen Verband brauchen würde. Hastig suchte er nach einem flachen und einem kleineren, runden Stein, die er dann vor sich hinlegte. Ganz in Gedanken versunken wiederholte er leise die Gebete für Heilung und Geborgenheit, mit welchen er das Kraut segnete oder besser gesagt es versuchte, denn er war sich nicht sicher, ob er noch segnen konnte, doch zu seiner Überraschung färbte sich das Kraut von Violett zu Himmelblau. Vorsichtig und mit gleichmässigen Bewegungen zermahlte er es auf dem flachen Stein und fügte dabei immer wieder einen Tropfen Wasser aus seinem Lederbeutel hinzu, damit das Kraut zu einem weichen Brei wurde. Als der Brei die richtige Konsistenz hatte, riss er zwei grosse Blätter eines Baumes ab, holte ein wenig Schnur aus seiner Tasche, bestrich die Blätter mit dem warmen Brei und begab sich zurück zu Gin. "Es ist meine Aufgabe..", begann er, doch dann hielt er inne, seufzte kurz und fuhr fort: "Es war meine Aufgabe als Gesandter jedes Lebewesen zu beschützen und ich möchte diese Aufgabe auch als normaler Mensch nicht aufgeben, denn verborgenes Wissen in der Heilkunst ist ein Verbrechen an denen, welchen man helfen könnte." Er näherte sich den Armen der Zeitlosen und schaute diese fragend an, wobei er hoffte, dass sie ihn sie verbinden liess und nicht, dass sie das Gefühl hatte, sie würde es nicht brauchen.
Schon einmal hatte Zasalamel einen stolzen Krieger verloren, weil dieser sich geweigert hatte Hilfe anzunehmen, da dies angeblich ein Zeichen von Schwäche sei, was Zasalamel überhaupt nicht verstand. "Also der Brei wird dir am Anfang wie flüssiges Feuer vorkommen, doch das muss er, denn sonst könnte sich die Wunde entzünden. Danach spürst du ein unangenehmes Kribbeln und auch das gehört zum Heilungsprozess, denn ab dann schliesst sich die Haut sehr schnell und das Besondere an diesem Kraut ist, dass es dich zu dem auch stärkt, körperlich wie seelisch, doch der Preis für diese Vorzüge sind kurzes Leid und Elend", erklärte er Gin und schaute ihr dabei sanft in die Augen. Er wusste nicht, ob er fragen sollte, wieso sie diese Wunden abbekommen hat und wieso sie so traurig war, aber er konnte zumindest die äusseren Wunden heilen, bei den inneren würde er einfach sein Bestes versuchen.

Sie trieb Pax heftig an, der darauf auch sofort einen Satz in Richtung Wald machte. Sie spürte die Blicke Zasalamels mehr, als dass sie wusste, dass er ihre Arme betrachtete, doch war es nun nicht der rechte Zeitpunkt um sich darüber Gedanken zu machen. Im Wald blieb Pax plötzlich stehen und so sehr sie auch auf ihn einredete, bewegte er sich nicht von der Stelle, wartete während Zasalamel irgendeine Pflanze zu einem Brei verrührte, diesen auf Blätter strich und zu ihr kam. Als ob ihre Wunden nicht so heilen würden! Doch zähneknirschend hörte sie ihm zu und hielt ihm dann ihre Arme hin. Es waren tiefere Wunden als sonst und sie konnte es sich nicht leisten, dass sie geschwächt an dem Hof ankam. „bild dir bloß nicht ein, dass ich das unter anderen Umständen auch gebraucht hätte!“ Zischte sie ihm unwohl zu und verstummte dann kurz. „Wo wir gerade stehen, kann ich dir auch meinen Plan erklären. Wenn der Herr einverstanden damit ist werden wir es so machen und du wirst dich daran halten! Es kann natürlich sein das der Ex-Gesandte auch eine bessere Idee hat, so kann er mir diese natürlich auch unterbreiten!“ Nichts war von der freundlich, fröhlichen Gin vom Vortag geblieben. Ihre Stimmung wurde eher immer schlechter. Ihre Stimme wurde Sarkastisch und schneidender und auch wenn sie es gar nicht wollte herrschte sie Zasalamel an. Verspottete ihn fast. Verletzte ihn sogar vielleicht? „Verzeiht! Das war nicht angebracht!“ murmelte sie verschämt. Was war nur los? Was hatte er alles für Empfindungen übertragen bekommen! „Wegen dem Reh! Es tut mir Leid!“ aber nun keine Zeit mehr verplempern, sie mussten sich beeilen. Es würde schwer werden. Ehe sie anfing zu sprechen wickelte Zasalamel die Blätter um ihre Arme und Gin zerbiss einen fluch zwischen ihren Zähnen. Es brannte tatsächlich wie Feuer, doch schon langsam breitete sich eine wohlige Wärme in ihr aus und sie fühlte sich sogleich besser. Leicht grinsend blickte sie ihn an „Dankeschön! Doch nun wollen wir uns den etwas spannenderen Themen zuwenden denke ich!? Die einzige Chance, dass wir beide dort hinein kommen besteht darin, dass du kurzzeitig zu einer der meinen wirst! Ich habe gemerkt, dass dein Schöpfer dir die Gesandtheit entzogen hat, auch wenn er dir diese wohl, vielleicht bedauerlicher Weise wiedergeben wird! Um einer der Dunkelheit zu werden, wirst du dich sozusagen mir überlassen müssen. Ich würde dich beißen, etwas von deinem blut trinken und dich so zu einer von uns machen! So gelten wir als Paar und dürften keinerlei Schwierigkeiten haben den Hof zu betreten, da sie mich dort wegen meinen Fähigkeiten schon lange haben wollen! Da ich dich als meinen Geliebten vorstellen werde, jetzt bilde dir aber nichts Falsches ein es soll nur echt aussehen(!), werden wir dort hineinkommen und eine Kammer zugewiesen bekommen. Dann erst beginnt der schwerere Teil, wir müssen es schaffen uns zu verständigen, auch mit Pax ohne dass die dort etwas mitbekommen, aber ich sollte es schaffen, meine Kräfte hat schon so mancher von dort unterschätzt und da sie dumm sind machen sie immer wieder die gleichen Fehler. Ich weiß nicht was du vor hast, auf jeden Fall wirst du dich nach ca. einem Tag, also Morgen gegen Nachmittag zurückverwandeln, solange müssen wir wohl warten oder eben schon beginnen den Hof zu zerstören, allerdings glaube ich wird das schwer für dich, denn da du in diesem Tag einblicke in die schwarzen Seelen bekommst kann es passieren dass du dich in ihnen verlierst und erst wieder klar denken kannst, wenn du normal bist! Heißt du solltest bei mir bleiben und unser Schauspiel mit aufrechterhalten! Aber da ich denke, dass du stark bist solltest du das schaffen. Pax wird neben uns sein, in einem Stall, die jeder Hütte zusteht! Soweit alles klar? Wenn wir den Hof dann zerstören können sollten werden wir weiter sehen, außerdem weiß ich nicht inwieweit den Schöpfer seine Hände im Spiel hat, aber er sollte dich nicht zu früh verwandeln, der eine Tag ist nötig, sonst könnte unser Spiel böse enden! Verstanden?“ Lächelnd wartete Gin auf seine Antwort. Es war nicht sonderlich kompliziert und auch Pax nickte zustimmend. Vorsichtig nahm Gin ihre Umschläge ab, ihre Wunden waren nun fast vollkommen verheilt, alte Narben kamen zum Vorschein, welche sie noch aus ihrer Menschenzeit bei sich trug. Erinnerungen nannte sie, sie immer. Liebevoll klopfte sie Pax´s Hals. „Und du denk dir nichts dabei wenn ich ab kurz vor dem Hof ruppiger zu dir bin. Die dort haben nicht so eine enge Verbindung zu ihren Tieren, sie können zwar mit ihnen sprechen, jedoch lieben sie sich nicht so sehr! Und ihre Tiere sind, dumm in menschlicher Hinsicht! Anders als du! Also verplappere dich nicht!“ Sie tippte Zasalamel leicht an, spürte ein prickeln in ihrer Hand und grinste leicht. „He, nicht träumen!“ sie saß von Pax ab und betrachtete Zasalamel.

Zasalamel war nicht wirklich erstaunt über Gins Reaktion. "Wieso wollen sich manche Wesen einfach nicht helfen lassen?", fragte sich Zasalamel, doch Gin stimmte dann doch zähneknirschend zu und er begann daraufhin ihre Arme zu verbinden. Derweil erklärte sie ihm ihren Plan, den er fast nicht wahrnahm, denn er konzentrierte sich sehr darauf, ihr auf keinen Fall weh zu tun, ob wohl sie das wahrscheinlich kaum kümmerte. Ihr Plan war grauenhaft und doch deckte er sich mit dem Plan des Schöpfers, der ihm eine grausame Prüfung prophezeit hatte, die jede andere übertreffen würde. Schlagartig wurde Zasalamel aus seinen Gedanken gerissen, als Gin etwas von "mein Geliebter" erzählte. Wie von der Tarantel gestochen fuhr er hoch und sah sie ungläubig an. Er sollte ihren Geliebten spielen? Alles in Zasalamel sträubte sich dagegen, denn er war kein guter Schauspieler, denn alles, was er bisher getan hatte, war aus voller Überzeugung gewesen, aus tiefstem Herzen und deswegen verstand er die Wege der List und des Truges nur wenig. Gin redete schnell weiter, schien es einfach hinter sich bringen zu wollen und Zasalamel kam fast nicht nach, denn sie überhäufte ihn nur so mit Informationen. "Sie mussten sich innerhalb des Hofes verständigen, wieso?", fragte sich der ratlose Zasalamel und dann fiel ihm ein, dass er selbst Kontakt mit dem Schöpfer aufnehmen musste, denn wie sollte er sonst erfahren, was zu tun war. Er würde sich zurückverwandeln, was ihm sehr gefiel, denn danach wird er nicht mehr ein Gesandter sein. Er lächelte als sie ihm Einblick gab von den schwarzen Seelen und dass diese ihn verschlingen könnten. Er hatte schon oft schwarze Seelen gesehen, ihnen sagen müssen, dass sie einen anderen Pfad gehen mussten, als alle anderen Seelen, einen Pfad der Läuterung, einen Pfad der inneren Reinigung, nach welchem sie in den Himmel aufsteigen konnten. Der Schöpfer würde alle Seelen aufnehmen, doch die schwarzen mussten zuerst geläutert werden, was eine sehr eindrückliche Erfahrung war, die nicht alle Seelen durchhielten, so dass einige sich abwandten und den einfacheren Weg gehen, den Weg der Dämonen. Zasalamel würde in ihrem seltsamen Schauspiel auftreten und sein bestes geben, aber ob es reichen würde, das wusste er nicht, ausserdem schlummerte noch der göttliche Odem in ihm, von dem Zasalamel nicht wusste, was er tat und wann er es tat, doch der Schöpfer lenkte alles in die Richtigen Bahnen und somit auch sein Schicksal, dachte sich Zasalamel. Er betrachtete Gin, die mit ihrem Pferd sprach und konnte dabei vernehmen, wie viel es ihr bedeutete. Zasalamel sah nach oben, beobachtete den Himmel und die Wolken und dachte dabei an Sophie.
Sophie. Ihr Name liess selbst die Schönheit der Engelschöre verblassen und Zasalamel schloss die Augen um sich ein Bild seiner grossen Liebe ins Gedächtnis zurückzuholen, doch was er sah liess ihn zusammenzucken. Wut, Hass, Rachedurst und eine abgrundtiefe Bitterkeit hatten seine Geliebte Sophie in ein grauenhaftes Monster verwandelt, in einen Dämon des Zwiespalts und er, Zasalamel, hatte ihr die Warnung gebracht, dass die Richter sie verurteilen würden, sollte sie sich nicht dem Schöpfer wieder zuwenden, doch da sie verzehrt wurde von diesen Gefühlen, hatte sie Zasalamel, halb tot, aus der Stadt vertrieben und ihn einfach seinem Schicksal überlassen. Einen Tag später sind die Erzengel und die Richter, die Vollstrecker und die Läuterer erschienen und haben die Stadt, welche vollständig dem Dämon des Zwiespaltes verfallen war, ausgelöscht und neu aufgebaut. Wenn diese Prüfung schlimmer werden würde, als es jene gewesen war, dann wusste Zasalamel nicht, ob er es schaffen würde.
Die Berührung der Zeitlosen holte ihn aus seinen fürchterlichen Erinnerungen und er wischte schnell eine Träne aus seinem rechten Auge. Dann atmete er tief ein und sagte: "Gin, ich muss dich um einen weiteren Gefallen bitten," Er senkte den Kopf, beschämt über die nächsten Worte die aus seinem Mund kommen würden: "Sollte ich mich weigern meinen Auftrag zu erfüllen oder sollte ich mich vom Schöpfer abwenden, dann musst du meine Sense nehmen, sie mit diesem gesegneten Wasser übergiessen", er reichte ihr einen kleinen Lederbeutel mit Wasser, "und mich töten. Wenn du das für mich tun würdest, dann werde ich dir versprechen, dass du trotz meines Misserfolges ein geruhsames Leben in dem Dorf, in welchem wir uns getroffen haben, führen kannst." Er machte seinen Kopf frei und hielt ihr dann seinen Hals hin: "Nun tu es!", bat er sie und schloss dabei seine Augen. Er wollte nicht vom Licht in die Finsternis gehen, sondern von der Finsternis in die tiefste Schwärze.

Erschrocken hatte Gin gesehen wie Zasalamel sich eine Träne aus dem Augenwinkel wischte. Trat automatisch einen Schritt zurück, stieß gegen Pax und begann zu zittern. Warum nur weinte er? Unwillkürlich suchte sie seine Gedanken ab, hasste sich dafür und noch mehr, als sie entdeckte, was ihn so traurig gestimmt hatte. Das Zittern wollte nicht mehr aufhören, sollte sie etwa jetzt wieder einen Anfall bekommen? Könnte es nicht wenigstens in dem Hof sein? Hier verplemperte sie nur wertvolle Zeit. Sie hörte ihm nicht zu, zuckte bei den Worten ihn töten zusammen. Wurde regelrecht innerlich geschüttelt. „Nein“ spuckte sie nur aus, ehe sie sich in Pax Mähne krallte. „Ich kann euch doch nicht töten! Dann geht ihr zum Schöpfer über und ich! Nein!“ sie schrie fast, leise zwar. Ein leiser gequälter Schrei. „Ich kann das nicht, wir schaffen das so nicht. Ihr werdet nicht verfallen! Ihr seid stark! Ich werde euch davon abhalten zu dem dunkeln überzutreten! Ihr könnt mich danach töten! Wisst ihr ich bin diesen Weg nicht Freiwillig gegangen, ich wurde gezwungen, genötigt! Ihr habt doch keine Ahnung was es bedeutet Verlust zu spüren“ sie wollte nur noch andere verletzen. Wollte nicht als einzige ein seelisches Wrack sein. Sie war stark, bis zu einem gewissen Grad. Doch nicht weiter. „Niemals“ Zitternd wendete sie sich ab. Schlang ihre Arme um Pax. ~Zasalamel! Zasalamel, öffnet eure Augen, meine Freundin braucht noch einen Moment um sich zu beruhigen!~ Zitternd öffnete Gin ihre Augen. „Nein Pax, jetzt oder nie. Ich war noch nie innerlich stärker, dank den Umschlägen. Ich bin nicht schwach, ich schaffe das. Pax dies sind zwei unterschiedliche Dinge, das zittern, den anderen Schmerzen zufügen und das verwandeln! Pax du hast doch keine Ahnung!“ sie wendete sich grob von ihm ab. Pax taumelte von ihren Worten einen Schritt zurück. So kannte er seine Herrin nicht. Was war passiert? Sie hatte einen Anfall gehabt so schlimm wie nie, sie redete wirres Zeug und alles seitdem sie diesen Gesandten getroffen hatte ~Was habt ihr mit ihr gemacht Zasalamel?~ Verwirrt schossen Gedanken durch seinen Kopf, nichts ließ sich mehr ordnen. Währenddessen hatte Gin sich Zasalamel zugewandt. „Ruhig ganz Ruhig Gesandter, euch wird nichts passieren“ Verbittert fiel ihr ein, dass er bei diesem Biss eine Menge von ihr erfahren würde. So wie sie von ihm, doch dies konnte sie abblocken. Sie wollte ihm nichts entlocken, was er nicht erzählen wollte. Doch ihre Vergangenheit, ihre Gefühle konnte sie nicht halten. „Macht euch bereit, es wird nur kurz wehtun, doch wappnet euch gegen meine Gefühle. Es ist schlimm jemanden zu verwandeln und ich tue es nicht gerne!“ Sanft umgriff sie Zasalamel, zog ihn an sich heran und umpackte ihn mit einem Arm, mit dem anderen drehte sie seinen Kopf und hielt diesen fest, für den Fall, dass er wegwollte, was er sicher wollen würde, wenn sie erst einmal zubiss. Sanft führte sie auch ihre Zähne an seinen Hals. Schluckte einmal und biss dann zu. Sie spürte das Leben unter seiner Haut, das reine Leben. Spürte wie sein warmes Blut langsam, tropfen für tropfen in ihren Mund lief, ihre Kehle hinunter und sich dort mit ihrem Blut vermischte. Langsam saugte sie, spürte wie sein Widerwille nachließ. Spürte wie er schwankte und so packte sie ihn fester. Nur nicht aufgeben, alles nur das nicht murmelte sie zu sich selbst, ehe sie ein anderes kaum hörbares Wort murmelte und so das Blut wieder zurückfloss, nun jedoch ihres und so auch ihre Gefühle. Vor ihren geschlossenen Augen sah sie ihre Vergangenheit in Rekord Tempo an sich vorbeiziehen. Ihre Geburt, der Tod ihrer Mutter, der Missbrauch von ihrem Vater, den anderen Dorfmännern. Die Schläge, die Angst, die Verwirrung. Den Tod ihrer einzigen Freundin im Dorf. Ihre Reise ins unbekannte. Der Mann welcher sie Missbrauchte und verwandelte. Ihre verzweifelte suche nach Liebe, Geborgenheit und Licht. Die Dunkelheit die sie festhielt. Sie taumelte, riss ihre Zähne aus seinem Hals und strich einmal mit ihrer Hand über die Wunde, welche sich sofort schloss. Blickte Zasalamel an, spürte seine schwärze, die Dunkelheit die sich in ihm ausbreitete und ließ ihn los. Ließ ihn los, ehe sie ihn mit sich riss, stürzte schwer zu Boden, Pax anfangs sauer beugte sich nun besorgt über sie. ~Kümmere dich um ihn Pax. Schnell er brauch Hilfe!~ Verwirrt tat er einen Schritt zu ihm. Stupste ihn an ~Wach auf Herr. Wach auf! Kommen sie nur, wir müssen bald weiter~ Sah wie Zasalamel seine Augen aufschlug und schnaubte zufrieden ~Nun gehöre ich wohl zeitweise euch beiden. Eure Geliebte hat sich wohl ein wenig übertan. Aber schlagt mich nicht für meine Worte. Ich bitte euch~ Ein verängstigter Ausdruck lag in seinen Augen, doch sein beruhigtes brummeln versicherte Zasalamel ~Keine Angst, ich muss nur so tun, als ob ihr mich schlagen würdet, dass hält unsere Verkleidung aufrecht. Doch nun eilt euch. Und weckt Gin! Ohne sie können wir nicht weiter, los, los!~ Er schnaubte, stupste ihn an, direkt auf Gin zu, welche unter ihrer bräune, leichenblass wirkte und zitternd am Boden lag, geschlossene Augen. Ihr Atem kam stoßweise und ein leichter Schweißfilm lag auf ihrem feinen Gesicht. ~Nur passt auf, ihr kennt ihre Vergangenheit nun ein wenig, passt auf was ihr tut, und begeht keinen Fehler es könnt euch das Leben kosten!~ Er brummelte nochmals beruhigend, ehe der ängstliche Ausdruck das ganze Pferd überzog und er misstrauisch nach rechts und links schaute, ehe er Augen rollend auf die beiden dunkeln Gestalten vor ihm blickte.

Zasalamel war völlig aufgewühlt, wie Gin auf seine Bitte reagierte, als wäre es das schlimmste auf der Welt für sie einen ehemaligen Diener des Schöpfers zu töten und er hätte es beinahe als sarkastische Aussage verstanden, wäre da nicht das Zittern gewesen und die heftigen Ausbrüche ihrer Stimme und natürlich der völlig verwirrte Pax. Zasalamel dankte Gin stumm für ihre Zuversicht in seine Stärke und machte sich bereit, das schwarze Geschenk zu empfangen.

Sie hielt ihn fest und näherte sich seinem Hals. Er konnte ihren Atem spüren und seine Nackenhaare stellten sich ganz sachte auf. Der Biss war nicht sehr schmerzhaft und auch als sie begann sein Blut zu saugen war es nicht sehr unangenehm, doch als ihr Blut in seinen Körper floss fühlte es sich wie flüssiges Pech an, dass durch seine Adern wanderte. Keuchend riss er seine Augen auf, doch das was er sah blieb schwarz und dunkel und Zasalamel war sich nicht sicher, wieso, bis Sophie auftauchte, in ihrem eleganten Sommerkleid, hauteng, ihrer Figur schmeichelnd und in ihm regten sich Sehnsüchte, die er schon seit langem verdrängt hatte. Langsam kam sie auf ihn zu, wie eine Löwin, barfuss, ohne Geräusche zu verursachen und als sie vor ihm stand, er ihren Körperduft riechen konnte, küsste er sie innig und völlig impulsiv, liess sich vollends gehen und vergass alles. Wahrscheinlich wäre Zasalamel nie wieder als er selbst aufgewacht, hätte er nicht den göttlichen Odem besessen, der als gleissendes Licht zwischen ihn und Sophie trat, als Verkörperung des Gesandten, der er einst gewesen war. Sophie schrie. Ihr Kreischen war so schrill, dass Zasalamel das Gefühl hatte, sein Kopf würde zerbersten und doch konnte er nicht weghören, denn wie er festgestellt hatte, fand diese Szenerie in seinem Kopf statt, war ein Machtkampf zwischen dem inneren Guten und dem von aussen einwirkenden Bösen in Zasalamels Körper. Die Gesandtenerscheinung hob die Hand und dessen Sense erschien, während Sophie zu dem wurde, was sie einst mit ganzem Herzen verabscheut hatte: dem Dämonen der Zwiespalt. Sie sah fürchterlich aus, der Kopf völlig entstellt durch zahlreiche Narben und Warzen, Pickeln und Schorf und Zasalamel wandte seinen Blick ab; er wollte das nicht sehen, nicht sehen wie seine Geliebte zu einem Abbild des Zwiespalts wurde, denn er wusste, was folgen würde. So hässlich ihr Kopf als Dämonin auch wahr, so wunderschön wurde ihr Körper, er formte das Abbild weiblicher Perfektion, mit makelloser Haut, straffen Brüsten, einem femininen Körperbau und den wohl zartesten Händen, die er je gesehen hatte. Ihr gesamter Körper war Perfektion, eine Illusion göttlicher Schenkung, denn der Schöpfer schaffte nie Perfektion, denn Perfektion war gefährlich, das wusste Zasalamel. Der vom göttlichen Odem projizierte Gesandte stellte sich schützend vor Zasalamel und hob die Sense in Verteidigungsstellung, bereit dem schönsten Körper der Welt den widerlichen Kopf abzuschlagen. Die Dämonin umkreiste ihre Gegner, schätzte die Lage und attackierte dann blitzschnell. Mit einem lauten Krachen blockierte der Odem die Bestie und beförderte sie mit einem gekonnten Tritt 3 Meter von dem echten Zasalamel weg. Dieser kauerte mit geschlossenen Augen am Boden. Er wollte nicht sehen und nicht hören, weder fühlen noch geniessen, denn für ihn war das Erscheinen seiner einstigen Geliebte zu viel gewesen.

Plötzlich begann der Odem das Gebet für Schutz und Rast aufzusagen und zu wiederholen, immer und immer wieder. In Zasalamel regte sich etwas, ein goldener Funke, ein wenig Leben und er erhob sich ächzend und noch ein wenig wacklig auf den Knien. Die Bestie war grösser geworden und der Odem konnte sie kaum davon abhalten Zasalamel zu zerreissen. Dieser ging jedoch auf die Dämonin zu, legte seine Hand auf die Schulter des Odems und nahm diesen so auf. Die Dämonin liess nicht lange auf sich warten und stürzte sich auf ihr Opfer, welches sie für wehrlos hielt. Doch sie hatte sich getäuscht, denn als sie Zasalamel verschlang wuchs dieser an und verbreitete in sich einen goldenen Schimmer von unglaublicher Stärke, so dass die Bestie von innen zerstört wurde und ihre Hülle überall verteilt wurde. Zasalamel schaute sich um und bemerkte, dass sein Körper nun beschmutzt war, aber nur von aussen, denn in seinem Herzen herrschte der göttliche Odem und er wusste nun auch, wie er ihn einsetzen konnte und das schmerzte ihn sehr.

Nach diesem inneren Kampf schossen ihm die Erinnerungen der Zeitlosen durch den Kopf und er konnte das gesamte Ausmass ihres Leids spüren. Sie war eine starke Frau, dachte er sich voller Bewunderung und er nahm sich vor, ihren Plan perfekt umzusetzen. Das Stupsen des Pferdes liess Zasalamel aus seiner Trance erwachen und er vernahm erstaunt die Worte des Pferdes. Er erhob sich und klopfte den Staub von seiner Kleidung. Pax stupste ihn weiter auf Gin zu und Zasalamel verstand. Sie sah so zerbrechlich aus, wie eine Puppe und Zasalamel hob sie sanft auf seine Arme. Erschnalzte mit der Zunge und legte die Zeitlose auf das Pferd. Dann setzte er sich selbst drauf und wies Pax die Richtung, welcher zum Erstaunen Zasalamels ohne zu Murren gehorchte. Er strich Gin die Haarsträhnen aus dem Gesicht und wischte ihr mit seiner Hand den Schweiss aus dem Gesicht. Leise flüsterte er ihr "Danke" ins Ohr und überliess den Rest dem treuen Pferd Pax, der sie langsam zum schwarzen Hof brachte.

Pax setzte vorsichtig einen Huf vor den nächsten. Durch das sanfte schaukeln des Pferdes kam Gin wieder zu sich, benommen und doch plötzlich hellwach. Sie spürte, dass Zasalamel sie festhielt und sprang mit einem Ruck vom Pferd, um dann vernünftig aufzuspringen und nun saß sie vor ihm. „Nichts zu danken!“ sein geflüstertes Wort war angekommen, auch wenn sie benommen war. Sie drehte sich zu ihm um und grinste ihn an. „War nicht schön was?“ Lächelnd blickte sie wieder nach vorne, schickte Pax in Gedanken den Weg, den er ohnehin schon kannte und so trug er sie beide mit etwas abgehakten Schritten immer näher zum schwarzen Hof. Er konnte gut schauspielern, Gin war erleichtert darüber, denn es musste echt wirken. Mehr als das, doch sie wusste dass auch Zasalamel dies konnte. Sie wartete auf seine Antwort, während Pax in einen kurzen Galopp fiel. „Es ist nicht mehr weit, mein Geliebter! Seid nun nicht so unruhig, sie werden uns freundlich aufnehmen, da sie schon lange meine Fähigkeiten benutzen wollten, sie werden es jedoch verstehen, dass ich erst dich finden musste, schließlich setzten sie auf eine gute Vermehrung um ihren Bestand aufrecht zu erhalten! Wir sollten eine gute Mischung abgeben“ Ihr lachen kam etwas nervös, jedoch war dies kaum zu hören. Sie kam sie etwas idiotisch vor, sie die zwar gelegentlich Spaß mit Männern hatte aber nie eine feste Beziehung hatte sollte nun so tun, als ob sie einen Geliebten hatte, mit dem sie sich auch noch Vermehren sollte. Unsinn, doch musste es sein. Wie so vieles. Geld verdienen konnte man immerhin gut, indem man Männer bezahlen ließ und das nicht zu schlecht. Kichernd stieß sie Zasalamel vorsichtig an. „Die Rauchwolken die du dort hinten sicher erblickst gehören dazu. Du wirst es nicht wieder erkennen, jetzt wird es dir als schönes Schloss vorkommen, auch wenn du es damals als öden Ort beschrieben bekommen hast. Das kommt alles davon, aus welcher sicht man es betrachtet! Also tu nicht zu erstaunt! Aber glaub mir, es wird dir gefallen, du bist neu in dieser Welt und kennst noch nicht die Tücken. Doch nun sind wir gleich da, das Spiel kann losgehen! Und denk daran. Wir sind ein Paar. Geliebte! Halt dies aufrecht. Und lass dich nicht von deiner wirklichen Geliebten ablenken! Bitte!“ Seufzend betrachtete Gin ihre Hände, welche verwirrt mit Pax Mähne spielten. Er redete nicht mit ihr, war er sauer ~Pax?~ Die Antwort war zuerst schockierend, doch dann verstand sie ~Herrin? Nein, tut mir nicht schon wieder weh bitte!~ Ein Schauer überlief sein Fell. Es tat ihr im Herzen weh ihn so zu sehen, auch wenn sie wusste das es nur gespielt war, doch ab jetzt konnte sie auch nicht mehr so liebevoll mit ihm umgehen, ab jetzt musste sie abgrundtief böse sein. Alles hassen, alles außer ihren Geliebten, der doch bei den meisten dunklen auch nur zum Spaß da war. Oftmals bestanden Beziehungen in der Dunkelheit nur aus Spaß. Von beiden Seiten aus und es störte niemanden, wenn jemand einmal jemand anderes hatte. Zwei gehörten zusammen, sahen wohl auch wie normal verliebte aus, doch was woanders bestraft worden wäre war hier alltägliches geschehen. Fremdgehen nannte man es außerhalb glaubte sie sich zu erinnern. Immer näher kamen sie dem schwarzen Hof, nun konnte man die „prächtigen“ schwarzen Marmor Mauern erblicken, die Türme, die weit in den Himmel ragten und das wunderbar geschmiedete Tor. Viele kleine Schornsteine rauchten, die Anlage war nicht anders angelegt als eine Burg. Viele kleine Hütten und eine etwas größere Schlossähnliche in der Mitte. Drum herum die Häuser, allesamt schwarz. Pax schnaubte, tänzelte, als ob er großen Druck hätte und kam langsam vor dem Tor zum stehen. Mit den Worten „Wer da?“ wurde die Stille von einer zischenden Stimme unterbrochen. „Gin. Gin l´espoir! Schon lange wartet ihr auf mich, nun habe ich beschlossen zu euch zu kommen. Ich habe endlich jemanden gefunden! Ihr wisst schon, die Nächte sind einsam ohne einen Gefährten!“ Lachend blinzelte Gin dem Wächter zu, welcher sie ebenfalls lächelnd ohne Scheu abschätze. „Kommt rein, ich führe euch zu einer Hütte. Wenn euch dennoch einmal langweilig ist, könnt ihr mich gerne besuchen kommen Gin!“ Wie froh sie war, dass er kein Französisch konnte. Ein leichtes Zittern stellte sich ein, was nur Zasalamel und Pax spüren konnte, ihre Haltung jedoch blieb aufrecht, sie sah den Wächter schelmisch lächelnd an. „Gerne doch, doch vorerst würde ich behaupten kann ich auch noch mit ihm jede Menge Spaß haben, doch sollte ich Abwechslung oder Geld benötigen werde ich mich bei euch melden! Wie ist euer Name? Ich muss euch ja finden können!“ „Carmu! Man kennt mich hier, fragt nach mir und euch wird gezeigt, wo meine bescheidene Hütte ist. Ich verspreche euch nicht zu wenig, wenn ich sage wir werden Spaß haben meine Süße. Seine Hand näherte sich ihrem Bein. Das Zittern von ihr verstummte, angespannt saß sie da, während er all dies nicht merkte und ihr Bein liebkoste, während das Tor langsam aufschwang. Sie ritten hinein, er streichelte sie noch immer, lächelnd blickte sie auf ihn herunter „Ich freue mich auf ein Widersehen!“ Dann drehte Carmu sich verdrießlich um, denn eine andere Wache die zuständig für die Verteilung der Hütten war, schlurfte heran und blickte sie ebenso begehrlich an. Das beständige zittern von Gin setzte wieder ein. „Eine Hütte hat Carmu uns versprochen. Ich bin Gin, ihr habt vielleicht von mir gehört. Ich ziehe es vor eine Hütte etwas abseits der anderen zu haben. Nicht weil ich fürchte irgendwer möchte mir etwas, nein davor sollten meine Fähigkeiten mich schützen, jedoch habe ich ein Gewerbe, wo es besser ist, wenn es etwas abseits liegt, außerdem möchte ich ja auch mit ihm“ sie deutete nach hinten „spaß haben, wenn ihr versteht was ich meine!“ Ihre Stimme klang spöttisch. Pax warf nervös den Kopf und sie sah Zasalamel an, dass er nicht wenig begeistert von dieser Stadt war. Der zweite Wächter nickte mit einem grinsen auf seinen Lippen. „Natürlich Gin. Ich darf euch auch besuchen kommen? Ich habe von euch gehört, von euren Fähigkeiten und aber auch von ihrer Kunst, Männer zu befriedigen! Ich denke euer Wunsch wird erfüllt werden!“ Er schlurfte voraus, Pax trabte eilig hinterher und nicht unweit des Tores kamen sie wieder zum stillstand. „Wenn es euch hier recht ist?“ Gin blickte sich um. Kaum eine Hütte war hier zu sehen, ihr Haus lag dicht an der Mauer gedrängt und nur einige Schenken waren in der Umgebung „Gut fürs Geschäft“ erwiderte sie, der Wächter übergab ihr die Schlüssel für die schwere Holztür und ging, mit sich selbst zufrieden davon. Gin sprang geschickt vom Pferd, wartete bis Zasalamel abgestiegen war und herrschte Pax an. „Geh in den Stall du Mistvieh! Und wag es ja nicht irgendetwas anzustellen“ Trauer lag in ihren Augen während sie die Tür aufschloss und im inneren des Hauses verschwand. Aufgewühlt von dem gerade erlebten. Sie wusste nicht lange würden die Männer sie in ruhe lassen, doch sollte auch nur einer von ihnen sie ungefragt anpacken. Es war ihr eben schon zuviel. Zitternd sank sie in einen der Stühle welche dort standen und hoffte Zasalamel würde hineinkommen und die Tür schließen. „Zasalamel, mein Schatz. Komm zu mir!“ Ihre Stimme klang scharf, es war ein Befehl, welchem er sich nicht widersetzen würde

Als Gin erwachte, löste sie sich sofort aus Zasalamels Griff und sprang vom Pferd nur um sich vor ihn wieder aufs Pferd zu schwingen. Zasalamel schüttelte irritiert den Kopf. Er hatte sie nur davor bewahren wollen vom Pferd zu fallen, aber ihre Reaktion war so heftig, als hätte er sie unsittlich berührt. Sie bewegten sich weiter fort und der schwarze Hof kam immer näher, doch war es gar kein Hof, sondern ein Schloss, wie Gin ihm erklärte und hinzufügte, dass sie ihn willkommen heissen werden, aber nicht seinetwegen, sondern nur weil er ihr Begleiter war, Geliebter. Das Wort klang immer noch seltsam in Zasalamels Ohren und er musste sich zusammenreissen um nicht jedes Mal zusammenzuzucken, wenn er es hörte. Was ihm aber gefiel und ihn ausserordentlich amüsierte war, dass sie das Gefühl hatte, er sei vollständig umgekrempelt worden. Also hatte das Gefecht in seinem Inneren zu einer perfekten Tarnung geführt und nicht einmal Gin konnte feststellen, dass sein Herz und seine Seele von Licht durchflutet waren, durch den göttlichen Odem. Nun hoffte er nur, dass sein Licht, selbst wenn es verborgen unter einer dicken Schicht Dunkelheit lag, nicht doch erkannt werden würde, denn dann hätte nicht nur er ein Problem, sondern auch Gin und natürlich auch Pax. Das Betreten das Schlosses war wohl das seltsamste was Zasalamel in seiner langen Existenz passiert ist, denn Gin wurde wie eine Hure begrüsst, schien sogar eine zu sein und jeder Mann konnte ihr Kunde werden; so wie Zasalamel für sie auch nur ein Kunde war, einfach ein langfristiger, aber trotzdem ein Kunde, ein Spielzeug gegen Einsamkeit. Der Gedanke trübte seine Stimmung noch weiter, die schon durch das Schloss ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden war. "Wie konnte ein solcher Ort der Masslosigkeit, der Unflätigkeit, ein Bollwerk gegen den Schöpfer, wie konnte so etwas existieren?", fragte sich Zasalamel und als er bemerkte, wie die Wache Gin anfasste, ohne Scham, mit gierigen Augen hätte er diesen beinahe geköpft, stellvertretend für alle Wesen, die durch Gier gestorben waren, doch er durfte nicht, obwohl er es sicher hätte entschuldigen können. Zasalamel war heilfroh, als der aufdringliche Wächter sie nicht mehr begleitete, sondern wieder zurück auf seinen Posten musste, wobei Zasalamel sich selbst schwor, diesen Bastard zu köpfen. Als er die Ausmasse dieser Stadt sah durchfuhr ihn ein Schauer und als Gin davon sprach, dass sie beide Spass haben würden, konnte er sich das kaum vorstellen und auch Gins Stimme hörte sich danach an, als würde das nie passieren. Gin stieg von Pax ab und auch Zasalamel verliess den Rücken des Pferdes, immer noch über die Grösse dieses Geschwürs staunend, und er vernahm Gins rauen Befehl an Pax, er solle sich in den Stall verziehen, kaum, stattdessen beobachtete er die Wirtstube, welche sich ganz in der Nähe befand und aus welcher zahlreiche Leute kamen, meistens Männer, doch auch einige Frauen waren darunter. Er merkte erst spät, dass Gin ihre Hütte betreten hatte und wollte ihr gerade folgen, als eine junge Frau an ihn herantrat, die ganz in schwarz gekleidet war, mit schwarzen Haaren, selbst ihre Lippen waren schwarz und sie fixierte Zasalamel, wobei sie sich ihre Lippen leckte. "Du bist ein gutaussehender Bursche, dazu auch noch kräftig gebaut und neu hier. Soll ich dir die Umgebung zeigen mein Hübscher?", fragte ihn die Dame mit verführerischem Grinsen. Zasalamel trat einen Schritt zurück. "Was soll ich nur tun?", fragte er sich besorgt, denn wenn er ihr Angebot ausschlug, würde sie ihn vielleicht einfach töten oder trotzdem mitnehmen, aber mitgehen konnte er auch nicht, schliesslich musste er mit Gin über den weiteren Verlauf sprechen.
Zu Zasalamels Glück rief Gin nach ihm und seine vorhin angespannten Züge lockerten sich merklich und er zuckte nur mit den Schultern, worauf die Frau wütend zischte, ihn am Arm packte und ihm ins Ohr flüsterte: "Wenn sie dir lästig wird, meine Hütte steht gegenüber der Tavernenhinterseite; komm mich besuchen und übrigens, mein Name ist Lavendria" Sie strich ihm noch mal über den Arm und verliess ihn dann in Richtung der Taverne. Zasalamel, ein wenig verwirrt, betrat das Haus und erzählte Gin, die ihn vorwurfsvoll ansah, wieso es so lange gedauert hatte, bis er nach ihrem Ruf ihn die Hütte gekommen war, ausserdem schilderte er ihr seine Eindrücke von diesem Ort und erinnerte sie daran, dass er herausfinden müsse, wo das Zentrum, die Quelle dieses Ortes war.

Nachdem sie Zasalamel gerufen hatte kam er auch endlich hinein. Sie hatte das Gespräch bereits gehört und schaute Zasalamel nur stumm an, als er ihr seine Erlebnisse und Eindrücke schilderte. „alles Huren, Gierige Frauen und Männer, die nie mit dem zufrieden sind was sie haben. Wie viele Menschen auch!“ Ihre Gedanken wanderten in die alte Zeit. In ihre Kindheit in dem Dorf in dem einst Elfen ein und ausgegangen waren. Doch als ihre Mutter und später ihre Tante starben kamen sie nicht mehr. Die Männer wurden immer gieriger, nutzten sie aus. Ein Schauder überlief sie. „Ja, wie du bemerkt hast tue auch ich es für Geld! Doch ich bin es gewohnt, es war schon früher so, nur das damals mein Erzeuger das Geld genommen hat, es versoffen hat und mich zum dank verprügelt hat. So ist das Leben. Es sind alles Gewohnheiten, was soll man machen wenn man kein Geld hat und es sich keine Gelegenheit ergibt sich irgendwo welches zu nehmen ohne dafür etwas zu tun? Zu stehlen, wenn du es so nennen willst!? Da kommt es schon besser, wenn man dafür etwas tut, oder steht das nicht in eurem Sinne? Vielleicht fühlt ihr euch ja nun auch so, ausgenutzt. Als ob ich euch als Spielzeug benutze, doch glaubt das nicht. Ihr habt mich um Hilfegebeten und nicht anders herum. Und ich versuche das Beste daraus zu machen. Wobei ich sagen muss, dass es hier einige gut Aussehende Männer gibt, sie wurden geschickt um mich damals zu locken. Hat wohl nicht wirklich etwas gebracht, doch nun leise. Es kommt jemand, ich würde fast sagen es ist einer der Vorsitzenden. Ein paar Minuten noch entfernt. Doch ich denke er kann uns bald hören!“ Sie verstummte, blickte zu Zasalamel. „Pscht, wehr dich nun nicht“ Vorsichtig und verlegen lächelnd kam sie auf ihn zu, setzte sich vorwärts auf seinen Schoß und guckte etwas unsicher. Sie, eine Prostituierte, wusste nicht was sie tun sollte! Das kam nicht gerade oft vor. Doch hier war es anders und das würde er wohl auch wissen. „Spiel mit bitte. Wir können jetzt noch nicht mit ihm reden. Es ist noch zu früh, er wird deine Neuheit sofort durchschauen. Heute, besser morgen früh geht es, doch nicht jetzt! Wenn wir es jetzt zulassen sind wir verloren!“ Sie beugte sich zu ihm, errötete, unsicher was sie tun sollte. ~Du kannst das nicht. Du willst das nicht!~ Pax stampfte unruhig in seiner Box, an der Tür klopfte es. ~Zu spät?~ Sie blickte Zasalamel erschrocken an. „Leg dich ins Bett, rasch. Zieh dich aus, vor mir aus nur halb aber es muss alles so aussehen, als ob er uns. . . stören würde! Los“ zischte sie kaum hörbar, schickte es ihm mehr in Gedanken. Sie blickte unsicher, all dies ging blitzschnell, ihren Umhang ließ sie fallen, die Hose glitt zu Boden, sodass sie in Slip dastand, zerzauste ihren Zopf und auch das Shirt saß mehr unter ihrem Oberkörper als darauf. Sie ging hektisch zur Tür, richtete sich und setzte einen etwas zerknirschten, jedoch sehr lustvollen Blick auf. Sie öffnete die Tür nur soweit, dass man in der hinteren Ecke das Bett ausmachen konnte, etwas zerwühlt, worauf Zasalamel halb bekleidet saß. Nach einigen gemurmelten Worten, womit sie ihn mehr oder weniger behexte sah auch er mehr oder weniger lustvoll aus und schien genervt, dass sie „unterbrochen“ worden waren. Der Mann davor, war tatsächlich einer der Vorsitzenden und Gin schien nicht wenig beschämt als sie ihn anschaute „Oh Herr. Entschuldigt mich bitte aber“ sie deutete grinsend nach hinten in den Raum. „Mein Geliebter und ich sind eben erst angekommen. Jedoch konnten wir es einfach nicht mehr aushalten, wenn ihr versteht was ich meine! Ich meine wir hatten lange nicht mehr die Gelegenheit! Lange Reise hierin! Wenn es nicht unbedingt jetzt sein muss, können wir morgen früh reden?“ Scheinbar unruhig schaute sie wieder nach hinten, für den vorsitzenden sah es so aus, als könne sie es nicht mehr erwarten. Er räusperte geräuschvoll und grinste sie viel sagend an. „Da habe ich mir ja wirklich einen schlechten Zeitpunkt ausgesucht, doch wenn ich eins noch hinzufügen darf, ich würde sie gerne einmal besuchen kommen. Alleine. Wenn sie nun verstehen. An Geld soll es nicht Mangel. Wir sehen uns morgen früh!“ Er drehte sich um. „Natürlich mein Herr! Gerne. Abwechslung schadet nie, was?!“ Gin schloss sie Tür, drehte sich zu Zasalamel an, Gedanken wurden übermittelt „Er beobachtet uns, er ist etwas. . . angespannt. Doch sollte er nicht glauben, dass ein Gesandter so etwas tut. Es wird seine Zweifel zerstreuen!“ Unbehaglich ging sie auf ihn zu ~Nichts anderes als ein Kunde. Nichts weiter!~ Doch so war es nicht und genau das war das Problem. Kaum zu glauben, dass sie eine Hure war. Sie schüttelte leicht den Kopf. Ein stöhnen verließ gequält ihre Lippen. „Es geht nicht anders!“ Gezwungener Maßen näherte sie sich ihm. Zittern bedeckte wieder ihren wohlgeformten Körper. Eine wahre Schönheit, obwohl ihre Haut von alten Narben übersäht war. „bitte, warum nur“ murmelte sie und kam Zasalamel immer näher, welcher fassungslos und erstaunt auf dem Bett saß. „entweder sie entdecken uns oder“ Er wusste genau was sie meinte. Sie berührte leicht seine Schulter, zuckte zurück und ließ nur ihre Hand auf seiner Schulter ruhen. Es war ihm überlassen, sie würde nicht sterben, sie würde irgendwo anders wieder regeneriert werden. Es war seine Aufgabe, sie wollte ihn nicht drängen, wenn er immer noch seiner geliebten hinterher trauerte!

_________________
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
- Douglas Adams

http://schnappzcountdown.jimdo.com/


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zasalamels Vergangenheit
#4BeitragVerfasst: 15. Apr 2009, 23:40 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 02.2009
Beiträge: 914
Geschlecht: männlich
Spezies (Hauptcharakter): Werwolf
Alter (Hauptcharakter): 1000
Beschäftigung: essen.. denk ich ma..
Zasalamel war völlig perplex. Alles war viel zu schnell gegangen. Der Vorsitzende, die halbnackte Gin, der beunruhigte Pax und als Gin die Tür schloss und Zasalamel das Gefühl hatte, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, kam Gin auf ihn zu, wie eine Katze, geschmeidig, ein wenig zitternd, doch das tat ihrer Schönheit nicht ab, verstärkte nur das Bild einer verunsicherten Jungfrau und Zasalamel konnte es nicht glauben, wollte es nicht; es darf nicht sein, flüsterte er ihr zu, obwohl sie ihm gesagt hatte, das es nur zur Tarnung diente. Tarnung hin oder her, es war falsch und das wusste er, doch sein Körper verlangte schon zu lange nach einer Frau und nun, da er kein göttliches Wesen mehr war, dass seine physische Hülle völlig unter Kontrolle hatte, befand sich Zasalamel in einem Dilemma. Gin würde sich hingeben, das wusste er, so wie sie sich allen ihren Kunden hingab und doch war es für ihn abscheulich eine Frau nur zu benutzen, selbst wenn es für ein höheres Ziel war.

Die Barriere seines Willens liess nach, wurde überrollt von den Empfindungen, den Sinneseindrücken, die Gin auf ihn wirkte und als sie brach, wurde er übermannt, vollkommen aufgelöst in Begierde und körperlicher Lust. Er packte Gin an den Schultern und küsste sie auf den Mund. Er war nur noch Trieb, nur noch animalischer Instinkt, der darauf aus war, diese Frau zu geniessen, selbst wenn sie dabei zugrunde gehen würde. Er drehte sich, sie fest umschlungen und war nun über ihr. Seine Augen glühten violett und er starrte Gin an, von oben, voller Gier und dann küsste er sie wieder, bohrte seine Zunge in ihren Mund, liess sie kaum zu Atem kommen und glitt dabei mit einer seiner Hände an ihrem Körper entlang; Brüste, Bauch, Schenkel, er fühlte ihre Körperwärme und sie vermutlich seine Hitze, denn es schien als wäre sein gesamter Körper in Flammen. Er zerriss den Slip. Er lachte höhnisch, als er sich diesen als letzten Schutzwall vorstellte und dann riss er seine Zunge aus ihrem Hals und begann ihr in den Hals zu beissen, nicht so dass Blut floss, aber trotzdem stärker, als dass man es für zärtlich halten konnte. Mit seinem rechten Knie schob er ihre Schenkel beiseite und bevor er in sie eindrang, flüsterte er ihr ins Ohr: "Ist es das was du willst, Hure?"
Die rhythmische Bewegung seiner Hüften und sein keuchen war das einzige, was er vernahm, denn mehr wollte er nicht hören, alles andere hätte nur seine Vernunft zurückgebracht. Er spürte weder Gin, noch das Bett, noch irgendwas, nur seine Bewegungen und als er es beendete, schob er sie verächtlich beiseite, stand auf, legte seine Kleidung wieder an und warf ihr einen Beutel Münzen aufs Bett. "War nett mit dir Geschäfte zu machen.", spottete er und verliess die Hütte.

Er rannte, wollte weg, weg von dem Ort, wo er etwas Grausames getan hatte; sein Kopf dröhnte und sein ganzer Körper zitterte vor Anstrengung und war mit Schweiss überzogen. Er keuchte und lehnte sich, als er die Hütte hinter sich gelassen hatte, an die Wand. "Monster!", hallte es in seinem Kopf, immer und immer wieder und er sagte sich, dass er das nicht gewesen sei, nicht er, sondern etwas anderes, doch sein Gewissen schrie nur: "MONSTER!"
"Die hast du aber ganz schön fertig gemacht.", meinte eine Stimme hinter Zasalamel und als dieser sich umdrehte, erkannte er den Vorsitzenden, der vorhin an der Türe gewesen war. "Wie ist dein Name?", fragte dieser ihn und Zasalamel wollte gerade antworten, als ihm einfiel, dass selbst sein Name ein Zeichen des Schöpfers war und log deswegen: "Mein Name ist Haruun, mein Lord." "Du schienst noch nicht lange ein Wesen der Dunkelheit zu sein, denn ich bin kein Lord, aber wie du mit der Schlampe umgegangen bist, das war sehr beeindruckend", sagte der Vorsitzende und zwinkerte Zasalamel zu. Diesem drehte sich fast der Magen um, als er diese Worte vernahm und er winkte schwach, als der Vorsitzende sich verabschiedete. Physisch und Psychisch am Ende wankte er wieder zurück zur Hütte, voller Reue und der Last der Schuld, denn nun musste er Gin wieder unter die Augen treten und nu schon die Vorstellung war für Zasalamel ein Alptraum.

Gin sah ihn an, sah wie seine Begierde wuchs und er sie schließlich nur noch an sich riss. Sie benutze, wie so viele andere und in dem Moment brach die Blockade in ihr ein, es wurde zum Kunden, denn Liebe war dies nicht und sie war doch einigermaßen froh darüber. Sie spürte, wie wild er wurde, ignorierte seine Bisse und tat das was sie immer tat. Besorgte es ihm und gab ihm das wonach er sich gesehnt hatte. Sie spürte, wie sein Körper dies gewollt hatte, merkte aber auch dass es in ihm drin, ganz tief in ihm, ganz anders aussah. Als er fertig war zog er sich rasch an und warf ihr einen Geldbeutel auf das Bett. Grinsend schaute sie ihm zu wie er sie eine Hure nannte und das Haus verließ. Sie wusch sich, kleidete sich an. Zum glück hatte sie nicht nur ihre Hose und das alte Hemd, denn beides stank erbärmlich. Nach diesem Geschehnis wollte sie ihrem Job alle Ehre machen. Nachdem Zasalamel, der Ex Gesandte sie so fertig gemacht hatte. Ein neuer Slip, darüber ein kurzer, lederner Minirock. Obenrum ein hautenges Top mit weitem Ausschnitt, was ihren femininen Körper sehr zur Geltung brachte. Ihren Umhang legte sie ordentlich bei Seite, ihre anderen Klamotten in das lauwarme Wasser, wo sie einweichen sollte, sonst würde der Dreck und Gestank sowieso nicht herausgehen. Sie legte einige Lederbänder um, welche nun ihre Handgelenke, Arme, Beine und ihren Hals schmückten. Ohrringe, welche mit Glöckchen geschmückt waren klingelten leicht bei jedem Schritt und ihre Stiefel die sie nur mit einem gemurmelten Wort gesäubert hatten verbargen ihre wohlgeformten Füße. Ihr Haar fiel nun offen und wellig über ihre Schultern und ein Blick in die verzerrte Oberfläche eröffnete ihr was sie hatte sehen wollen. Eine Frau, wie sie sicher schon lange nicht mehr gesehen wurde, wohlgeformt und obwohl viele Vampyre Schönheiten waren, war sie nicht zu übertreffen. Ein Vorteil wenn man schon als Mensch schön war. Mehr als das und das wusste sie ja bereits, dass sie dies war. Ihre gebräunte dunkle Haut schien samtig zu sein, ihre Lippen strahlten verführerisch rot und ihre Augen leuchteten verlockend. Sie schritt gerade zur Tür und öffnete diese, als sie Zasalamel vor der Tür entdeckte. Also war er nicht weit gelaufen. Sie musste lachen, als sie seinen Ausdruck in den Augen sah. Sie hatte den Geldbeutel vorsorglich umgeschnallt, jedoch mit nur ein wenig Geld, das andere war gut verstaut. „Ah, ich habe gehört du hast dich mit ihm unterhalten! Dann ist ja gut, dass er unser kleines Späßchen nicht durchschaut hat. Ich muss sagen für einen Ex Gesandten hast du dich ganz gut gehalten.“ Höhnisch klimperte sie mit dem Geld „Vielen Dank für diese äußerst liebe Bezahlung! Das wolle ich zwar eigentlich nicht erreichen, aber ich habe auch kein Problem damit!“ ihre zuckersüße Stimme änderte sich nun „Ich wollte unser Leben retten du kleine feige Sau!“ zischte sie um dann mit freundlicher Stimme weiter zu sprechen „Aber ich kenne euch Kerle doch. Unfassbar, dass manche von euch so gut Schauspielern können und ihren Ehefrauen vorgaukeln, dass alles okay ist, dass sie sie wirklich lieben. Aber bei euch hat man ja nun gesehen, dass nicht einmal ein Gesandter vor dem Trieb sicher ist! Denn ihr habt es immer noch in euch, ich weiß es!“ Lächelnd küsse sie ihn auf den Mund, ihre Zunge öffnete leicht seine Lippen und liebkoste sie, ehe sie sich zurück zog und murmelte „Doch ich denke ich brauche noch ein wenig Geld. Die Zeit sollte man gut nutzen, bis wir morgen früh los schreiten. Ich bin dafür, dass du brav hier im Haus bleibst, dich wird niemand belästigen, dafür Sorge ich! Hier draußen gerätst du nur in Zwickmühlen und handelst dir irgendwelche Probleme ein, die ich dann wieder beseitigen darf! Doch wenn du gar nicht hier sitzen willst, schau dir doch den Markt vorne auf dem Hauptplatz an! Er ist schön. Es gibt dort viele tolle Sachen zu sehen, tolle Statuen vom Teufel und sonstiges Zeug!“ Neckend lachte sie ihm zu, wollte sich umdrehen, ehe ihr noch etwas einfiel und sie sich wieder zurück drehte und nah zu ihm trat. „Bitte. Tu nichts dummes Zasalamel! Bitte. Es wäre. . . katastrophal! Und denk darüber nach was du gesagt hast! Es kommt nicht gut bei mir an so etwas. Ich kann auch ganz schnell böse werden, da guckst du dann aber dumm. Auch wenn dein komischer Schöpfer dich sicherlich retten wird. Er hat für Wesen wie mich ja sowieso nichts übrig!“ Ja diese Stadt zehrte auch an ihren Nerven, auch wenn sie sich dies nicht anmerken ließ. Was sollte sie denn tun? Sie suchte doch eigentlich nur eine Person wo sie Schutz, Geborgenheit und Liebe bekommen würde. So eine würde sie hier sowieso nicht finden. Warum also nicht Männer befriedigen und Geld kassieren? Wenn selbst ein Gesandter nicht zu so etwas fähig war! An seine andere Geliebte dachte sie nicht. Konnte einfach nicht verstehen, dass es wirklich solche Männer gab, welche alles für eine Frau tun würden. Nun gab sie ihm noch einen Kuss auf die Wange, wendete sich endgültig ab und tänzelte fast die Straße hinunter, beobachtet von vielen Männerblicken, doch keiner, kein einziger hatte etwas von ihrem Gespräch mitbekommen. Einige Worte murmelnd bildete sich eine unsichtbare Wolke um Zasalamel. Sie würde sofort wissen wenn etwas nicht stimmte, er würde sie gezwungener Maßen rufen und sie zu sich führen. So konnte wenigstens ihm nichts passieren, denn auch wenn sie sich dagegen wehrte, wusste sie doch, dass sie ihn viel zu sehr mochte für ihre Verhältnisse. Sie blickte über die Schulter und meinte halblaut, dass er es verstehen konnte „So und nun werde ich mir meine schwarze Seele aus dem Leibe feiern!“

Gins Reaktion traf Zasalamel tief. Obwohl ihr Stolz und ihre hämischen Worte wahrscheinlich nur gespielt waren, konnte er sich sein Vergehen nicht vergeben, noch würde es der Schöpfer so einfach vergeben. Er hatte ein Wesen benutzt, für niedere Ziele, aber am schlimmsten war, nur für seine eigenen Ziele. Er betrachtete die neue Gin, die aufreizende Gin, wie sie ihn zurückliess, als wäre er nur Dreck, Abschaum, und so fühlte er sich auch. Er nahm kaum Notiz davon, dass sie einen Unsichtbarkeitszauber über ihn gelegt hat, der ihn zusätzlich noch bewachte, denn er wollte nur alleine sein, sich selbst bemitleiden.
Die Hütte war angenehm und nur das Bett mied Zasalamel, denn sobald er sich hinlegen würde, kämen sofort die Bilder zurück und obwohl man sich seinen Sünden stellen sollte, hatte er jetzt nicht die Zeit dazu, noch besass er genug Kraft, um es noch einmal durchzustehen. Erschöpft legte er sich auf den Boden und versuchte zu schlafen, doch nicht einmal der Schlaf brachte ihm Ruhe, denn auch hier suchten ihn die Bilder Gins nach, ihres Körpers, ihrer Wärme und über sich selbst erschrocken, richtete er sich hastig auf. Er würde auf den Markt gehen, den Rat seiner "Geliebten" befolgen, doch zuerst wusch er sich selbst äusserlich von seiner Tat rein und vermied dabei jeden Blick in seine eigenen Augen. Vielleicht hatte der Biss ihn nicht ganz unversehrt gelassen, vielleicht hatte er seinen inneren Dämonen nicht völlig vernichtet und Zasalamel verliess die Hütte mit einem mulmigen Gefühl.

Der Markt war ein wirklich sehr geschäftiger Ort und doch widerte er Zasalamel an, denn hier wurde nur schändliches Zeug verkauft und er versuchte so viel Abstand wie möglich von den Theken der Händler zu halten, die Schrumpfköpfe, Menschen- und Tieraugen, Exkremente scheusslicher Wesen oder sich selbst anboten. Die Prostitution schien in diesem Dorf eines der lukrativsten Geschäfte zu sein, denn an beinahe jeder Ecke bot sich eine spärlich bekleidete Frau oder ein hübscher Mann an. Zasalamel schüttelte betrübt den Kopf und überlegte, was Gin gerade tat. War sie bei einem anderen Mann? Wie viel Geld wollte sie verdienen, ehe sie zurückkehren würde? Würde sie ihm je verzeihen, dass er sie wie eine Hure behandelt hatte, wie eine Puppe, ohne Seele oder Gefühle? Völlig in Gedanken versunken rempelte er aus versehen einen anderen Marktbesucher. Er murmelte eine Entschuldigung und wollte weitergehen, als ihn ein heftiger Schlag in einen der Läden fliegen liess. Der Aufprall liess Zasalamel verzweifelt nach Luft schnappen und sein ganzer Körper schmerzte, denn als er sich wankend aufrichtete, bemerkte er, dass er in die Waren eines Waffenhändlers gefallen war, der aber nicht wütend wurde, sondern eher erfreut war, denn er klopfte Zasalamel auf die Schultern, reichte ihm unauffällig ein Messer und raunte ihm zu: "Du musst das Schwein abstechen!" Zasalamel nahm das Messer verblüfft entgegen und sah sich seinen Angreifer an.

Ein bulliger Kerl, der aussah, als würde er nur aus Muskeln bestehen, schaute ihn finster an und knackte dabei bedrohlich mit den Knöcheln bereit Zasalamel ohne mit der Wimper zu zucken zu zerquetschen. Dieser suchte aber panisch nach einem Ausweg, doch die Menge hatte einen Kreis um die beiden Kämpfer gebildet und mit entsetzen stellte er fest, dass diese Leute es auf einen Kampf anlegte, beinahe danach lechzten. Sein Gegner war fast doppelt so gross wie Zasalamel und wahrscheinlich dreimal so stark, denn als der Koloss auf ihn zustürmte bebte die Erde und Zasalamel konnte nur mit Mühe ausweichen und versuchte, mehr halbherzig, das Messer in den Rücken des Riesen zu rammen, doch es prallte wirkungslos daran ab. Zasalamel liess es fallen und wollte wegrennen, als sein Gegner ihn packte und mühelos hochhob. "Mein Name Gorg!", rief der Koloss und schmetterte sein Opfer gnadenlos gegen einen weiteren Stand, dieses Mal war es ein Stand für Rüstungen und Schilde. Wieder prallte Zasalamel hart auf und eines der Schilde bohrte sich in seine Seite. Er riss es heraus und sah Gorg an. "Er oder ich", dachte sich Zasalamel und er begann sich mit dem Schild um seine eigene Achse zu drehen; schneller und immer schneller und als der siegessichere Gorg wieder auf ihn zu stampfte, schleuderte er das Schild gegen den verdutzten Riesen, der, als das Schild hinter ihm aufschlug, mit weit aufgerissenen Augen zu Boden fiel, wobei ihm der Kopf von den Schultern rollte. Zasalamel keuchte laut und die Menge jubelte ihm zu. "Ausgezeichnet mein Hübscher!", rief eine Stimme und alle verstummten, als Lavendria fasziniert Gorgs Kopf in den Händen hielt und auf den völlig ausgelaugten Zasalamel zu schritt. "Gorg war mein Kunde, wusstet ihr das?", fragte sie ihn neckisch und Zasalamel schüttelte den Kopf. Es war ihm egal, denn er hatte schon wieder etwas nur für sich selbst getan, nur um sein Leben zu schützen, was doch so wenig wert war. Plötzlich berührte eine sanfte, fast seidenweiche Hand sein Kinn und die wohl atemberaubendsten Augen sahen ihn an; Augen, die unendliches Glück und unvorstellbare Freuden versprachen und Zasalamel, der diesen Kampf, die Erfahrung mit Gin und die Reise hierher ohne Rast hatte hinter sich bringen müssen, war so am Ende, dass er sich kaum zur Wehr setzte, als Lavendra ihm erklärte, dass sie, nun da Gorg tot war, ihm, Zasalamel, den Dienst erweisen musste, für den Gorg bezahlt hatte und ihn hinter sich herzog.

Gin hatte gerade zwei Männer hinter sich gebracht als sie den Warnruf ihres Schutzschildes wahrnahm. Sie nahm das Geld entgegen und lächelte ihnen freundlich zu „Auf ein weiteres Mal“ grinste sie halbherzig und drehte sich um und machte sich auf den Weg. Sie wollte sich nicht zu sehr beeilen, sonst würden sie viele Leute komisch anstarren und doch konnte sie nichts dagegen tun. Sie sah, wie Zasalamel angegriffen wurde. Gorg nannte sich der Kerl. Ein bekanntes Gesicht. Im nächsten Bild war es jedoch ein bekanntes Gesicht weniger. Zasalamel erstaunte sie ein wenig, doch sah sie nun dieses abscheuliche Weib auf ihn zugehen und so wie es aussah, wollte sie ihm einen Gefallen tun, den Gorg vorher bezahlt hatte. Fluchend schritt Gin eilig aus. Sie hätte ihn nicht alleine lassen dürfen, der neue Geist in ihm verwirrte ihn wohl sehr. Oder er war eben wirklich nur ein Abschaum von Mann, doch dies verdrängte Gin tapfer. Seine Mission war gefährdet und redete sie sich ein, tat sie das nur für die Mission, doch sie wusste, sie tat es auch für ihn, für sich. Die Leute würden sie komisch anschauen, wenn sie einfach so kommen würde und ihn da wegholen würde, also brauchte sie eine gute Entschuldigung. Vielleicht doch jetzt zum vorsitzendem? Sie eilte weiter, nahm einige Abkürzungen und kam so vor Lavendra an ihrer Hütte an und ging ihnen langsam schlendert, fast wie zufällig entgegen. Als sie sie erblickte rief sie hocherfreut „Oh, Lavendra! Vielen Dank! Da geht man einmal seinem Geschäft nach und lässt ihn alleine, da verpasst er schon all seine Termine! Wirklich reizend, dass du ihn aufgegabelt hast!“ Lächelnd gab sie Zasalamel einen innigen Kuss und umfasste ihn an der Hüfte, während sie ihren Unterkörper an dem seinen rieb, kaum merkbar nur für ihn, verlangen würde in ihm aufsteigen, doch von Lavendra würde er nichts bekommen, soviel stand fest. Sie küsste ihn abermals und grinste die verdutzte Lavendra lieblich an. „komm mein lieber, wir haben noch viel vor uns in dieser Nacht!“ ein deutlich befehlender Unterton in ihrer Stimme ließ Laverndra wohl aufhorchen, doch bevor sie irgendetwas sagen konnte hatte Gin ihr Messer unter ihrem Gürtel hervorgezogen und es ihr an die Kehle gehalten. „Sag Lebwohl meine Süße!“ schmunzelte sie und zog die Klinge durch. Mühelos durchtrennte diese ihren Hals, worauf ihr Kopf zu Boden fiel, ihr Körper einige Augenblicke reglos stand, ehe er in sich zusammen sank. Ein anderer hatte dies Beobachtet und kam nun auf Gin zugestürmt. „Was war das meine Dame!?“ „So geht das, es tut mir Leid, sollte dies ihre Freudenquelle gewesen sein, doch sie war zu schlecht, versucht mir meine Kunden durch dreckige Hinterlist abzuwimmeln! Solltet ihr unglücklich werden, kommt zu mir. Durch euren Verlust habt ihr einen Wunsch bei mir frei. Ab morgen Abend sollte ich Zeit haben!“ Sie nickte ihm verführend zu und dem Mann fielen beinahe die Augen aus dem Kopf und so stotterte er nur „Vielen Dank Miss. Morgen Abend bei ihnen“ Dann stolperte er davon, sichtlich verwirrt. Gin jedoch fasste Zasalamel hart am Arm und scheuerte ihm eine. „Habe ich nicht irgendwann etwas von kein Unsinn gesagt mein Lieber?“ sie schmiegte sich an ihn, als einige Männer an ihnen vorbei schritten und über die zwei lachten. „Da kann es einer wohl nicht erwarten bis er zu Hause ist“ spöttelte einer und Gin lachte ihm zu „Ja so ist das, er hat eben Geschmack“ grinsend blickte sie ihnen nach, ehe sie Zasalamel den Arm umlegte und ihn halb schiebend, halb ziehend mit zu ihrer Hütte zerrte. Unterwegs streichelte sie ihm des Öfteren über die Oberschenkel, wollte auf gar keinen Fall, dass er irgendwie auf dumme Gedanken kam und so kamen sie zum Glück heile zu ihrer Hütte. Nachdem Gin sich versichert hatte, dass sie alleine waren und ihr Schutz über dem Haus hielt legte sie los. „Was hast du dir eigentlich gedacht hm? Mach keine Dummheiten und du machst gleich mehrere hintereinander! Mensch es war deine Bitte hier hin zu kommen, du willst diesen Ort dem Erdboden gleich machen! Obwohl man hier gut verdienen kann!“ Das letzte sagte sie in Gedanken, beinahe schmunzelnd ehe sie nah an ihn heran trat „Wenn du mich für eine so dreckige Schlampe hältst, dann sag es mir hier ins Gesicht. Sei ehrlich und ich werde bis morgen warten, dich auf den richtigen Weg schicken und gucken dass ich hier wegkomme. Dann habe ich nichts mehr mit dir am Hut und brauche mir nicht dauernd sorgen machen, dass irgend so ein Ex Gesandter mal wieder irgendwelchen Mist baut aber so geht das nicht weiter!“ Zitternd brach sie nun zusammen. Raffte sich auf „Das hier ist nicht leicht für mich verstanden!? Auch wenn es für dich vielleicht schwerer ist. Entweder du tust das für das du hier bist, oder du gehst deinem tierischem Trieb nach und vögelst dich durch die Gegend wie du lustig bist. Oder du setzt dich in eine Ecke und heulst um deine komische Geliebte! Aber so etwas lasse ich mir nicht weiter gefallen!“ Abermals scheuerte sie ihm eine, ehe sie mit einem Wort die Tür verriegelte, den Schutz um das Haus aufrecht erhielt und zitternd zu Boden sank, Tränen überströmten ihr Gesicht. „Männer. Verlogene Dreckige Schweine! Nein schlimmer. Parasiten!“ Hilflos saß sie da. Warum tat sie dies alles überhaupt für ihn?

Zasalamel hatte das Gefühl zu schweben. Sein Geist hatte sich zurückgezogen, demoliert von all den Eindrücken, die er in so kurzer Zeit hatte verarbeiten müssen und Zasalamel begriff erst so richtig was geschah, als Gin auftauchte. Ihr Anblick liess Zasalamel zur Besinnung kommen, doch als sie sich an ihn schmiegte, sich an ihn rieb und dann auch noch Lavendria mit einem sauberen Schnitt tötete, zog er sich wieder zurück, liess sich treiben in seinem inneren Kosmos, der voller Licht war; dem göttlichen Odem. "Wieso ich?" fragte er den Odem, ohne dass er eine Antwort erwartete, doch erschrocken zuckte er zusammen, als eine helle Stimme antwortete: "Wieso jemand anders?" Zasalamel betrachtete den Odem. Aus diesem formte sich ein Kind, ein Junge, der etwa 7 Jahre alt war und doch waren seine Augen älter; sie waren älter als die von Zasalamel und schienen sogar älter zu sein als die der Erzengel. "Aber ich schaffe es nicht, diese Welt ist zu dunkel und es lauern so viele Gefahren, so viele Verlockungen, wie soll ich ihnen widerstehen?", rief Zasalamel verzweifelt und fiel dabei auf die Knie, begann zu weinen, aus Verzweiflung, aus Furcht und aus tiefster Beschämung über sich selbst. "Ihr seid nicht alleine", sagte der Odem sanft und half ihm sachte wieder auf die Füsse zu kommen. "Ihr werdet begleitet von einem Wesen, dass euch nicht nur helfen will, sondern dass euch auch als Freund haben will, als Vertrauten und ihre Enttäuschung ist gross, weil ihr ihre Erwartungen nicht erfüllt habt", erklärte der Odem und Zasalamel schaute diesen ungläubig an. "Erwartungen?", dachte er sich, "Welche Erwartungen?" "Ihr müsst ihr zuhören", befahl ihm der Odem und begann ihn dazu zu bringen, wieder in die Realität zu wechseln.

Er kam zu sich, erwachte aus seiner Trance und wurde sofort von Gins Gebrüll überrascht. Ihre Wut war verständlich und Zasalamel, der sie nun nicht mehr als blosses Wesen der Dunkelheit sah, konnte die Trauer aus ihren Worten spüren. Er hatte sie verletzt, mehr als sie es sich eingestehen wollte. Er beachtete ihre Worte nur am Rande und studierte dagegen ihr Gesicht sehr genau, ihre Emotionen und ihre Schönheit. Sie gab ihm eine Ohrfeige, die er gelassen hinnahm. Sie hätte ihn heftiger Schlagen sollen, ihn so lange prügeln sollen, bis er selbst Mitleid für sich empfand. Stumm sah er wie Gin in sich zusammensackte, weinend und völlig am Ende, so wie er es selbst gewesen war.

Er atmete tief ein, denn er würde etwas tun, dass ihn entweder zerstören oder sehr viel weiter bringen würde; er musste Gin aufrappeln, er musste ihr zeigen, wofür er kämpfte und wieso er sie brauchte, auch wenn dies hiess, dass er sie gefährlich nahe an sich ranlassen musste. Er ging im Kopf alle Schritte noch mal durch, atmete noch mal tief ein, wie ein Krieger, bevor er in die Schlacht zog und dann näherte er sich Gin. Er legte seinen Arm um ihre Schultern und fragte sie, ob das Schild auch wirklich halten würde, Sie nickte zögerlich. Er hob sie hoch, trug sie auf den Armen und ignorierte ihr entsetztes Gesicht. "Nein, ich werde dich nicht wieder so behandeln, nicht noch einmal, doch ich werde dir etwas zeigen und du darfst dich nicht wehren, denn sonst werden wir beide sterben.", sagte er ihr eindringlich und bevor sie nur den Mund aufmachen konnte. küsste er sie.

Es war anders als beim letzten Mal und allen anderen davor, denn dieses Mal tat er es zärtlich und behutsam, denn aus seinem Mund sickerte langsam der göttliche Odem und er begann Gins Mund zu füllen. "Nicht wehren!", sagte er ihr in Gedanken noch mal und dann begann er den Odem freizulassen und dieser zog sie beide aus der Hütte in das Herzen des ehemaligen Gesandten, in dessen Seele.

Zasalamel stellte zufrieden fest, dass auch Gin hier war und der Odem, abermals manifestiert in einem kleinen Jungen. "Nun Herrin der Lust", sagte der Odem mit seiner hellen Stimme neckisch, „ es freut mich euch kennen zu lernen, hier im Heiligtum des einen Menschen, den ihr in euer Herz geschlossen habt." Zasalamel wusste zwar nicht, wie Gin reagieren würde, aber er hoffte, dass sie seine Beweggründe verstand, denn nur so, konnte er ihr zeigen, was in ihm vorging und wieso er das tat, was er tat.

Gin hatte nicht wirklich darauf geachtet wie Zasalamel reagierte, doch als er auf sie zukam war sie doch etwas erstaunt, wollte sich schon wehren als er ihr versprach es würde anders sein. Das es wichtig war. Sie war erst unwillig, zurückhaltend, doch dann nahm er sie mit an einen Ort den Gin sich niemals hätte vorstellen können. Sie trafen jemanden, gingen geleitet durch Zasalamel den Gesandten. Eine neckische Begrüßung riss sie aus ihren Grübeleien. Sie war erstaunt und etwas erschrocken. Wieso war es möglich, dass er sie mitnahm? Doch nicht wehren meinte Zasalamel, sonst würden sie sterben. Ruhig ließ sie also alles mit sich geschehen. Sie blickte Zasalamel an, erst etwas wütend noch, doch langsam schmolz ihre Wut, freundlich lächelte sie nun und nickte ihm zu. „Danke“ seufzte sie, ehe sie sich dem Odem zu wand. „Es freut mich, euch kennen zu lernen. Eine solche Ehre wurde mir von Zasalamel zugeteilt, ich weiß nicht was ich sagen soll“ Wirklich sprachlos blickte Gin die beiden nur abwechselnd an. Herrin der Lust. Lachend nickte Gin wieder. „Doch eine Frage habe ich. Wie ist es möglich, dass er mich mit hierhin nehmen konnte? Normaler Weise kann man Dinge nicht einfach offenbaren auch wenn man es will, seine eigenen Gefühle spielen jedes Mal eine Rolle mit und es sah nicht so aus als ob Zasalamel mich sonderlich mögen würde“ Stirnrunzelnd blickte Gin zu Zasalamel, forschte in seinem Gesicht nach irgendwelchen Anzeichen, blickte das Odem fragend an. Sichtlich verwirrt seufzte sie dann wieder. „Wenn ich recht verstehe bleibt und hier nicht sehr viel Zeit. Zasalamel erklär mir alles und wir müssen zurück, müssen den schwarzen Hof zerstören! Auch wenn“ sie brach ab. Lächelte wieder. „Nein es tut mir nicht Leid. Auch wenn es massig Geld gibt, auch woanders kann man weiter leben, arbeiten“ Grinsend blickte sie das Odem an „Als Herrin der Lust kann man zu viel Geld kommen. Viele rastlose Seelen empfangen und sie etwas glücklich machen“ Lachend wartete Gin auf weitere Erklärungen. Wie sie den Hof zerstören wollten könnten sie auch immer noch in ihrer Hütte klären, zu wohl fühlte sie sich hier nicht gerade. Lange wollte sie nicht hier bleiben. Es juckte sie überall, so als ob ihre Dunkle Seite es hier nicht aushalten könnte, außerdem bekam sie drückende Kopfschmerzen. Ein Summen in ihren Ohren wurde langsam immer lauter. „Zasalamel? Was ist nun?“ Unruhig blickte sie umher. ~Zurück~ Auch wenn sie Zasalamels Kuss immer noch spürte und diesen wunderschön fand, stand sie hier doch ein paar Schritte von ihm entfernt. Komisch, aber eben möglich. Sie strich sich eine Strähne ihres Haares hinter ihr Ohr und schüttelte den Kopf, so als ob sie das lästige Summen vertreiben wollte. „Bedenkt dass ich nicht für diese Ebene geschaffen bin“ krächzte sie eher hilflos, so als ob ihre Stimme nicht mehr lange mithalten würde. Ihr Fähigkeiten schienen hier oben eher unnütz zu sein, als ihr zu helfen, denn als sie die Schmerzen lindern wollte verstärkten sich diese nur und langsam kam sie sich immer hilfloser vor ~Ich will zurück~ schoss es ihr panisch durch den Kopf.

Gins Reaktion war sehr faszinierend. Obwohl sie den Ort nicht ertrug, fand sie ihn trotzdem faszinierend und er war auch wunderschön, das wusste Zasalamel, denn schliesslich war es seine Seele und obwohl diese nur noch menschlich war, erfüllte sie trotzdem eine übermenschliche Reinheit, erschaffen durch den göttlichen Odem, welcher sich wieder an Gin wandte, nachdem diese ihre Fragen und ihr Unbehagen kund getan hatte. Eigentlich war Zasalamel erstaunt, dass Gin so ruhig war, dass sie sich hatte so leicht von ihm hierher führen lassen und es erstaunte ihn noch mehr, dass es so einfach funktioniert hatte. "Wahrscheinlich liegt es daran, dass du sie wirklich magst", flüsterte ihm der Odem zu und Zasalamel fing an zu grübeln. Die erste Begegnung auf dem Feld, die zweite Begegnung als sie verletzt war, die dritte nachdem sie ihn gebissen hatte und nun diese hier, in ihm selbst, in seinem Innersten. Bei all diesen Treffen, hatte er sie mehr und mehr kennen gelernt und doch hatte er keine Ahnung.

"Eure Frage ist berechtigt", sagte er Odem und wurde zur Kopie Zasalamels, aber so, wie er als Gesandter gewesen war, "wieso hat der Transfer funktioniert?" Der Odem schien nachzudenken, doch er sah eher danach aus, als ob er Gin zum Nachdenken anregend wollte, denn er lächelte sie an und dabei lief es Zasalamel eiskalt den Rücken runter. "Nein, das ist unmöglich, ich sehe unmöglich so aus, wenn ich Gin ansehe, das kann nicht sein", dachte sich Zasalamel entsetzt, denn der Odem, welcher die Gestalt Zasalamels angenommen hatte, strahlte eine Wärme aus, die Zasalamel selbst nur zu gut kannte. "Ihr denkt Zasalamel mag euch nicht? Seid ihr so blind? Natürlich, als Herrin der Lust erkennt ihr nur fleischliche Liebe, Liebe die sich auf einen kurzen Moment beschränkt, doch was ist mit Freundschaft? Verschliesst nicht den Blick vor der Möglichkeit, dass der Gesandte und der Mensch Zasalamel euch zur Freundin haben will, es bereits getan hat und nun hofft, dass ihr das auch einseht.", erklärte der Odem mit heftigen Gesten, denn der gesamte Raum, in dem sie sich befanden, reagierte heftig auf die ausgesprochenen Worte, da er ja selbst Zasalamel war und jener, dessen Innerstes sich nun ihm selbst offenbarte, schluckte schwer. Gin schien sich immer heftiger zu wehren, unabsichtlich wahrscheinlich, aber trotzdem würde dies tödliche Konsequenzen haben und deswegen beschleunigte der Odem seine Worte, sprach hastig und ohne auf eine Gegenreaktion zu warten:
"Ihr müsst hier weg, alle beide; Gins Reaktion stört die gesamte Struktur dieses Raumes, doch bevor ihr geht Gin, möchte ich euch etwas von grossem Wert geben, von grossem Wert für eure Mission und für Zasalamel", ein gleissendes Licht sammelte sich in den Händen des Odems, welcher wieder die Gestalt eines Kindes angenommen hatte, und er fuhr fort, "Dies ist ein Teil von seiner Seele, ein komprimiertes Stück der gesamten Seele mit allen Eindrücken, allen Emotionen, allen Charakteristiken. Ihr müsst diesen Stein aufbewahren, auch wenn er nur unscheinbar erscheint, wird er später von grossem Wert sein, von fast unschätzbarem Wert, wenn ihr an Zasalamel glaubt und wenn ihr ihn als Freund akzeptiert, denn sonst wird er verloren sein und euch zasalamel muss ich offenbaren, was passieren wird, auch wenn es furchtbar ist, muss es doch geschehen."
Zasalamel fuhr erschrocken auf, als der Odem ihm sein Schicksal offenbarte. Trauer zeichnete sein Gesicht, doch je mehr ihm erzählt wurde, desto entschlossener und entspannter wurde es und zum Schluss seufzte er und nahm dann Gins Hand. "Danke", sagte er sanft zu ihr und dann wirbelte der Odem um die beiden herum, schneller und immer schneller; Zasalamel flüsterte dem Odem fragend zu, wie lange sie denn schlafen werde und die Stimme des Odems erwiderte, bis zum späten Morgen. Zasalamel nickte, umarmte Gin, welche langsam die Müdigkeit und die schweren Augenlieder spüren musste, und schloss die Augen. Wieder erklang ein Engelschor und alles wurde Weiss um ihn herum.

Zasalamel erwachte langsam und bemerkte zufrieden, dass sie sich wieder in der Hütte in diesem verfluchten Dorf befanden und, was wichtiger war, dass Gin noch schlief. Es erstaunte ihn nicht, dass sie nebeneinander lagen, aber trotzdem war die Tatsache, dass sie nur wenig Bekleidung anhatten, ein wenig befremdlich. "Was soll’s", dachte sich Zasalamel und zuckte mit den Schultern. Er hob die schlafende Schönheit hoch, legte ihr einen Mantel um die Schulter und trug sie nach draussen, nachdem er sich selbst auch bekleidet und einen kleinen Zettel geschrieben hatte, welchen er in den Mantel um Gins Schultern legte. Er hoffte nur, dass sie ihn finden würde, doch zur Sicherheit würde er es Pax noch sagen. Er begab sich zu den Ställen und begegnete dabei noch einigen Betrunkenen, die langsam auf ihn zuwankten und denen er dann sagte, dass die Dame nach einer langen Nacht ziemlich müde sei, worauf die beiden mit ihren teigigen Gesichtern anzüglich grinsten, was ihnen aber kaum gelang. "Pax!", schrie Zasalamel wütend, worauf das Pferd angetrottet kam und ihn ein wenig verwirrt ansah. "Nimm Gin! Bring sie raus aus diesem Dorf und sobald sie aufwacht, sag ihr, sie solle ihn den Taschen des Mantels nach einem Zettelchen suchen. Sobald sie den gefunden hat, musst du sie solange am Zurückkommen hindern, bis du ein gleissenden, roten Stern über dem Dorf siehst, erst dann und nur dann, darf sie zurückkommen. Verstanden?!", sagte Zasalamel ernst und eindringlich, so dass Pax nur bejahend schnaubte und dann langsam zum Ausgang trabte. Zasalamel begleitete die beiden noch bis zum Ausgang, tötete dabei die Wächter an der Pforte, da sie die hübscheste Hure der Stadt nicht hinausgehen lassen wollten und gab Pax noch einen Klaps. Er hoffte sie würde verstehen und dass der Zettel ihr eine Erklärung gab, denn nur mit zittrigen Fingern hatte er das Wort "Märtyrertod" auf das Stück Papier schreiben können.

Er wandte sich um. Keine Zeit für Trauer, für Selbstmitleid, für Furcht. Er musste etwas erledigen. Voller Überzeugung und mit einem für ihn neuen Selbstvertrauen begab er sich auf den Marktplatz. Er packte seine Sense, schüttete etwas von dem heiligen Wasser darauf und aktivierte so die Zeichen der Erzengel. Die gesamte Stadt schien auf ihn aufmerksam geworden zu sein, denn von überall strömten die Dämonen, die Halbdämonen, die Kreaturen der Finsternis heran, um sich den Eindringlich anzusehen, das Wesen des Lichts, den obersten Feind und schon begannen sie ihn zu attackieren. Zasalamel pflügte sich durch die Reihen seiner Feinde, denn er war nur Zweck, nur Werkzeug, er war ein Vergelter und mit jedem Hieb köpfte er Dämonen, trennte ihnen die Glieder ab oder durchbohrte ihren Leib, nur um sofort darauf den nächsten zu töten. Der göttliche Odem schirmte ihn dabei vor gegnerischen Angriffen ab, blendete Angreifer von hinten, liess Schläge an einem göttlichen Schild abprallen und verstärkte Zasalamels physische Kraft. Der Kreis um den Mann mit der Sense wurde weiter. Er kickte immer mehr abgehackte Arme weg, zertrat öfter abgesäbelte Köpfe und stand häufiger auf sich windende Körper, bis ihn ein blitzschneller Schlag auf den Hinterkopf lähmte. Langsam wurde es schwarz um ihn herum und das letzte was er hörte, war eine weibliche, bekannte Stimme, die ihm zuflüsterte: "Netter Versuch, mein Hübscher."

Als er erwachte war er an ein Kreuz gebunden, doch verkehrt herum, so dass sein Kopf nach unten zeigte. Die Schmerzen, die seine Hände und seine Füsse, seinen ganzen Körper durchfuhren, waren grausam und sein Foltermeister noch grausamer, denn er schüttete immer wieder Salz und Essig über die Wunden, während ein anderer Dämon die Wunden sofort wieder heilte, damit die Prozedur wieder von vorne begann. Er wollte sterben, doch sie liessen ihn nicht, als würden sie wissen, was dann geschehen würde, als hätten sie Einsicht genommen in den Plan des Schöpfers. "Weisst du, ich habe immer gedacht, dass Wesen des Lichts sich nicht mit Wesen der Dunkelheit abgeben, doch anscheinend scheint unsere Schönheit so aussergewöhnlich zu sein, unsere Methoden so befriedigend, dass selbst himmlische Wesen sich lieber von den Wesen der Finsternis verwöhnen lassen", erzähle eine spöttische Stimme, die Zasalamel nach einigem nachdenken, als die des Vorsitzenden und dazu gesellte sich die Stimme von Lavendra, die vor Häme triefte: "Du hast einen guten Geschmack mein Hübscher. Diese Gin ist ein Juwel, zwar ein schmutziger, doch trotzdem ein Juwel der Schönheit und dass du dir gerade sie ausgesucht hast, das zeugt wirklich von Geschmack und ich hoffe sie war es wert, denn deine Qualen werden ziemlich lange andauern."
Zasalamel hörte nur halb zu, denn die Schmerzen durchbohrten selbst sein Bewusstsein und seine Hoffnungsschimmer waren nur, dass er bald sterben würde und dass Gin in Sicherheit war.

Fluchend hatte Gin gemerkt, wie ihre Augen immer schwerer wurden und sie immer müder. Das hatte etwas mit diesem Ort auf sich, soviel wusste sie. Den Worten des Odems nur ein wenig folgend schlief sein ein. Das einzige was sie richtig bemerkt hatte war, dass er sie wirklich mochte. Sie war blind gewesen, ganz so wie das Odem es gesagt hatte, zu blind um zu erkennen was vor ihr lag. Dann war da nur lange Zeit leere. An schaukeln kann sie sich noch erinnern, ehe sie aufwachte, verwirrt die Augen öffnete und sich auf Pax wieder fand, weit entfernt von dem schwarzen Hof. Fluchend sprang sie ab, schrie Pax an, ehe ihr einfiel, dass sie wieder normal zu ihm sein konnte. Ein liebevolles Klopfen seines Halses ehe sie den Zettel und den Stein in ihrer Tasche fand. An den Stein konnte sie sich erinnern, der Zettel verwirrte sie. Sie las ihn und immer mehr verfinsterte sich ihre Miene. Zornig sprang sie auf und brüllte einige Worte. Auf ihre Reaktion gefasst zwickte Pax sie und schob sie weg nach vorne. Doch Gin war sauer. Zu sauer. „Warum dienst du eigentlich diesem miesen Verräter? Was bildest du dir eigentlich ein hm?“ Röte stieg ihr ins Gesicht und wütend blitzen ihre Augen rot auf. „Dieser Tölpel, als ob er sich dort durchsetzen könnte!!“ Fauchend wand sie sich an Pax. „Vermutlich kommst du nicht freiwillig mit mir zurück oder?“ Kopfschüttelnd blickte sie ihn an ~Nein~ lautete seine Antwort. ~Aber ich werde dir folgen und dort helfen wenn du selber zurück kommst, doch dorthin, dass ist deine Sache!~ Verärgert drehte Gin sich abrupt um. Sie nahm den Stein in die Hand, welcher ihr gegeben wurde und sank auf die Knie. Murmelnd formte sich in diesem Stein ein Bild, Zasalamel mit dem Kopf nach unten an einem Kreuz hängen, er bekam Wunden zugefügt und sie konnte nur über die Schlauheit der Kreaturen den Kopf schütteln. Und über die Dummheit Zasalamels, welcher geglaubt hatte es alleine zu schaffen. Zornig lachend versank sie in eine Art Trance. Ihr kam diese Phase unheimlich lange vor, in Wirklichkeit dauerte es nicht einmal 5 Sekunden. Zasalamel konnte also in der Zeit nichts Schlimmes passieren. Pax stand verwirrt neben ihr, während sie total versunken dasaß.

~Mutter? Erhöret mich! Ich weiß, lange Zeit habe ich mich nicht gemeldet, ich weiß auch, dass ihr nicht über meinen Weg den ich gehe erfreut seit, doch so wisst ihr wahrscheinlich ebenfalls, dass nicht ich es war die ihn gewählt hat! Ich hätte etwas tun können, ich weiß. Es war mein Fehler und jetzt wo ich es bemerkt habe ist es fast zu spät es zu bereuen. Doch ich weiß, dass ich es mit eurer Hilfe schaffen kann, ich kann wieder rein werden. Ich kann Buße tun für alles was ich jemals getan habe und auch wenn ich dann nicht unbedingt freudig aufgenommen werde, werde ich eine Chance haben mir eine gute Position zu verschaffen. Nur leider liegt diese Möglichkeit nun direkt vor mir und ich muss sie ergreifen. Sonst verliere ich eine weitere geliebte Person und das würde mein Herz nicht verkraften. Mutter bitte gib mir die Kraft und ich verspreche dir alles wird gut. Der Ort des Bösen wird vernichtet werden. Ich weiß dass ich noch viele Kämpfe ausstehen muss, doch das wird ein Anfang sein! Ich bin mir bewusst was ich machen möchte Mutter. Vertraut mir. Nur einmal!~
Es war ein ähnlicher Raum wie vorhin, doch im Gegensatz zu dem vorigen saßen nun mehrere Leute in hohen, hellen Stühlen in ihm. Eine davon ihre Mutter. Alles Elben. Elben die dem obersten Rat angehörten. Und die mächtigste davon Lyhanna. Gins Mutter. Als sie gestorben war waren nie mehr Elfen in das kleine Dorf gekommen, dort hatte sich alles zum Schlechten verwandelt. Doch darum ging es nun nicht. Lyhanna stand langsam auf. Schaute ihre dunkle Tochter an. Ihr hübsches Gesicht in Falten gelegt. ~Gin, du bittest mich da um etwas, was ich nur schwer unterstützen kann. Du weißt zwar was ich für eine Position habe, doch werde ich die nicht ausnutzen um dir zu helfen bei etwas was du alleine machen kannst. Doch eine Sache verspreche ich dir! Ich helfe dir dorthin zu kommen, schnell! Du wirst die Gestalt einer Elbe haben. Ganze 2 Tage lang, danach wirst du dich Qualvoll zurück verwandeln. Doch etwas wird anders sein! Hoffnung wirst du vermehrt in deinem Herzen tragen und dann liegt es an dir dich zurück zu verwandeln! Du hast die Kraft, du kannst es schaffen. Nutze diese 3 Tage. Vernichte den dunklen Hof. Rette Zasalamel, den Gesandten. Hebe den Stein des Odem gut auf. Und vergiss nicht. In drei Tagen bist du wieder so wie du jetzt bist! Sei dir dessen bewusst! Es ist ein harter Weg mit vielen Rückschlägen welcher dich erwartet, wenn du dich nach dieser Zeit in deinem Ursprungs Körper entschließt diesen wieder anzunehmen. Doch vorerst ist es dir gewährt! Ebenfalls unsere Kräfte, sowie deine anderen Kräfte alle. Keine wird ausgeschlossen sein, denn solche gehen nicht verloren, wir haben nur neue hinzugelernt, welche du nun auch besitzt! Mach mich nicht Unglücklich Gin!~ Die anderen nickten zustimmend und sanft gab Lyhanna ihrer Tochter einen Kuss auf die Stirn und die Wangen. Dann entfernte Gin sich rasend schnell von diesem Raum, ihr war als würde sie auf den Boden zurück stürzen. . .

Keuchend öffnete Gin die Augen. Blickte an sich herunter und sah wie Pax erschrocken einen Satz nach hinten machte. Ihre Kleidung hatte sich verändert. Zwar knapp wie eh und je, jedoch hatte sich die Farbe geändert. Von dem ehemaligen Schwarz waren sie in gleißendes Weiß verwandelt worden. Ihre Schönheit hatte sich verändert. Sie strahlte noch mehr, ihre Haut noch immer dunkler als die der normalen Elben schien zu leuchten, zu glitzern, als ob die Sonne sich darin tausendfach brechen würde. Ihre schlanken und kräftigen Arme waren unverdeckt, ein kurzärmliges enges Hemd zierte sie und unterhalb trug sie eine enge weiße Hose welche über den Knöcheln nach oben geschlagen war. Ihre Füße steckten nun in weichen Lederstiefeln. Und alles aus diesem reinen Weiß, sodass Gin ganz anders wurde. Freudestrahlend betrachtete sie den Umhang der neben ihr im Gras lag. Das Elbenzeichen auf dem Rücken hing sie sich ihn um und erfasste das glatte Holz ihres neuen Bogens. Das Schwert, welches hingebungsvoll verziert war hing an ihrem Gürtel und die vielen Messer waren wie immer an ihrem Platz. Sie wusste diese Dinge würde sie behalten können wenn sie sich nur anstrengen würde. Einzig und allein ihre Seele würde sich nach diesen drei Tagen wieder mehr verhärten. Mehr ins dunkle gezogen werden, diese Schätze jedoch, diese Farbe könnte sie weiterhin tragen. Sie blickte zu Pax, welcher sie musterte ~Ihr seid wunderschön Herrin!~ Sie streichelte ihn liebevoll ~Ich mache mich nun auf den Weg ich erwarte dich dort mein treuer Freund!~ Sie murmelte ein paar Worte und schien sich aufzulösen. Pax geriet in Panik, sie hatte einen Weg zurück gefunden, einen Weg den er nicht kannte.

Er wieherte panisch und drehte auf der Stell um und galoppierte zum schwarzen Hof. Ein langer Weg lag vor ihm, doch er musste doch seine Herrin beschützen! Seine Nüstern bebten, Schaum quoll ihm aus dem Maul und doch wollte er es schaffen. Sein Herz klopfte im Takt seiner donnernden Hufe, welche kaum den Boden berühren zu schienen. Endlos kam ihm der Weg vor. Reiste Gin wohl schneller?

Ihre Reise hatte nur wenige Sekunden gedauert, am Hof angekommen sah sie, dass Zasalamel gute Arbeit geleistet hatte. Überall lagen Tote und die Überlebenden hatten sich um den Platz gescharrt an dem Zasalamel hing. Sie orientierte sich kurz und betrat dann die Stadt. So ausgerüstet fühlte sie sich sehr wohl. Sie hörte eine Stimme durch die Stadt hallen. Die von Lavendra. Überall würde sie diese Stimme erkennen. Seufzend schritt sie anmutig in die Richtung des Platzes. Dort angekommen schien sie immer noch niemand zu bemerken. Sie spürte nur Pax Gedanken und seinen keuchenden Atem. Dies würde Zasalamel wohl auch wahrnehmen. ~Gin. Zasalamel! Ich bin gleich da, ich habe es gleich geschafft!~ Der Triumph war unüberhörbar. Selbst Zasalamel in seiner Situation würde es begreifen. Pax hatte unglaubliches geschafft. Gin wusste wie weit sie von dem Hof entfernt gewesen waren und hatte ihr klatschnasses, triefendes und schäumendes Pferd vor Augen. ~Pax. Mein Guter! Ich erwarte dich. Das hast du sehr gut gemacht~ Dankbar schickte sie diesen Gedanken an ihren treuesten Freund, ehe sie sich der Szene vor sich zu wand. Sie beschloss, dass es leichter werden würde, wenn sie aus der Mitte heraus angreifen würde und Pax würde dann von außen kommen, so würden sie sie einigermaßen einkesseln können. Grinsend kletterte sie geschickt an einem der Häuser empor. So überblickte sie die Menge. Es waren nie sonderlich viele in diesem Dorf gewesen und doch musste Gin staunen wie viele Zasalamel erledigt hatte. Hier waren nur noch um die Hundert andere Wesen der Dunkelheit. Gin stand nun sicher auf dem Dach dieses Hauses. Flügel hatte sie gehabt als sie ein Vampir gewesen war. Hatte sie diese immer noch als Elbe? Ihre Mutter hatte ihr gesagt keine der Fähigkeiten würde verloren gehen. Doch wie sahen sie nun aus? Früher Pechschwarz und zum töten und nun? Gin konzentrierte sich kurz um dann zu spüren wie die Flügel hervorbrachen. Es tat nicht sonderlich weh und so lachte Gin laut. „Wesen der Dunkelheit! Ihr habt gesehen wozu er“ sie deutete auf Zasalamel „fähig ist. Doch hättet ihr geglaubt, dass ich nicht ein Wesen wir ihr seid? Nein“ Dieses Wort spie sie ihnen nur entgegen „Wie viele hatten denn ihren Spaß mit mir, ohne zu wissen womit sie es zu tun hatten? Niemand hat auch nur etwas geahnt! Doch nun seht ihr mich hier und ihr seht euer Ende!“ Mit diesem Satz ließ Gin sich fallen, ehe sie kräftig mit ihren Flügen schlug und so in die Höhe stieg. „Keiner hat damit gerechnet, alle fühlten sich hier sicher und geborgen, doch diese Zeit soll vorbei sein. Sicher einige von euch sind zu anderen Orten der Dunkelheit geflüchtet, doch gibt es viele Wesen wie mich und Zasalamel. Und ihr werdet immer weniger!“ Mit einem Schrei ließ sie sich hinabstürzen, hieb mit ihrem Schwert noch im Landen in die sie anglotzenden Männer und drehte sich gewand durch die Sterbenden, nur um diesen endgültig das Leben mit ihren Flügeln zu beenden. Die Flügel, reinweiß wurden jedoch nicht im Geringsten beschmutzt. Das weiß hielt an, so als ob nichts gewesen wäre und so ertönte ein stiller Seufzer nach dem anderen, während Gin sich weiter nach vorne kämpfte. Hinter sich hörte sie das Donnern von mehreren Hufen. Kam Pax etwa nicht alleine? Mindestens fünf Pferde zählte Gin in Gedanken. Nun setzten sich die Wesen mehr zur Wehr, doch half es ihnen nicht sonderlich. Erschrocken wandten sich die restlichen Überlebenden den Pferden zu, nur noch ein Kreis trennte sie von Zasalamel. Ein Kräftiger Satz und sie schwebte knapp über ihnen, mit ihrem Bogen zielte sie und schoss knapp die hälfte von ihnen Tod, ehe sie neben Zasalamel landete. Kurz zu Pax blickte und ihren wunderbaren schwarzen Hengst, inmitten von 5 schneeweißen Pferden kämpfen sah. Die Wesen waren zu sehr beansprucht von den Pferden als sich um sie zu kümmern und die Reste von dem Kreis versuchten zu flüchten. Sie sahen ein dass sie verloren hatten. Ein kurzer Blick zu Zasalamel und sanft löste sie seine Fesseln und fing ihn sanft auf, hielt ihn in ihren Armen, sodass er nicht zusammen sinken konnte. Rasch begann sie einige Worte zu murmeln um das Salz aus seinen Wunden zu entfernen. Auch aus denen, welche wieder geschlossen wurden sonst würde er sterben. Als dies soweit erledigt war, dass er Leben würde wand sie sich um. Die Pferde kämpfen immer noch erbittert und nur eines von ihnen war gestorben. Die anderen hatten viele kleinere Wunden doch hatten sie die Wesen der Dunkelheit eingekesselt und streckten einen nach dem anderen nieder. Gin sah lächelnd zu Zasalamel und nickte ihm freundlich zu.
„Du dachtest doch wohl nicht, dass ich dich alleine lasse, oder!?“

_________________
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
- Douglas Adams

http://schnappzcountdown.jimdo.com/


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zasalamels Vergangenheit
#5BeitragVerfasst: 15. Apr 2009, 23:43 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 02.2009
Beiträge: 914
Geschlecht: männlich
Spezies (Hauptcharakter): Werwolf
Alter (Hauptcharakter): 1000
Beschäftigung: essen.. denk ich ma..
Zasalamel war alleine mit dem Schmerz. Er nahm nur schwach war, wie sich eine Menge um ihn herum sammelte, wie die Wolke der Bosheit, des Hasses, um ihn herum verdichtet wurde und er spürte auch, dass dieser Ort nicht nur ein Geschwür war, sondern tiefer reichte, denn er konnte das Böse in der Erde pulsieren hören; hören, wie sich eine gewaltige schwarze Masse unterirdisch bewegte, sich sammelte, darauf wartete mehr Blut, heiliges Blut zu kriegen und langsam machte sich Angst in ihm breit. "Wann endet es, mein Schöpfer", fragte er sich und als selbst der Odem keine Antwort gab, verliess die Zuversicht sein Herz und als wäre seine gesamte Existenz nichtig, sackte er noch mehr in sich zusammen, suchte den Schmerz, weil der Schmerz für ihn der letzte Beweis dafür war, dass er lebte, dass es ihn gab und dass er noch immer nicht tot war, was er sich nun am sehnlichsten Wünsche, mehr noch, als das Gin in Sicherheit war. Er durchlebte die kritischen Phasen seines Lebens noch mal: der Verlust seiner Eltern durch Richter und Vollstrecker, die Offenbarung, dass er ein Gesandter werden würde und somit nicht mehr mit Sophie zusammen sein konnte, die Umwandlung seiner Geliebten in den Dämon der Zwiespalt, ihre Auslöschung vor seinen Augen, seine Begegnung mit Gin, ihr Biss, die Verwandlung, die Nacht mit Gin und zuletzt, das Kreuz, verkehrt herum und seine Folter. Wofür noch am Leben bleiben, dachte sich Zasalamel, spürte wie die Kälte sein Körper durchfuhr, ihn schmerzhaft liebkoste, mit schriller Stimme versprach ihn zu erlösen und dann vom Odem bekämpft wurde. Doch Zasalamel hatte den Glauben an sich selbst verloren, hatte vergessen, was mit ihm passieren würde und nun durchfuhren ihn Rachegelüste. Er würde den schwarzen Wesen zeigen, was sie ihm angetan hatten, würde sie spüren lassen, was Folter wirklich war, denn sobald er starb, würde er ausbrechen aus diesem schwachen Körper und sich erheben.

Stolz öffnete Zasalamel die Augen. Die Menge der Zuschauer war beachtlich, doch er wusste, dass er ihre Schar ziemlich dezimiert hatte, er, der Hüter der Harmonie, hatte sich wie ein Berserker durch ihre Reihen gepflügt und es genossen, das wusste er nun. Er wollte diesen feigen Bestien gerade sagen, was er von ihnen hielt, als er Pax hörte. "Nein, ihr dürft nicht..", dachte sich Zasalamel, doch seine Gedanken waren zu schwach, als dass sie zu den Beiden durchdrangen und erschöpft liess er den Kopf hängen. "Wieso wollten sie ihm helfen", fragte er sich, "War er nicht deutlich genug gewesen, als er Pax gesagt hatte, er dürfe Gin auf keinen Fall zurückkehren lassen?" Seine Gedanken schweiften zu Gin; Gin die Unnahbare, Gin die Herrin der Lust, Gin seine Gefährtin für einen kleinen Teil seines Weges, Gin, die sich nun selbst in Gefahr brachte, Gin seine Geliebte. Ehemalige Geliebte, wies er sich selbst zurecht, denn er war ein Narr gewesen zu denken, dass sie je mehr empfinden würde, als etwas Respekt und doch kam sie um ihm zu helfen. Wieso? Der plötzlich eintretende Schmerz unterbrach jeden weiteren Denkversuch und nur schon seine Augen geöffnet zu lassen, empfand Zasalamel als ungeheure Anstrengung. Er sah wie Gin mit dem Pöbel redete, sah wie sie flog, ganz in weiss gekleidet, völlig anders, umgekrempelt und in Zasalamel regte sich der ehemalige Glanz des Gesandten, doch er begrub ihn unter Wut und der Gier nach Rache, denn Gin würde ihm dazu verhelfen, sie musste, denn sonst würde er sich selbst dazu verhelfen und wahrscheinlich ein Dämon werden, doch war ihm dies egal, solange er seine Rache bekam. Sein Körper bebte vor Erregung als er zusah, wie Gin sich einen Pfad durch die Horde schlug, wie sie die Meute niedermetzelte, als wären sie Schlachtvieh und innerlich wollte Zasalamel es auch tun, wollte seine Sense in diese Wesen bohren, ihnen Schmerzen zeigen. Selbst Pferde kamen um sich der Wesen der Finsternis anzunehmen und der gekreuzigte lachte, obwohl er es physisch nicht konnte; er lachte ein bitteres Lachen, denn er wollte dabei sein, nicht nur zuschauen, wollte töten und nicht wie ein plumper Sack an einem Gestell hängen. Gin flog auf ihn zu, ein Engel, ein tödlicher Engel mit ihren weissen Schwingen, ihrer unglaublichen Schönheit und ihrem sanften Wesen war sie der perfekte Engel, dachte sich Zasalamel und Begierde wuchs in seinem Kopf. Sie tötete mit heiliger Eleganz, sagte er sich und dabei beneidete er sie, weil sie töten konnte und er nicht.

Wieder entbrannte ein Kampf in Zasalamels Seele, doch dieses Mal kämpfte er selbst gegen den Odem, wollte sich davon befreien oder ihn sich untertan machen, denn nur so würde er die Macht erlangen, um diesen Ort dem Erdboden gleich zu machen. Er rang mit dem Odem, blitzende Klingen schlugen gegeneinander, schnitten durch Fleisch und mit einem Aufschrei rammte Zasalamel dem Odem seine Sense in die Brust. "Ergib dich mir!", befahl er dem Odem und dieser, völlig am Ende mit seiner Weisheit, nickte nur stumm und mit einem triumphierenden Aufschrei sog Zasalamel den göttlichen Odem auf. Als er seinen Blick, neu gestärkt, wieder gegen Aussen wandte, bemerkte er, dass Gin seine Fesseln zerschnitten, ihn sanft auf den Boden gelegt und ihn geheilt hatte. Letzteres erzürnte Zasalamel aufs äusserste, brachte ihn derart in Rage, dass er sich selbst seine Nägel in die Hand bohrte, weil er die Fäuste vor Zorn geballt hatte. Ihr Nicken und ihr Lächeln kamen ihm auf einmal höhnisch vor, als würde sie ihm zeigen, dass SIE es war, die hier die grösste Macht darstellte und nicht er. Ihre Worte waren wie Öl, dass sich in heisses Feuer goss und wutentbrannt ging er auf sie zu, betrachtete sie mit gierigem Blick, packte sie und warf sie von der Tribüne, auf welcher er ans Kreuz geschlagen worden war. "Du!", schrie er und dabei machte sich deutlich die unterdrückte Wut in seiner Stimme sichtbar. Er sprang zu ihr herunter, packte einen Dämon, der flüchten wollte, brach diesem das Genick und entwendete dessen Waffe. "Ein Streitkolben, wie praktisch", sagte er, schaute dabei wie ein Verrückter auf die Waffe und näherte sich der völlig verwirrten Gin. "Du kleine Schlampe! Ich habe es satt, dass du mich wie deinen kleinen Hund behandelst, wie einen Köter, den man ab und zu streicheln muss!", herrschte er sie an und näherte sich ihr bedrohlich, worauf sie ihre Waffe hob. "Ja, töte mich", sagte sich Zasalamel und näherte sich immer mehr der Spitze ihrer Klinge. "Du Abschaum einer Frau, man kann dich wirklich nur für eines brauchen und nur darin wirst du jemals gut sein!", schrie er sie weiter an, denn er wollte, dass auch sie zornig wurde, auf dass seine nächste Tat sie nicht zu sehr schmerzte. "Ich wollte, dass du mich alleine lässt, aber vielleicht hätte ich dir etwas Geld beilegen müssen, damit du auch getan hättest, was ich von dir verlangt habe." Seine Stimme war wie ein schneidendes Schwert und selbst für ihn, war es das Übelste, was er ihr hätte an den Kopf werfen wollen, doch es musste sein, denn nur so würde er seine Rache bekommen. "Na los, töte mich!", sagte er kalt und fixierte dabei die Spitze ihrer Klinge. Nah genug war er nun und er spürte auch, dass die wahre Quelle dieses Dorfes zum Leben erwachte, denn der Boden vibrierte sanft. "Närrin, du hast die wahre Macht dieses Ortes wahrscheinlich nie erkannt und nun muss ich das alles richten und dich auch noch beschützen!", sprach Zasalamel und sah, wie an einigen Orten des Platzes der Boden aufbrach. "Stirb, Herrin der Lust!", schrie Zasalamel und stürzte sich auf sie, aber so, dass er unweigerlich in die Klinge seiner Angebeteten sprang.

Sie bohrte sich durch seinen Leib und traf sein Herz. Endlich, dachte er sich und fiel. Keuchend spuckte er Blut und versuchte hilflos etwas Wichtiges loszuwerden, doch sein Körper reagierte nicht mehr richtig und so blieb ihm nur noch Telepathie: "Gin, es musste sein und ich will dir nur helfen. Solltest du mich hassen für meine Worte, so tue das, denn sie dienten nur zum Schutz, so dass mein Tod nicht so schlimm sein würde." Er versuchte zu lächeln, doch ein weiterer Hustenkrampf, der ihn noch mehr Blut spucken liess, zerstörten seine glückliche Mine und verwandelten sie zu einem Gesichtsausdruck tiefster Qual. "Pax, ich danke dir. Ihr habt wahre Freundschaft bewiesen und deswegen möchte ich dir etwas geben, ein Merkmal, dass bei mir selbst sehr ausgeprägt ist, das Verständnis für Harmonie.", sandte er dem Pferd und hoffte, es würde sein Geschenk annehmen, auch wenn er so harsch zu seiner Besitzerin gewesen war. Nun war es soweit, er würde diese lächerliche Hülle aufbrechen und diesen Ort richten, die Strafe vollstrecken und ihn reinigen.

Der Körper des leblosen, ehemaligen Gesandten zuckte. Das Zeichen des Schöpfers erschien wieder auf seinem Rücken und begann schwach zu glühen, doch nicht golden oder weiss, wie man es annehmen würde, sondern rot. Dieses Rot verstärkte sich zunehmend und dann bildete sich ein Riss über dem Rücken der Leiche; ein schwarzer Riss, der das Zeichen Gottes vertikal trennte und aus dessen schwarzen Loch ein rotes Wesen schlüpfte, ähnlich wie ein Schmetterling aus einem Kokon. Das rote Wesen war genauso gross wie Zasalamel und es trug auch die gleichen Kleider, doch als sich dunkelrote Flügel aus dessen Körper entfalteten und es zum Himmel emporstieg, war klar, dass es nicht Zasalamel sein konnte. Wie ein leuchtend roter Stern brannte das Wesen über dem Dorf und als der Schein abklang, sah man, wenn man gute Augen besass, dass dieses Wesen selbst die Gesichtszüge Zasalamels besass und auch dessen Waffe. "Ihr Dämonen dieses Ortes und der Umgebung!", donnerte die Stimme des roten Zasalamels durch das Dorf. "Ihr habt Schande und Sünde über diese Umgebung gebracht, die Chance auf Vergebung gefoltert und gekreuzigt und nun wird der Schöpfer die Konsequenzen ziehen!", sprach die rote Instanz und alle Dämonen zuckten kurz zusammen, doch aus den Löchern quollen mehr Dämonen, sie wuselten über den gesamten Platz und die kreischende Stimme von Lavendra erhob sich gegen den roten Zasalamel: "Du kannst uns nichts tun, roter Engel! Das ist unsere Heimat, unsere Brutstätte und nicht einmal der höchste Engel oder die gesamte Engelsschaar könnte uns hier vertreiben!" "Ich bin kein Engel!", hallte es durch die Umgebung und die Stimme liess jeden Körper vibrieren. " Ihr werdet gerichtet, die Strafe wird vollstreckt und dann wird dieser ort gereinigt, im Namen des Schöpfers. Ihr werdet nichts dagegen tun können, denn ich bin kein Engel, ich bin ein apokalyptischer Reiter!"

Dieses letzte Wort wurde so laut ausgesprochen, dass einige der niederen Dämonen nur durch den Klang zugrunde gingen, in einer riesigen schwarzen Wolke zerbarsten und der rote apokalyptische Reiter hob eine seiner Hände. Aus dieser Hand strömten kleine rote Bänder, für jeden der Dämonen einen, welche sich rasend schnell auf das Dorf zu bewegten und jeden einzelnen Dämonen durchbohrten, seine Seele, oder den das, was davon übrig war, herausrissen und diese in die Luft hoben. Kein Dämon, sei er noch so mächtig, wurde verschont und die roten Bänder durchpflügten auch die Erde um die unterirdischen Wesen der Finsternis zu finden und ihnen die Seele aus dem leib zu reissen. Als er alle in seiner Gewalt hatte, begann der Reiter wieder zu sprechen: "Ihr habt Seelen gefangen, sie umgewandelt, ihnen bestialische Dinge angetan und das auch noch mit Freude. Ich sage, dass ihr die höchste Strafe verdient", sprach der rote Reiter ruhig und alle Seelen zitterten vor Angst, denn viele wussten was die höchste Strafe war. "Ihr werdet nichts sein, bis der Schöpfer euch begnadigt und euch wieder eine Existenz gibt und ich schwöre euch, dass er das nicht so schnell beschliessen wird; selbst wenn ihr danach im Himmel landet, werdet ihr nur niedere Wesen sein, Bürokraten vielleicht, doch keiner von euch, wird den Rang eines Engels erreichen." Die Seelen stöhnten, sie klagten, wollten Gnade, doch der apokalyptische Reiter kannte keine Gnade, er war nur Werkzeug, nur gesteuerter Zweck, da um zu vergelten. Persönlichkeit brauchte er nicht, hätte ihn nur behindert, ihn empfänglich gemacht für das Betteln seiner Angeklagten und deswegen wusste er auch nicht, wieso es hier auch zwei gutes Wesen gab, hier in diesem Sumpf der Sünde, doch es war ihm auch egal, denn er würde danach auch über die Beiden richten müssen. Er hob die andere Hand, die welche die Sense trug, hob sie über seinen Kopf und wirbelte sie herum, worauf die Schneide zu glühen begann und sich so etwas wie ein weisser Kranz um die wirbelnde Sense bildete. Die abertausenden von Seelen begannen hysterisch zu kreischen, doch der Reiter blieb unbarmherzig und als der weisse Kranz stark genug war, breitete er sich mit einem zischenden Geräusch über den gesamten Himmel aus und versengte die Seelen all dieser gefangenen Wesen zu Nichts. Die roten Stränge kehrten zum apokalyptischen Reiter zurück und langsam, fast majestätisch schwebte er zu dieser einen guten Person, die sich in diesem schwarzen Flecken Erde befand.

Als er den Boden berührte, zog sich dessen Schwärze zurück, wie eine fauchende Katze machte sie dem Vertreter des jüngsten Gerichts Platz. Dieser steckte seine Sense in den Boden, worauf der Fluch über diesem Dorf und dessen Schutzbann aufgehoben wurden, so dass es wieder das war, woraus er ursprünglich entstand, nämlich ein einfacher Bauernhof.
"Wesen des Lichts, da ihr hier seid, an diesem Ort, an welchem ich richten muss, ist es meine Pflicht, auch euch zu richten, selbst wenn es eigentlich immer die Aufgabe eines Gesandten ist, die guten von den Bösen zu trennen, damit kein apokalyptischer Reiter gute Menschen vor dem Tag des jüngsten Gerichts richten muss. Wie es scheint, hat der Gesandte, dessen Aufgabe dies war, versagt und so liegt es nun an mir, euch zu richten, die Strafe zu verlesen und diese dann durchzuführen." Er hob automatisch die rechte Hand und sofort begann ein rotes Band daraus hervorzudringen, doch irgendetwas störte ihn, denn diese Person strahlte etwas aus, was ihm vertraut war, doch das war unmöglich, schliesslich war er nur ein Werkzeug: ohne Vergangenheit, ohne Persönlichkeit, nur ein Vergelter, ein apokalyptischer Reiter!

Eines musste Gin sich eingestehen, sie hatte mit allem gerechnet, doch nicht mit diesem. Verächtlich lachte sie über die Worte des Odems. Ja, kurz hatte sie ihm geglaubt doch war es alles nur ein Schein gewesen. Es war dafür gewesen, dass der Gesandte zu einem Reiter werden konnte. Es war schon die ganze Zeit Zasalamels Ziel gewesen. Langsam aber sicher hatte er sich darauf hingearbeitet. Doch seine Worte trafen sie nun nicht mehr. Nicht mehr nachdem ihr dies alles aufgegangen war. Sie war bereit gewesen mehr für ihn zu empfinden. Hatte viel für ihn empfunden. Viel mehr als sie sich selbst zugestand. Doch im Verdrängen war sie schon immer gut gewesen. Spöttisch blickend hob sie den Kopf. „Du bist ein Abschaum Zasalamel oder wer auch immer du jetzt bist. Feige einfach in meine Klinge zu springen, als das ich dich getötet habe. Doch das ging zu weit. Ich bin nicht eine die man für alles bezahlen kann. Sicher, nenn mich Hure, denn ich stehe dazu es zu machen! Auch mit diesen Monstern! Doch da du nun nicht mehr wirklich du selbst bist ist das doch auch egal. Eins kann ich dir sagen, über mich wirst du nicht richten. Niemals. Auch wenn du es gerne tun würdest!“ sie pfiff einmal und Pax und die 4 überlebenden Pferde kamen auf sie zugeprescht. Sie schaute Zasalamel bei seinem Theater zu. Lachte immer wieder laut und spöttisch. Ehe sie sich versah stand er wieder vor ihr. Immer noch lachend murmelte Gin einige Worte und die Pferde erhoben sich auf ihre Hinterbeine. Zorn und Schmerz überwallten Gin.

~Gin, Denk genau nach was du tun willst. Man lässt sich leicht zu Dingen hinreißen, welche man später bereut.~ ~Du vergisst, ich bin noch immer nicht ganz Elbe. Werde ich wahrscheinlich nie sein, du sagtest selber meine Fähigkeiten behalte ich und falls es dir nicht aufgefallen ist, kann ich nicht sterben. Auch wenn ich mich selber umbringe, nicht unweit von hier werde ich wieder auferstehen. Auferstehen von den Toten. Selbst wenn ich dann wieder das Böse dunkle bin, ich werde es schaffen Mutter~ Der Raum, der Rat, alle schauten ihr zu. Niemand regte sich, war gespannt was sie tun würde. Nicht als ob sie sie zum ersten Mal beobachteten. Nein sie war talentiert und Talentierte hatten nun mal das Pech beobachtet zu werden. Von aller Welt . . .

Die Pferde standen noch immer auf den Hinterbeinen, als Gin eine Drehung vollführte und den Reiter packte. „Es hat sich ausgetobt mein Süßer!“ Sie lachte ihn an, um griff ihn hart und murmelte schnell einen Satz, während sie ein bestimmtest Messer in seinen Rücken rammte. Doch es kam kein blut, nein der Reiter verwandelte sich nur zurück, zurück zu einem gepeinigtem Zasalamel, der weder ein noch aus wusste. Hämisch lachend tätschelte Gin ihm den Kopf. „Ja stimmt. Gewisse Ähnlichkeiten zu einem Hund muss man dir ja lassen!“ Sie lachte noch immer, die Pferde standen und sie zog ihn auf die Füße. „Es geht mich nichts an und ich habe auch keine Ahnung wie diese Sophie von dir gegangen ist, doch stört es mich auch nicht weiter“ Grinsend sah sie die Pferde an. „Ihr wisst wo ihr hinmüsst!“ Diese drehten sich um bis auf Pax welcher sie sanft mit den Nüstern an der Schulter berührte. „Ich werde euch immer lieben Gin!“ Dann drehte auch er sich um und preschte davon. „Nun sind also nur noch wir zwei übrig mein lieber. Ich muss sagen ich hatte mir das ganze etwas anders vorgestellt!“ Sie nahm ihr Messer und ihre Augen schimmerten blutrot, welches im starken Kontrast mit ihrer Kleidung wirkte. Sie nahm das Messer und rammte es sich in den Bauch, Blut sprudelte hervor, benetzte den Boden, nicht jedoch ihre Kleidung. Lächelnd sah sie Zasalamel an. „Ja. Ich liebte euch!“ Dann zog sie das Messer immer noch lächelnd nach Oben und sank zu Boden. Ihr Körper wurde starr, bleich ehe ein tiefes Grollen losbrach und alle Überreste der Toten, ebenfalls die ihren entfernte. Nun stand Zasalamel dort. Alleine in einem unbewohntem Bauerndorf.

Leichtigkeit, nie gekannte Schwerelosigkeit überfiel Gin. Lächelnd wartete sie. Wartete auf das was passieren würde. Sie sah sich abermals als Kind in dem Dorf. Sah die Elben, die Räte, ihre Mutter. Seufzend verbeugte sie sich. ~Es wird alles gut werden Geliebte!~ Dann drehte sie sich. Immer und immer schneller, wie ein Kreisel welcher nicht mehr aufhören wollte zu tanzen. All dies geschah anmutig. Der Raum, ohne Ende, ohne Boden. Eine unendliche Reinheit, weiß. Gin flog der Sonne entgegen, stürzte Schluchten hinab und sah sich dies alles fröhlich lachend an. Es war einfach wundervoll. Die Mächte des Bösen führten sie in die tiefsten Gräben und die Mächte des Guten zeigten ihr die unendliche Schönheit des Lebens. Tiere lernte sie kennen, sie immer besser zu verstehen eignete sie sich an. Viele Tiere versicherten ihr, dass alles gut werden würde, auch wenn sie es schon selber wusste. Einige Momente verharrte Gin ruhig bei einer Blume, welche sie küsste, nur um weiter zu tanzen. Zu fliegen. Bald hatte sie alle Seiten der Welt gesehen, all das Leid und all die Qual. Jedoch auch all die schönen Seiten. Donnerschlag folgte auf hellen Sonnenschein.

Pax brauchte nicht weit laufen. Er hielt an und ebenso die anderen Pferde. Nur eines war in der Nähe des Hofes geblieben. Wollte Zasalamel zeigen wo er hinmusste. Wusste, dass Gins und Zasalamels Weg noch nicht zu Ende war. Wie ein Schild wies er ihm die richtige Richtung. Würde ihn dazu bringen zu Gin zu finden. Es wusste wie er sich fühlte. Dort ganz alleine in dem Dorf. Und er wusste wie Gin sich fühlte. Hoch jauchzend, fröhlich und glücklich. Es wieherte leise, lenkte seine Aufmerksamkeit auf sich. Er nickte freundlich. ~Steigt auf, ich gestatte es euch. Und denkt nach mein lieber! Denkt gut nach, denn zurzeit seid ihr kein Gesandter, kein Reiter. Ihr seid Zasalamel, ein nichts!~ Es brummelte, verkörperte es doch fast den Schöpfer selbst, so rein wie es war. Es stieg auf die Hinterbeine, hoch hinaus und schlug mit den Hufen, ehe es sich zu Boden sinken ließ und ihn anmutig betrachtete. Zögernd tat er einen Schritt in seine Richtung, sollte es doch eigentlich nicht, doch wollte ihm den Weg weisen. Den richtigen.

Gin spürte, dass sie Zasalamel getroffen hatte, doch wusste sie auch, dass ihr gemeinsamer Weg nicht zu Ende war. Es würde weiter gehen und hoffte sie, vielleicht würde der Odem doch noch Recht behalten. Nun war ihre Reise fast zu Ende. Seufzend breitete sie die Arme aus und fiel. Fiel durch die Wolken hinab auf die Erbe, elegant und doch war es eher ein Sturz. Weich umfing sie das Gras in welches sie sank. Vollkommen unverhüllt, Kleidung sauber und ordentlich neben ihr gestapelt. Weiße. Waffen ebenfalls bereit gelegt und doch würde sie nun erst schlafen. Nicht lange, gewiss nicht, doch war es noch nicht an der Zeit aufzuwachen. Bald summte eine Stimme in ihrem Kopf. Bald ist es so weit, auch wenn der Weg schwer ist, du kannst es schaffen wenn du es nur willst. Ihr könnt es schaffen! Dann fiel sie in einen Traumlosen Schlaf. Die vier Pferde standen in ihrer Nähe, grasten ruhig, ehe sie alle trompetend wieherten und ihre Herrin begrüßten. Einige kleine Tiere begaben sich ebenfalls in ihre Nähe. Nur das Pferd stand bei dem einsamen Zasalamel, wieherte ebenfalls jedoch ohne die anderen zu hören. Nicht weit war es weg und doch so weit dass nichts zu hören war. Ungeduldig stampfte es nun. Warum tat er denn nichts, er musste kommen, davon hing der Lauf der Dinge ab. Der Lauf seiner Herrin und Freundin. Der Lauf der Welt! Schnaubend stand es da, Augen unergründlich sanft grün schimmernd. Und dann kam die Sonne . . .

Alles wurde in gleißendes Licht getaucht, der Schöpfer würde kommen, dass wusste das kluge Tier sofort und so sank es auf die Knie hinab. Langsam ertönte eine wohlklingende leise Stimme, welche gut vernehmbar und angenehm zu hören war. ~Danke dir Pferd. Du, welches ich erschaffen habe hast gutes Geleistet, du weißt was du weiter tun musst!~ Auch wenn es ihn nicht sah spürte sie ihn, ebenso wie Zasalamel, Gin und die anderen es spüren würden. Alles schien den Atem anzuhalten. ~Zasalamel, du weißt was du tun musst, sie wartet auf dich, alles wartet auf dich, auf eure nächste Mission. Es ist nicht leicht, doch du weißt nur indem du das richtige tust kannst du weiterkommen. Gesandter werden, was du einst warst. Noch höher kommen. Und auch nur dann kommt Gin ihrem Ziel näher. Euer Schicksal war schon immer zusammengeknüpft. Glaubt nicht, dass ihr dem irgendwie entfliehen kommt. Seid offen für Neues! Und denkt nach, handelt nicht so impulsiv! Das ist etwas Wichtiges was du, was jeder lernen muss!~ Die Stimme verstummte, das gleißende Licht versiegte und alles schien wie zuvor, nur dass jeder diese Worte in seinem Herzen spürte. In seinem Herzen, welches gleichmäßig das Blut durch ein jedes Lebewesen pumpte. Nicht bereit, dieses Leben aufzugeben. Unermüdlich.


Sie war seltsam, dachte sich der rote Reiter und als sie sich ihm näherte, spürte er wieso. Der Stein in Gins Tasche bohrte sich ohne ihr Wissen in den ehemaligen Gesandten und machte ihn verwundbar. Ihre Worte begannen für ihn Sinn zu machen und langsam schwand die Unwissenheit, die blosse Zweckexistenz des Reiters in Zasalamel und er freute sich von tiefstem Herzen, dass er wieder er selbst war, doch der Schaden, den er angerichtet hatte, war zu gross, denn Gin war wütend, wütender als er sie jemals gesehen hatte und obwohl er wieder normal war, konnte sie es nicht erkennen, konnte nicht unter das Seelenlose Äussere des Reiters sehen, nicht sehen, dass der alte Zasalamel, der Mensch, zu sich kam. Als sie ihn packte, wollte er sagen, dass er sie auch liebte, doch sie rammte ihm bereist das Messer in den Rücken, worauf die göttlichen Kräfte des apokalyptischen Reiters vollends verschwanden. "Nein!", schrie er innerlich. Wäre er nur ein Reiter geblieben, dann hatte sie ihm nichts tun können, denn apokalyptische Reiter waren keine Wesen, sie waren Instanzen, so wie der Tod eine Instanz war. Man konnte Instanzen entfliehen, ihnen auch ausweichen, doch töten, nein und man konnte sie auch nicht sonst irgendwie loswerden. Der einzige, der über diesen Instanzen lag, war der Schöpfer selbst und nur der kleine Seelenstein, die komprimierte Essenz des ehemaligen Zasalamel hatte ihn verwundbar gemacht, ihm alles gezeigt, alles was er erlebt hatte, alles was für diesen alten Teil wichtig war und natürlich den freien Willen. Ein apokalyptischer Reiter war nur ein Werkzeug, ohne Wille, ohne Gefühle und somit ohne Gnade, Erbarmen und unbestechlich. Sie hätte sich nicht richten lassen? Solange sie in der Nähe gewesen wäre, hätte sie keine Wahl gehabt, selbst die Pferde hätten keine Wahl gehabt, denn ein Reiter richtete alles und jeden, deswegen wurden auch die Gesandten geschickt, um die Guten Seelen vor diesem Gericht zu bewahren.
Ihre Beleidigungen waren schlimmer als das Messer und Zasalamels Unfähigkeit etwas zu sagen. Das Messer in ihrem Bauch, das sprudelnde Blut, wie hatte dieser Wahnsinn überhaupt geschehen können, fragte er sich. Ihr starrer Körper war immer noch bildschön, doch ohne Leben war er nur eine Hülle, die die Fassade eines Hauses, die ohne Bewohner nicht wirklich zur Geltung kam. Er war allein und doch war er nicht alleine, denn mit einem leisen Geräusch fiel der Seelenstein in seine Hand, welcher zweifarbig war, die eine Seite golden, wie der Odem, die andere Seite rot, wie der apokalyptische Reiter. Er hatte also immer noch die Wahl. Das Wiehern des weissen Pferdes durchbrach die Stille des einsamen Dorfes und Zasalamel stand noch ein wenig schwach auf den Füssen auf. Es war ein wunderschönes Pferd, fast perfekt, doch genau das zeigte, dass es dem Schöpfer gefiel, denn er erschuf nie Perfektion, selbst ein apokalyptischer Reiter war nicht perfekt, wie Zasalamel am eigenen Leib erfahren hatte. Er wollte gerade auf das reine Geschöpf zu gehen, als dieses in die Knie ging und ein gleissendes Licht die Gegend umhüllte. Rasch schloss Zasalamel die Augen, damit der Anblick des Schöpfers ihn vor Schönheit nicht vollkommen verrückt machen würde. Die Worte des Schöpfers erstaunten ihn, doch es war der Plan des grossen Meisters und doch wollte Zasalamel nicht. Als das Licht verschwand, grübelte er über die ganze Sache nach. Ihre Schicksale waren verknüpft, aber was, wenn er nicht wollte, dass sie sich weiter miteinander verstrickten, was wenn er sein Seil kappen wollte, würde es ihm gelingen? Er sah sich das Pferd an, wie es auf ihn wartete, unermüdlich. Er dachte an Gin, die ihn verletzt hatte, ihm sogar ein Messer in den Rücken gerammt hatte und doch seinen Verstand einnahm, seine Sinne erweiterte und ihm den zartesten Hauch von Glück brachte, den Zasalamel je erlebt hatte. Zum Schluss betrachtete er den zweifarbigen Seelenstein, welcher ihm schnell zu grosser macht verhelfen konnte, denn darin befand sich der göttliche Odem und die Macht eines apokalyptischen Reiters und als er alle diese Dinge, alle Ereignisse der letzten paar Tage, miteinander verknüpfte, fasste er einen Entschluss: Sie wollte sich nicht richten lassen? Er würde sie richten, denn sie konnte sich nicht für die Ewigkeit vor ihm verstecken. Mit fest entschlossenem Blick nahm er den Stein und legte ihn so an seine Stirn, dass die Rote Seite nach unten zeigte, zwischen seien Augen. Das rote Schimmern wuchs aus seiner Stirn und begann seinen gesamten Körper zu befallen, ihn zu verschlingen und mit einem erleichternden Seufzen sprengte der apokalyptische Reiter die Fesseln des einfachen Menschen.

Er war ein Werkzeug und er hatte es versäumt seine Arbeit zu vollenden, denn zwei Wesen waren noch zu richten, zwei gute Wesen zwar, doch das kümmerte ihn nicht. Das weisse Pferd scheute, als er sich darauf zu bewegte, doch als er es berührte, seine Macht darauf übergehen liess, das Fleisch des Pferdes Schmolz, nur die Knochen übrig blieben, die Augen gefüllt waren mit Feuer, dieses auch aus den Nüstern kam, als all dies geschah, wusste Zasalamel, dass er nun ein voller Reiter war, ein Reiter mit einem Pferd, ein apokalyptischer Reiter. Er war vollkommen, eine wahre Macht, fast so stark wie der Schöpfer selbst, denn er war unverwundbar, solange der Stein an seiner Stirn blieb. Er betrachtete sein neues Reittier. Der Pferdeschädel war ziemlich furchteinflössend, die Flammen in den Augen zeugten von wildem ungestüm und der rote Schimmer, der immer noch um das Pferd wallte, bewies, dass es zu ihm gehörte. Er hätte auch fliegen können, schliesslich besass er Flügel, doch diese waren nur ein Zeichen, dass er zu den Guten gehörte, dass er kein Wesen der Finsternis war, doch er war auch kein Wesen des Lichtes, er war ja überhaupt kein Wesen mehr. Lässig bestieg er sein Pferd und sah sich um. Das Dorf hatte er zerstört, die Dämonen vernichtet und seine Liebe verloren, doch letzteres kümmerte ihn nicht mehr, war sie doch nur eine Angeklagte, die er zu richten hatte. Mit seiner Sense in der linken Hand und den Zügeln des Pferdes in der anderen machte er sich auf Gin zu finden und sie zu verurteilen.

Sie war leicht zu finden, denn das Pferd wusste wo sie war und selbst wenn es das nicht gewusst hätte, hätte er sie trotzdem gefunden, denn sie trug eine Markierung, selbst jetzt, da sie wiederauferstanden war. Er schwebte über ihr, konnte sehen wie sie schlief und obwohl er schon jetzt seine Urteilsbänder hätte ausschicken können, würde er warten, warten bis sie erwachte und sie dann richten. Langsam und in einem leichten Trab näherte sich der rote apokalyptische Reiter der Erde in der Nähe Gins. "Seele, die du mir entkommen bist, die Zeit für dein Urteil ist nun gekommen!", dröhnte die Stimme des Reiters und weckte die Schlafende auf. Er steig von seinem Pferd und steckte seine Sense in den Boden. "Du hast mich angegriffen, hast mich beleidigt, dich vor meinen Augen getötet und trotzdem das Gefühl ein Wesen des Lichts zu sein?", fragte die Stimme des Reiters laut und das rote Schimmern schwoll an. "Du sagtest, du hättest Zasalamel geliebt und doch hast du ihm weder die Wahl gelassen, sich seinen freien Willen zu erkämpfen oder ein Reiter zu bleiben! Du sagst, dass du eine stolze Hure bist und trotzdem hattest du ein Gefühl von Scham, als du Zasalamel zum ersten Mal verführen musstest! Trotz all diesen Dingen, trotz all dieser Ereignisse, hast du ihn trotzdem geliebt?!", seine Anschuldigungen und seine Frage waren laut gewesen und der Stein auf seiner Stirn reagierte heftig, denn der rote Schimmer verlor immer mehr an Kraft, wobei der goldene an stärke gewann. "Du hast ihn geliebt?! Nach all den Dingen die er getan hat? Nachdem er dich hintergangen hat, dich ausgenutzt hat und dir nicht offenbart hat, dass er letztendlich sterben musste um als Reiter das Dorf zu reinigen, trotz all dieser Vergehen hast du ihn geliebt?!", die Stimme des Reiters begann schwächer zu werden, zu zittern, längst redete er nicht mehr mit Gin, sondern mit sich selbst. Er sank auf die Knie. "Geschlagen von einer Zeitlosen", dachte sich der Reiter verzweifelt und mit einem letzten Aufbäumen wollte er nach der Sense greifen, doch die Kraft reichte nicht und mit einem leisen Zischen verzog sich die Röte in den Stein auf Zasalamels Stirn zurück. "Verzeih mir Gin", sagte er unter Tränen. "Ich weiss, dass nur der Schöpfer alles vergibt, doch sollte dir wirklich etwas an mir liegen, dann verzeih mir, ich war töricht und unwissend, dachte dass mein Opfer alles bereinigen würde und hatte mich nicht auf den Schmerz eines Märtyrertodes vorbereitet. Du kannst dir die Qualen nicht vorstellen, oder vielleicht schon, doch für mich waren sie neu und so grausam, dass sie mir den Verstand raubten und nur das zurückliessen, was sich von Schmerz ernährt: Wut und Rache.", sprach Zasalamel und dann erhob er sich, wankte noch ein wenig, doch dann riss er sich noch einmal zusammen. "Unser Schicksal ist verknüpft und trotzdem kann ich nicht mit dir reisen, solange ich nicht weiss, ob ich mit dieser Last leben kann, der Last der Schuld." Er wandte sich von ihr ab, wollte sie nicht ansehen, sie, die so unendlich schön war, sie, die er grausam verletzt hatte, deren Leid er nur noch vergrössert hatte, sie, seine Geliebte. "Ich werde mich selbst suchen müssen, bevor ich mit dir reisen kann, doch vorher, werde ich dich über Sophie aufklären, denn wenn ich es dir erzähl habe, dann befrei ich mich vielleicht auch selbst davon.", erklärte er und mit einem seufzen begann er die Geschichte von Sophie zu erzählen: "Sophie war meine Frau, als ich noch kein Gesandter war. Du musst wissen, dass ich schon vor meiner Beförderung zum Gesandten ein Jünger Göttes war und sie auch, so dass er uns beiden zur Belohnung ein ewiges Leben gewährt hatte, zusammen, ohne Sorgen und nur mit der Pflicht, den Schöpfer und dessen Worte zu respektieren. Eines Tages rief der Schöpfer mich zu sich und machte mich ohne zu fragen zu einem Gesandten, worauf er mich in die Welt hinaus schickte. Sophie blieb alleine und obwohl ein Botenengel ihr die Nachricht meiner Beförderung überbrachte, wurde sie nur noch zorniger. Sie begann die Worte des Schöpfers zu hinterfragen und sie verkroch sich immer mehr in Wut und Hass; obwohl sie mich liebte, hasste das Wesen, das mich erschaffen hatte. Aus diesem Zwiespalt, aus diesem inneren Dilemma entstand in ihr der Dämon der Zwiespalt. Der Kopf wurde hässlich, voller Geschwüre, Pickel, Schorf und Warzen, während der Körper zur perfekten Kreation weiblicher Schönheit wurde. Sie verbreitete das Wort dieses Dämons in meinem Heimatdorf und brachte die Menschen dazu, sich vom Schöpfer abzuwenden und sie anzubeten. Als alle Versuche des Schöpfers misslangen, die Dorfbewohner und auch Sophie zu bekehren, schickte er mich zu ihr, auf das das Gesicht ihres Geliebten sie wieder zur Vernunft brachte, doch als ich das Dorf betrat, fingen mich die Dorfbewohner und prügelten auf mich ein. Als Sophie dazustiess, war ich viel zu geschwächt um mich gegen sie zu wehren und sie rammte mir, ähnlich wie du Gin, ein Messer in den Rücken, aber so, dass ich nicht sterben würde, sondern nur Qualen erlitt. Daraufhin liess sie mich aus der Stadt werfen und spuckte mir ins Gesicht, als ich sie bat, doch vernünftig zu werden. Dieses Ereignis hatte sich tief in meine Seele gebohrt, denn als sie mich raus warfen, erschienen kurz darauf die Richter, die Vergelter und die Läuterer. Sie fingen alle Dorfbewohner und vor meinen Augen verurteilten sie Sophie zur höchsten Strafe, die der Schöpfer verhängen konnte, die Verbannung der Seele ins Nichts. Ich hab sie seit dem nie wieder gesehen und trotzdem lebt sie in mir drin, ihre Erinnerung, ihr Schmerz und dieser Dämon, denn auch er war ein Teil von ihr." Zasalamel schloss erschöpft die Augen. Er hoffte sie verstand, wieso er diese Frau nicht vergessen konnte, wieso sie noch immer Teil seines Lebens war. "Nun werde ich gehen, doch bevor ich das tue, möchte ich noch wissen, ob du mir meine Fehler verzeihen kannst", sprach er und blickte ihr dabei traurig in die Augen. Er hatte die Macht eines göttlichen Wesens besessen, war ein Mensch gewesen und dann zu einem willenlosen Werkzeug göttlicher Vernunft geworden. Diese drei Stadien hatten ihn viel Kraft gekostet, doch er noch immer war er sich nicht im Klaren, welches zu ihm passte, welches sein definitives Schicksal werden würde, denn er wollte die Willensfreiheit des Menschen benutzen, um sich dem Gebot Gottes zu entziehen, denn dafür hatte er es den Menschen gegeben. Der Stein an Zasalamels Stirn entfernte dieser vorsichtig und steckte ihn in seine Tasche, dann wartete er weiterhin auf die Antwort Gins.

Das Pferd bäumte sich erschrocken auf. Eben noch die göttliche Schönheit des Schöpfers und nun dieser Reiter der ihn zu . . . nichts machte. Ein Knochengestell mit flammenden Augen. Den ganzen Weg war das Pferd nervös getänzelt. Hatte sich nicht damit abfinden können. Seine Augen blickten, soweit man das beurteilen kann traurig, versagend. Schon von weitem erkannte er die anderen Pferde. Konnte sich ausmalen, wie diese reagieren würden. Ängstlich brachte es seinen Reiter jedoch zu ihnen. Die anderen Pferde wichen zurück, kauten hastig die restlichen Grasbüschel, welche ihnen aus dem Maul hingen. Schauten ihn geschockt an, ihn und seinen Reiter. Alle anderen Tiere verschwanden, schnell huschten sie durch das lange Gras auf den Wald zu. Eine fast tödliche Stille breitete sich aus. Dann fing er an zu sprechen. Seine Worte kamen erst anklagend, dann immer schwächer. Er zitterte und langsam verflog das rote Leuchten, welches ihn umgeben hatte und er wurde normal. Das Pferd wieherte laut, schmervoll kam dieser Laut aus seiner Kehle. Dann verwandelte es sich ebenfalls zurück, es wurde wieder das strahlend schöne Pferd, welches es vorher gewesen war und doch war es anders. Nun verängstigt, doch rasch nahmen ihn die anderen Pferde auf, stärkten ihn und so heilten die Narben des Geschehens schnell. Er hasste diesen Mann, den Mann der ihm dies alles angetan hatte. Böse schnaubte er, ehe er sich umdrehte und davon galoppierte. Die restlichen Pferde stiegen, wieherten schmerzvoll und Tränen rollten ihnen aus den Augen. Das Unmögliche wurde Möglich. Sie weinten um eines der ihren. Doch das weiße Pferd beachtete dies nicht. Es musste wieder rein werden, es musste alleine sein und nachdenken können. Es musste seinen Schöpfer fragen was es tun könnte um dies wieder gut zu machen. Vergaß es dabei doch ganz, dass es gar nicht seine Schuld gewesen war. Es war die Schuld des Mannes. Des Mannes welcher diese Rachelust in sich getragen hatte . . .

Gin hatte sich in der Zeit nicht geregt. Ihr Unterbewusstsein fing seine Worte auf, speicherte sie sorgfältig ab und doch regte Gin sich nicht. Pax schritt zu ihr, schnoberte an ihr herum. ~Wach auf Gin, wach auf!~ Er war aufgeregt, hatten sie doch alle die Worte des Schöpfers empfangen und nun wollte Zasalamel sich nicht daran halten? Erst als die Geschichte von Sophie geendet hatte ging ein zucken durch ihren Körper. Schüttelte sie regelrecht, bevor sie ihre Augen aufschlug. Kurz verwirrt versuchte sie sich zu erinnern. Bemerkte die gespeicherten Informationen und blickte zu ihm. Bemerkte, dass sie nichts an sich trug und suchte ihre Kleidung, welche unweit von ihr lag. Geschmeidig stand sie auf, vermied jeden Blickkontakt zu Zasalamel. Rasch zog sie sich an, hüllte sich wieder in das strahlende weiß, welches sie nun tragen durfte. Lächelnd betastete sie ihre Ohren. Ja sie waren schon immer etwas spitz gewesen, dass wusste sie und nun würde sie es nicht mehr leugnen wollen. Doch sie wusste, dass vor ihr ein unendlich langer und schwerer Weg lag. Ein Weg mit Zasalamel? Doch nein, dieser wollte sich wieder widersetzen, wollte seinen eigenen Weg gehen.
Ein paar Schritte tat sie in seine Richtung. Lächelnd.
„Es stimmt alles, was du mir vorgeworfen hast, ich bin eine Hure und doch schämte ich mich. Doch weil ich dich liebte. Es ist etwas anderes jemanden zu lieben, als von ihm bezahlt zu werden. Und nein, ich nenne mich nicht eine von den Guten, denn dies muss ich erst noch werden. Ich trage ihre Zeichen, ihre Kleidung denn ich bin eine geborene Elbe. Doch durch tiefes Unglück ist alles gekommen wie es zuletzt war. Das ist der Lauf der Dinge. Der Schöpfer leitet meinen Weg nicht! Ich habe ihn selber gewählt, war zu schwach um zu sehen wie es wirklich ist. Doch nun werde ich es schaffen. Werde meine Herrin werden, werde wieder zu den Elben gehören, so wie früher.“ Sie hob den Arm, langsam und strich Zasalamel sanft durch sein Gesicht. „Tu das was du für richtig hältst mein Lieber. Ich werde dich nicht daran hindern. Du weißt, dass es nicht meine Aufgabe ist. Es liegt ganz an dir, was du weiterhin mit deinem Leben machen möchtest, doch wisse, ich werde weiter reisen. Werde es müssen!“ Sie lächelte, ehe sie einen Schritt zurück machte, die Pferde umringten sie. ~Gin. Sie kommen, ich spüre sie~ schnaubte eines der weißen Pferde. ~Danke Tam~ Es war die einzige Stute unter den Hengsten. Alle gleich prächtig. Pax trat neben sie, an ihr vorbei zu Zasalamel. ~Nun, wie ich es verstehe trennen sich unsere Wege~ Und liebevoll schnaubend fuhr er ihm durch das Gesicht. Tränen traten noch immer aus den Augen der Pferde, sie spürten den Verlust des anderen nicht nur seelisch sondern auch körperlich. Seufzend ließ Pax seinen Kopf hängen.


„Ihr wisst was ihr zu tun habt?“ Die anmutigen Elben nickten. „Bringt sie zu mir, sie wird den Weg nicht alleine finden. Und gebt Acht auf sie, ihr darf nichts passieren!“ Die Elben nickten wieder. „Keine Sorge Mutter. Wir schaffen das schon“ Sorgenvoll betrachtete Lyhanna sie. Sie war sich da nicht so sicher, ihre Tochter war ungestüm. Wäre sie doch damals nicht aus dem Dorf gegangen. Gestorben war sie nicht, gewiss nicht, doch war sie gerufen worden, hatte ihre Pflicht liegen gelassen. Ihre kleine Tochter, die dort sicher nicht gut behandelt worden war. Auf den falschen Weg gekommen war, doch an der Vergangenheit konnte man nicht rütteln. Man konnte nur versuchen aus der Zukunft das Beste zu machen. Was diesen Mann anging, welcher bei ihr war, es täte ihm sicher gut mit ihnen zu kommen, hier in seiner Hütte zu leben und zu sich zu finden. Vielleicht sollte sie ihm dieses Angebot machen? „Wartet. Was haltet ihr davon, wenn ihr den Mann, Zasalamel fragt ob er ebenfalls mitkommen möchte? Pferde hat Gin dort genug. Er würde hier eine Hütte bekommen, ein Haus wie er es noch nie gesehen hat. Für sie beide wird es ungewohnt werden. Doch er sollte ruhig mitkommen, sich ausruhen, er wird von allen in Ruhe gelassen, bekommt sein Haus etwas abseits, ganz so wie es ihm gefallen wird.“ Wieder nickten die Elben nur, dann schwangen sie sich auf ihre Pferde und galoppierten ohne ein weiteres Wort zu verlieren hinaus, hinaus aus ihrem Dorf hinab zu Gin, Zasalamel und den Pferden. Sie spürten ebenfalls den physischen Schmerz, welcher sich in ihrer Brust ausbreitete. Eines der Pferde war tot ein anderes davongelaufen um sich wieder zu finden. Stirnrunzelnd ritten sie weiter. War die Mutter sich sicher, dass sie Zasalamel mitnehmen sollten? Anscheinend war er. . . anders!

Gin lächelte wieder, umfing Pax in einer liebevollen Umarmung. Abermals trat ein Pferd nach vorne zu Zasalamel. Es war die Stute ~Ich bin Tam Zasalamel. Vielleicht euer Reittier und Freund~ Sie blinzelte ihm zu, schubste ihn von hinten leicht an in Gins Richtung. Rasch konnte man die weißen Pferde in der Ferne ausmachen. Sie machten lange Galoppsprünge und so kamen sie rasch näher. Letztendlich stoppten die Reiter vor ihnen und grüßten die beiden, ebenso wie die Pferde sich mit lautem wiehern begrüßten. Die Elben lächelten kaum merklich. ~Gin. Tochter der Mutter, Lyhanna. Zasalamel, Diener des Schöpfers! Wir wurden geschickt um euch zu unserem Dorf zu bringen. Ein Dorf voller Frieden. Ihr werdet nicht gezwungen für immer dort zu leben, gewiss nicht, jedoch sollt ihr euch dort ausruhen, Zasalamel wird dort seine Chance bekommen zu sich zu finden, ungestört und in Eintracht mit sich selbst. Oder mit Tam~ lächelnd blickte der Elb die Stute neben dem Mann an. Tam schnaubte. ~Ihr könnt dort eurem Schöpfer nahe kommen, könnt ihn fragen was ihr wollt. Und vor allem könnt ihr gut nachdenken. Ich bitte euch nun, unterlege euch die Bitte Lyhannas. Reitet mir uns in unser Dorf. Hütten stehen für euch bereit. Es ist wundervoll!~ Der Elb verstummte. Sah in Zasalamels Gesicht die Abneigung. Doch hoffte er, dass er mitkommen würde. Nicht nur Lyhannas wegen.


Freudig öffnete der Wolf seine Schnauze. Es hatte alles so geklappt wie es klappen sollte. Mit seiner Rute wirbelte er Staub auf. Staub welcher sich in seinem grau braunen Fell hinabsetzte und die Kühle der Erde an seine Haut brachte. Hechelnd ließ er sich ganz zu Bodenfallen. Froh über dieses Ereignis. Die Vögel zwitscherten, Mäuse huschten über den Boden und Hasen schlugen Haken, wenn sie ihn erblickten. Doch er hatte keinen Hunger, hatte er doch vorhin erst gut gegessen, doch konnten die Tiere dies ja nicht wissen. Ein langes Heulen ertönte, es war an der Zeit sich auf den Weg zu machen. Er stand auf, streckte sich erst und schüttelte sich dann. Gehüllt in eine Staubwolke trat er aus dem Sonnenlicht in die Dunkelheit des Waldes. Seine Augen stellten sich blitzschnell um und die Pfoten trafen zielsicher die Zwischenräume der Äste welche den Boden zierten. Geschickt lief er so weiter, bis er an die Lichtung kam, wo das Rudel wartete. Ihn mit freundlichem Gebell empfing und so zogen sie weiter. Der Ort von dem schrecklichen Bösen gereinigt. Freudestrahlend begriffen sie alle, dass sie nächstes Jahr wieder hierher zurückkehren konnten. Ohne Angst zu haben, ohne große Verluste zu erleiden. Das Rudel hatte die Chance sich zu vermehren und jetzt, im Frühling wollten sie diese Zeit nutzen. Die Welpen austragen und ihnen zeigen wie schön das Leben war. Und im Winter würden sie zurückkehren. Mit dem Wissen dass sie hier so schnell nicht mehr unsinnig getötet werden würden. Doch wie konnten sie schon wissen wie sich alles entwickelte? Es war nur ein hoffen. Die Hoffnung der Wölfe.


Gin lächelte den Elben zu, sie würde mit ihnen gehen und sie hoffte, dass Zasalamel ebenfalls mit ihnen gehen würde. Abermals drehte sie sich zu ihm um, empfing ihn als Tam ihn nach vorne drängte mit offenen Armen. „Egal was du sagst oder tust. Die Kraft der Liebe ist nicht begrenzt. Ich weiß nicht wieso sie jetzt zuschlägt, doch kann ich es nicht ändern. Aus deinen Worten habe ich entnommen, dass du mich ebenfalls liebst und so bitte ich dich, dieses Angebot anzunehmen, mit uns zu kommen. Dort wirst du Gelegenheit haben dir über alles klar zu werden!“ Sie schloss ihre Arme um ihn, zog ihn an sich und küsste ihn sanft. Dann löste sie sich von ihm und schwang sich auf Pax. Nun war es ihm überlassen. Würde er mit ihnen ziehen? Hoffnungen machte Gin sich keine, wenn er nicht wollte, würde er es nicht machen und es war sein gutes Recht. Sie ließ ihren Blick über die fünf Elben gleiten. Warum waren eigentlich so viele mitgekommen? Die Krieger blickten sie an. Lächelten ihr zu und beruhigten sie so. Nein, es drohe keine Gefahr, es war nur Unternehmungslust. Sie freuten sich, dass sie mal wieder raus kamen. Lange war dieser Winter gewesen, doch nun war Frühling, der Sommer kam und die vielen Feste konnten beginnen.


Güte war das einzige was Gin ausstrahlte, unendliche Güte und ihre Worte besänftigten Zasalamels Seele, seinen Schmerz, doch es genügte ihm nicht, denn für ihn selbst, war er ein Scheusal, ein egoistisches Wesen und als solches war es ihm völlig schleierhaft, wie er an einen Ort des Friedens und der Harmonie zurückkehren konnte. Welche Ironie, der Hüter der Harmonie schämt sich zu einem Ort der Harmonie zu gehen, zu einem Ort des Friedens, doch er wusste warum, wusste, dass sie den Seelenstein anscheinend nicht bemerkt hatten und das war gefährlich. Das Pferd, dessen Name Tam war, schien ihn zu mögen, obwohl er so selbstsüchtig mit einem seiner Artgenossen umgegangen war. Allmächtiger Schöpfer wieso schenkst du mir solche Güte, wollte Zasalamel wissen und dann näherte er sich dem Pferd, legte seine Hand auf dessen Flanke, spürte das Leben in ihm pulsieren und tätschelte den Rücken seines Pferdes. Ja, es war sein Pferd und nicht, weil es musste, sondern weil es sein Pferd sein wollte, diese Vorstellung brachte Zasalamel zum weinen, doch er hielt die Tränen zurück, denn es war keine Zeit zum Weinen, er musste diesen Elben folgen. Doch bevor er sich auf das Pferd setzte, ging er auf seine Sense zu, die immer noch in der Erde steckte, sich darin festgebissen hatte, wie der Schmerz in Zasalamels Seele. Er hatte sie damals von den Erzengeln bekommen, als er gerade zum Gesandten ernannt worden war und seit diesem Augenblick, hatte sie ihn begleitete, hatte ihn beschützt, ihm Halt gegeben, war eine Verbindung zwischen dem Schöpfer und Zasalamel gewesen, doch nun sah er ein, dass er sie nicht mehr brauchte und dass sie ihn nicht mehr brauchte. Er riss sie heraus und schwang sie, kunstvoll, anmutig, als würde er mit einer Geliebten tanzen und dann schleuderte er sie weg. Sie flog durch die Luft, völlig alleine und mitten in der Luft wurde sie aufgefangen, von einer Hand aus purem Licht. Tränen traten in Zasalamels Augen, als seine Sense durch die Reihen der Erzengel wanderte, von allen ehrfürchtig weitergegeben wurde und sich zum Schluss auflöste in den Händen des letzten Erzengels. Er wischte sich die Tränen aus den Augen, denn es waren keine Tränen der Trauer, sondern Tränen der Freude, denn seine Sense würde nicht herumliegen und verrosten, nein, sie war nun ein Teil der Schöpfung. Als die Erzengel verschwanden, schien es als sei eine Last von den Schultern Zasalamels gehoben worden und er fühlte sich freier. Einst war seine Sense die wichtigste Gefährtin gewesen, doch das war vorbei, musste vorbei sein, denn sie erinnerte ihn zu sehr an alles, was er einst gewesen war: Gesandter, Mensch, apokalyptischer Reiter.

Er drehte sich um, liess es hinter sich, seine Vergangenheit, und obwohl er froh war, dass er nun ein wenig Frieden finden würde, pochte trotzdem der Seelensplitter in seiner Tasche, verlangte nach einer Entscheidung, wollte sich von seinem Inhalt trennen und Zasalamel holte ihn heraus und betrachtete ihn träumerisch. "So viel Macht", murmelte er und drehte dabei den Stein zwischen seinen Fingern, "so viel Macht und doch genügt guter Wille nicht, um sie weise einzusetzen. Doch einsperren kann man sie auch nicht, denn sie wird sich ihren Weg suchen, also wohin damit? Was soll ich damit anfangen?" Der Stein wechselte die Farbe und pulsierte nun karmesinrot, schien von Zasalamel zu verlangen, die Macht darin freizulassen, sie zu erringen und zu benutzen, doch er wusste was dann geschah, wusste wie viel Leid diese Macht brachte und wahrscheinlich wussten die Elben dies auch, denn als der Stein rot pulsierte, gingen ihre Hände zu ihren Waffen. Er betrachtete sie, wie sie lauerten und trotzdem war dieses Lauern nicht feindselig, sondern nur vorsichtig, denn sie schienen trotzdem zu glauben, dass er sich richtig entscheiden würde. "Keine Angst ihr Elben. Ich bin schon mal von Macht besessen gewesen, ich kenne das Gefühl eine göttliche Quelle von Macht zu verkörpern und glaubt mir, es ist nicht halb so erstrebenswert, wie es sich anhört.", sagte Zasalamel ruhig. Sein Blick wanderte von dem Stein in seiner Hand zur wahrscheinlich schönsten Person auf dieser Welt.

Gins Aura, ihre Ausstrahlung, alles an ihr war anders und doch war sie dieselbe, die ihn verführt hatte, die er hintergangen hatte, der er so viel Schmerz zugefügt hatte. "Ich werde mitkommen, doch ich verlange nicht, dass ihr mehr für mich tut, als mir ein Dach über dem Kopf zu geben, denn mehr zu verlangen, würde meinem Gewissen eine noch grössere Bürde auflasten, als es jetzt schon tragen muss. Bei dir Gin muss ich mich entschuldigen. Du hast recht, ich liebe dich auch, doch erscheinen mir meine Worte plump, wenn ich sie mit dem Vergleiche, was ich getan habe. Wie du vielleicht schon gemerkt hast, bin ich ein Mensch, der sich sehr viele Gedanken um Schuld und Sühne macht und somit ist es für mich schwer zu begreifen, dass mir so leicht verziehen wird, weswegen ich mich nun selbst bestrafe.", erklärte Zasalamel, setzte sich auf Tam, tätschelte noch mal ihren Kopf und flüsterte ihr zu: "ich freue mich, dass du mich trägst und hoffe, dass ich dir keine zu grosse Last bin."

"Können wir dann?", fragte er die Elben und lächelte dabei, was er schon lange nicht mehr getan hatte. Er ritt neben Gin und Pax, berührte Gins Arm und legte dann seine Hand in ihre. "Ich habe es schon so oft gesagt", flüsterte er ihr zu und drückte dann ihre Hand, "doch trotzdem werde ich es noch mal sagen: Danke für alles." Er sah in ihr strahlendes Gesicht, bemerkte wie schon zuvor die Veränderung und ihre Freude übertrug sich auf ihn, füllte sein kummervolles Herz mit einer wahren Flut aus Hoffnung und Zuversicht. Ja, er würde es schaffen, mit ihrer Hilfe würde er es schaffen. Noch mal ihren Blick erhaschend und so gestärkt, wartete er darauf, dass die Elben ihm den Weg zeigten.

Gin hatte mitverfolgt, wie Zasalamel sich von seiner Sense getrennt hatte, ehrfürchtig hatte sie ihm innerlich dafür gratuliert, es war ein großer Schritt gewesen. Nun, als er den Stein betrachtete, wusste sie dass sie beide es schaffen würden. Seine Worte, welche an die Elben gerichtet waren verfehlten die Wirkung nicht, langsam glitten ihre Hände wieder von ihren Waffen und ruhig blickten sie ihn an. Ihre Augen verrieten wie immer nichts von all dem was in ihnen vorging. Sie wendeten ihre Pferde langsam und strebten in die Richtung ihres Dorfes. Sie freuten sich, zu ihren Frauen wieder zu sehen, waren sie zwar nicht lange getrennt, lag schon ein gutes Stück zwischen ihnen. Freuten sich auf die Idylle ihres kleinen Dorfes und auf das Fest, welches es heute Abend geben würde. Auch wenn der Mann nicht alles richtig gemacht hatte, hatte er doch den Schwarzen Hof dem Erdboden gleichgemacht. Freudig ritten sie also flott vorneweg, wussten sie doch dass die beiden ihnen Folgen würden. Gin lächelte Zasalamel freudig zu, als er seine Hand griff. „Du brauchst dich gar nicht zu bedanken! Es wäre anders gekommen, wenn der Schöpfer es anders gewollt hätte aber ich freue mich, dass es so gekommen ist!“ Dann streichelte sie ihm langsam über die Hand, während sie Pax sanft hinter den anderen entlang steuerte, Tam folgte ihnen ebenfalls ~Nein Zasalamel, es macht mir gar nichts aus, doch nun halt dich fest!~ Schon galoppierten die beiden hinter den anderen Elbenpferden mit ihren Reiter hinterher. Es lag kein großer Abstand zwischen ihnen und die Landschaft verschwamm, so schnell liefen die Pferde nun, wollten sie doch auch schnell nach Hause, zu ihrer Herde. Freudig trompeteten die vorderen Pferde und ein Wald erhob sich vor ihnen, war es doch keiner dieser dunklen Wälder, sondern einer welcher von Licht durchflutet war. Die elben zügelten ihre Pferde und dann standen sie alle am Anfang dieses Dorfes. „Wenn ihr bei uns seid, werdet ihr dieses Dorf immer betreten können, alleine müsst ihr daran glauben, an das Gute, die Hoffnung und die Zukunft. Dann werdet ihr das Dorf sofort sehen und es so betreten können, solltet ihr dies vergessen könnt ihr uns noch um Hilfe rufen! Einen anderen Eingang gibt es nicht!“ Lächelnd murmelte einer von ihnen ein Wort und ein prächtiges Dorf öffnete sich ihnen. Überall wunderschön verschlungene Bäume, in welchen die Hütten standen. Oder sollte man lieber sagen hingen? Gin lachte laut, sie freute sich sosehr hier zu sein, an diesem Ort voller Frieden und Harmonie. Sofort guckten ein paar andere Elben zu ihnen und lächelten ihnen freundlich zu. Sie alle wussten Bescheid was passiert war und wer die beiden Fremden waren. Die Bäume schillerten in allen verschiedenen Grüntönen, viele waren mit Holzschnitzereien verziert und sanfte Töne wehten zu ihnen rüber. Sie stammten von Windfängern, welche zart im Abendwind schaukelten. Die Elben ritten weiter, weit in die Mitte des Dorfes hinein. Kein anderes Haus war zu sehen, alle befanden sie sich auf den Bäumen, ein trompetendes Wiehern kündigte die Herde an, welche auf sie zugaloppiert kamen. Alle Elben stiegen von ihren Pferden und Gin hob Zasalamel von dem seinen. Freudig schnoberte Tam an ihm herum und versicherte ihm da zu sein, wenn er sie brauchen würde, dann verschwand die Herde, in der sich nun auch ein schwarzes Pferd befand. Nur noch wenige Schritte führten sie die elben, ehe sie auf zwei Bäume nahe dem Dorf, doch etwas für sich zeigten. Die Bäume waren zueinander gewachsen und eine kleine Brücke verband die beiden Baumkronen miteinander. Seufzend dankte Gin ihnen, ehe sie Zasalamel zunickte. „Wie du siehst kannst du immer zu mir kommen wenn du magst!“ Sie lachte und schritt wie selbstverständlich auf den linken Baum zu, welchen sie mit Hilfe einer kleinen Treppe in dem dicken Stamm erklomm. Dann verschwand sie durch eine Öffnung, vor welcher ein weicher Vorhand hing. Auch dieser in grün, spielte leicht mit dem Wind. Gin schaute um sich, viele kleine Schränke waren vorhanden, mehrere Räume mit allem was sie benötigte. Ein wenig Nahrung stand ebenfalls bereit, um den Rest würde sie sich selber kümmern müssen, doch viel fehlte ihr nicht mehr. Kleidung würde sie sich später noch besorgen können. Sie trat an eines der unzähligen Fenster und atmete den frischen Wind ein. Sie waren alleine, fast schien es, als ob sie niemand beachten würde. Sie bemerkte, dass Zasalamel auf das Haus zuging und winkte ihm zu. „Komm erst zu mir, ich zeige dir alles, dann kannst du immer noch alleine sein“ Sie lachte ihm zu und trat wieder auf die Treppe um ihn zu empfangen.

_________________
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
- Douglas Adams

http://schnappzcountdown.jimdo.com/


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zasalamels Vergangenheit
#6BeitragVerfasst: 15. Apr 2009, 23:47 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 02.2009
Beiträge: 914
Geschlecht: männlich
Spezies (Hauptcharakter): Werwolf
Alter (Hauptcharakter): 1000
Beschäftigung: essen.. denk ich ma..
Seine neue Heimat war atemberaubend. Mit weit geöffneten Augen, schillernd, wie die eines Kindes, wenn sein grösster Wunsch erfüllt wird, schaute Zasalamel sich in diesem unglaublichen Ort um. Wahrlich, er ähnelte dem Garten Eden und doch war er nicht perfekt, also ein wahres Abbild schöpferischer Spitzenleistung.
Zasalamel hatte den Ritt zum Heimatort der Elben genossen, denn Tam war ein hervorragendes Pferd und ausserdem hatte er die Möglichkeit gehabt, so oft wie er konnte in Gins Nähe zu sein. Der Wind, die Erschütterungen der Hufe und die Gestalt seiner Geliebten hatten ihm das Gefühl inneren Friedens und starker Verbundenheit mit der Welt gegeben. Der Hain, die Stätte wahrscheinlich grösster Harmonie, verfehlte seine Wirkung auf den einzigen Menschen darin nicht und dieser fühlte sich so unendlich klein, doch trotzdem geborgen und sicher, wie ein Samenkorn im fruchtbaren Boden. Als er sah, dass die Einwohner ihn freundlich begrüssten, sogar zu lächelten, dachte er sich, dass sie wahrscheinlich keine Ahnung hatten, wer er war, doch dann sah er, dass sie nicht nur aus purer Freundlichkeit lachten, sondern dass darin auch ein sanfter Hauch Mitleid und ein Quentchen Zorn mitschwang; kein Wunder, bei seinem Schuldenberg, dachte sich Zasalamel.

Die Ankunft bei den Häusern erhellte seine Stimmung wieder, die durch längeres Grübeln über seine letzten Taten ein wenig in Mitleidenschaft gezogen worden war. Die Häuser in dieser Umgebung waren prächtige Bauwerke, die zu schweben schienen, wie die Lobpreiser des Schöpfers und doch strahlten sie Natürlichkeit und Erdverbundenheit wieder, so dass Zasalamel aus dem Staunen nicht heraus kam. Er verabschiedete sich von seinem Pferd mehr nebenbei, als aufrichtig, denn das Heim, welches ihm die Elben anboten war spektakulär. Verbunden durch eine Brücke in der Mitte, schienen die beiden Häuser Sinnbilder für die Eheschliessung zu sein und doch musste eine Distanz überwunden werden, damit man zu seinem Geliebten kam. Gin erklärte ihm, dass er jederzeit zu ihr kommen könne und Zasalamel nahm diese Information dankbar auf, denn dieser Ort war für ihn Neuland. Sie begab sich zum linken Haus und verschwand darin, so dass der Mensch, alleine in der Heimat der Elben, wieder Zeit zum Nachdenken hatte. So wunderschön dieser Ort auch wahr, er würde hier kaum zu seiner Strafe kommen, denn schliesslich waren Strafen meistens mit Entbehrungen verbunden, doch hier, in dieser Stätte völliger Harmonie, schien es sehr unwahrscheinlich, dass es ihm an irgendetwas fehlen könnte. Unentschlossen, was zu tun war, betrachtete er weiter seine Umgebung und bemerkte voller Freude, dass vor seinem Haus wunderschöne Blumen wuchsen; weiss wie Schnee und doch sinnlich schön, wie ein Tropfen erstarrter Milch und als Zasalamel näher ging, die Blumen berühren wollte, öffnete sich die Blüte, worauf er das Innere sah.

"Allmächtiger", entfuhr es ihm, als er besorgt mitverfolgte, wie eine grosse, fette schwarze Raupe die Blume von innen verschlang, sie herunterwürgte, in sich hineinstopfte, als würde sie jene damit ihrer Schönheit berauben und diese auf sich selbst übertragen. Angeekelt verzog Zasalamel das Gesicht und trotzdem machte er keinerlei Anstalt das Ungeziefer zu entfernen, sondern beobachtete weiter, was dieses tat. Die Raupe schien ihren Zuschauer nicht bemerkt zu haben und frass weiter. Plötzlich drehte sie sich zu ihm um. Kleine, aschgraue Äuglein starrten ihn an, gerissen, gefährlich, zum Kampfe bereit und dann entblösste das Insekt seine kleinen scharfen Zähne, die sie kreisrund unter den bizarren Augen befanden. Vollends entsetzt, erhob sich Zasalamel schnell und mit einer heftigen Bewegung zertrat er das Vieh, als würde er damit all seine schlechten Eigenschaften, Erinnerungen und Taten damit auslöschen. Er keuchte vor Erregung, als er seinen Fuss hob und den schwarz-gelben Flecken am Boden sah, der von dem Ding übrig geblieben war. "Der Apfel im Paradies", murmelte er leise und wandte sich dann den Häusern zu.

Noch ein wenig nachdenklich vernahm er den Ruf seiner Geliebten, er möge doch zuerst zu ihr kommen. Er beschleunigte seine Schritte und betrat, fest davon überzeugt ihr von dem Vorfall mit der Raupe zu erzählen, das Haus, als plötzlich Scham in ihm aufstieg. Gin sah glücklich aus, wieder strahlte sie diese positive Energie aus und Zasalamel, immer noch von der Vergangenheit gepeinigt, brachte es nicht übers Herz, ihr von dem Vorfall zu erzählen, denn dann würde er nur wieder ihr Glück zerstören, ein Glück, das sie gerade eben erst gefunden hatte. Deswegen zwang er sich zu einem Lächeln, nahm sie in seine Arme und küsste sie auf die Stirn. "Sei meine Gastgeberin für den heutigen Tag, den Abend und vielleicht auch die Nacht", flüsterte er ihr sanft zu und beim letzten Wort grinste er schelmisch, worauf er sie los liess. Wenn seine Kammer auch so gut ausgestattet war, wie ihre, dann würde wirklich nichts aus seiner Bestrafung werden, dachte er sich und lachte vor Freude, denn hier musste er keine Entbehrungen ertragen. Er hatte schon vergessen, was vor dem Haus passiert war und eigentlich störte es ihn auch nicht, denn eine Stimme in ihm hoffte, dass dieses Vorkommnis weder ein schlechtes Omen, noch sonst irgendwie von Bedeutung war. Für ihn zählte nur eins: Die Person glücklich zu machen, die ihn aus den Fängen seiner eigenen Wut befreit hatte und die ihn liebte.

Erfreut schlang Gin die Arme kurz um Zasalamel, ehe sie ihn losließ und ihn beobachtete, wie er sich in ihrem Haus umschaute. Sie lächelte und nickte ihm leicht zu „Gerne bin ich deine Gastgeberin für diesen Tag. Und die Nacht, da werden wir sehen was sich machen lässt“ Lachend küsste sie ihn auf die Wange „Heute Abend wird uns sowieso erst ein Festmahl und Tanz erwarten, da musst du noch durch ehe du deine Ruhe bekommst, es wäre unhöflich zum ersten Fest nicht zu erscheinen, weißt du? Danach können wir uns in Ruhe zurückziehen!“ Sie drehte sich um und schritt in ein weiteres Zimmer, welches ein wunderbares Bett enthielt. Geschaffen für zwei Personen, welche bequem dort liegen konnten, war es in den Baum geschnitzt ohne ihn dabei zu verletzen. Weiche Felle schützen vor der Rinde des Baumes, welche jedoch sowieso erstaunlich weich war, leichte Decken schützen vor der Kälte im Winter, doch jetzt lagen sie sauber gefaltet am Rande des Bettes. Die Vorhänge vor dem Fenster wehten leise im Wind und Vögel zwitscherten aus einer Ecke des Zimmers ehe sie sich durch die verschnörkelten Fenster davon schwangen. Gin trat an dieses Fenster und schaute hinüber zu den anderen „Häusern“ sie atmete tief ein und der Wind spielte zart mit ihrem geöffnetem Haar. Seufzend strich sie es sich hinter die Ohren. Sie wusste wie schmerzgepeinigt die Zukunft werden würde, ab morgen würde das fröhliche Leben erstmal vorbei sein, auch aus diesem Grund waren sie beide etwas abseits gebracht worden in Häuser in denen Dinge geschehen konnten ohne dass die anderen Elfen dies groß mitbekommen würden. Sie würde sich vorerst zurück verwandeln und sie würde schwer mit sich zu kämpfen haben um wieder ein vollkommenes, reines Wesen zu werden. So gut das überhaupt noch ging. Doch den heutigen Abend würde sie noch genießen können. Bei Tanz und Feuerschein mit ihrem Geliebten, danach nur noch mit ihm. Freudig drehte sie sich wieder um, ihr Blick fiel auf das Bett und ein Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht auf. Sie schlug die Decken auf und breitete diese noch über den Fellen aus, ehe sie wieder das Zimmer verließ und sich an Zasalamel schmiegte, ihn zart küsste und mit ihren Armen fest an sich zog. In diesem Kuss gefangen strich sie ihm leicht über den Rücken, verdrängte die Gedanken auf den kommenden Tag, träumend von dem heutigen Abend, welcher sicher viel Freuden beinhalten würde. Sie würde all die Elfen wieder treffen, die einst in ihrem alten Dorf ein und ausgegangen waren.

Für Zasalamel schien die Zeit still zu stehen, denn alles in ihm drehte sich um Gin, welche sich in ihr Schlafgemach begeben hatte und deren Rücken er nun betrachtete, wobei er nicht wirklich auf ihren Rücken sah, sondern wieder ins Grübeln kam. Ein Fest sollte ihn und sie erwarten, ein fröhlicher Anlass und obwohl er schon voller Vorfreude war, spürte er negative Gedanken, welche von Gin ausströmten, sanft, beinahe unterdrückt und doch waren sie da, was ihn ein wenig beunruhigte, doch er wischte auch diesen Gedanken fort. Gin befand sich am Fenster, beobachtete die Umgebung und Zasalamel wollte sich ihr wieder nähern, hatte seltsamerweise das Bedürfnis sie zu trösten, obwohl er nicht wusste, warum. Ihre Silhouette zeichnete sich nur schwach ab und wieder musste sich Zasalamel fragen, ob er nicht träumte oder im Paradies war, denn sie war wirklich atemberaubend, ihre Gestalt wie von einem Bildhauer in höchster Perfektion gestaltet und durch seinen ganzen Körper fuhr ein Kribbeln der Vorfreude, als er mitbekam, wie sie das Bett für die Nacht vorbereitete. Dann kam sie auf ihn zu, seine Königin und ihre Berührung, ihr zärtlicher Kuss erinnerte ihn an die sanfte Berührung eines Engels, an alle Himmelschöre des Schöpfers und doch reichte deren erhabene Wirkung auf jedes Wesen nicht aus, um zu beschreiben, wie Zasalamel sich bei diesem Kuss fühlte. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätten sie das Bett sofort benutzt, doch es erschien im irgendwie reizvoller diesen Moment auf die Nacht zu verschieben: im Dunkeln würden sie alleine sein, beinahe Unbekannte und doch vereint durch ihr Zusammensein, ein Wesen, verschmolzen durch das Feuer der Liebenden, die Vorstellung übermannte Zasalamel und er beendete den Kuss. "Ich kann die Nacht kaum erwarten", flüsterte er atemlos und kam sich dann wie ein Idiot vor, weil er das offensichtliche aussprach. Er heilt sie fest, hatte die Arme um ihren Körper geschlungen, spürte die Wärme und ihr Herz und als er sie langsam losliess, war die fehlende Berührung wie ein Sprung in eiskaltes Wasser. "Wann wird das Fest denn beginnen?", fragte Zasalamel und griff nebenbei nach einer der Früchte. Die Frucht war süss als er hineinbiss und er schloss vor Verzückung die Augen; selbst die Äpfel im Paradies könnten nicht süsser sein, dachte er sich. Er nahm noch einen Bissen und spuckte bestürzt alles wieder aus. Der Geschmack hatte sich verändert, hatte die Konsistenz von verfaultem Fleisch angenommen, war zäh und ledrig geworden und hatte nach Asche und Schwefel geschmeckt, doch als er die Frucht ansah, einen schwarzen, fauligen Klumpen erwartend, war diese gleich geblieben, strahlte immer noch das Versprechen süsser Wonne aus und Zasalamel schüttelte verwirrt den Kopf. Hatte er sich den Geschmack nur eingebildet? Er traute seinen Sinneseindrücken nicht mehr, denn wie die Raupe vor dem Haus, war auch hier in der Schönheit ein schwarzer Makel aufgetaucht, doch anders als bei dem Insekt, hatte er die Frucht überprüft und diese hatte sich nicht verändert. War es möglich, dass die Raupe gar nicht existiert hatte? Dass sie nur ein Produkt seines überangestrengten Verstandes war?

Unruhe breitete sich in Zasalamel aus und mit einem Schlag war jeglicher Frieden für ihn aus diesem Ort verschwunden, denn er selbst schien sich keinen Frieden geben zu können. Er wollte fliehen, wegrennen, sich verstecken vor dem Übel, doch er stand vor seiner Geliebten und er durfte es ihr nicht zerstören, dieses Glück, deswegen grinste er gezwungen und erklärte: "Hätte mich fast an diesem Bissen verschluckt. Ich sollte kleinere Stücke abbeissen und mehr kauen, aber die Dinger sind so verdammt lecker." Er biss, zur Demonstration seiner Hingerissenheit über diese Frucht, noch mal in die Frucht, unterdrückte den Ekel, welche sie bei ihm verursachte, kaute dann lange und ausgiebig, immer noch lächelnd, und schluckte dann runter. Sein Magen rebellierte kurz und wollte das Zeug auf dem schnellste Weg wieder zurückschicken, doch Zasalamel zwang sich selbst stark zu sein und den Magen Ruhe zu geben. "Also, wann fängt dieses Fest an?", fragte er noch mal, nicht sicher ob seine Scharade durchschaut werden würde, und er lehnte sich lässig an die Wand, damit die Situation ganz normal aussah.

Gin grinste Zasalamel an „auch ich freue mich auf die Nacht mir dir!“ Sie bemerkte wie Zasalamel zusammen zuckte als er das zweite mal in die Frucht biss und spürte wie angeekelt er war. Sie musste noch mehr grinsen. „Du weißt schon, dass Strafe, Entbehrung auch anders ablaufen kann mein Geliebter? Nehme dich in Acht und denke gut nach an den Dingen die du hier siehst und nimm dich vor dem Essen in acht!“ Sie griff nach der Frucht in seiner Hand und verspeiste sie, der wunderbar süße Geschmack ließ sie vor Freude auflachen. „Noch kann ich die Früchte genießen, ab morgen wird es mir wie dir gehen, nur heute beim Fest solltest auch du den wahren Geschmack kennen lernen. Und nach unserer „Strafe“ natürlich!“ Sie drehte sich um und schritt zu einem Schrank in ihrem Schlafzimmer, als sie die Tür öffnete meinte sie „Das Fest beginnt, sobald wir uns umgezogen haben und das Haus verlassen, alle warten schon ungeduldig!“ Sie lachte wieder und griff nach einem hauchdünnen, hellem Kleid, welches sie sich rasch anlegte, dazu leichte weiche Stiefel und ihre Haare band sie mit einem Band zurück. Die Arme waren unverhüllt und ein leichtes Klingeln war bei jedem Schritt zu vernehmen. Sie drehte sich um und musterte Zasalamel. Sie murmelte etwas und schon war auch er in wunderbaren hellen, weichen Kleidern bekleidet. „Komm wir gehen!“ Sie tänzelte zu ihm, griff seine Hand und ging mit ihm zur Treppe. Unten angekommen hielt sie Ausschau nach den anderen und strebte dann einen großen Platz an, von dem ein großes Stimmengewirr zu hören war. Sie lächele und als sie auf den Platz traten ging der wundervolle fahle, aber volle Mond auf und verbreitete ein wunderschön glänzendes Licht. Die Elfen drehten sich zu ihnen um, einige sanken ehrfürchtig auf die Knie, andere musterten sie eher unbehaglich. Sie waren alle geteilter Meinung und wussten nicht genau was sie mit ihnen machen sollten und doch gaben sie ein Fest zu ihren Ehren. Gin bewunderte dieses tapfere Volk. Sie lächelte und nickte kaum merklich. Alle Elfen erhoben sich und eine wunderbar, verzaubernde Flötenmelodie erhob sich erst träge und dann jedoch immer flotter in dem bleichen Licht. Die Elfen tanzten, lachten und aßen. Viele hatten ihre Geliebten an ihrer Seite und die Jüngeren unter ihnen bemühten sich die Gunst einer anderen Elfe zu ergattern. Scherze und Gerüchte wurden untereinander ausgetauscht und selbst die Tiere schienen Spaß an diesem Fest zu haben, die Pferde grasten zwischen den Häusern im Hintergrund, Hunde tollten über die Tanzwiese, auf welcher sich mehrere Pärchen zu einem Tanz hingaben. Ihre Bewegungen sahen alle einzigartig aus, doch taten sie alle das gleiche auf einer bezaubernde anmutige Weise. Gin lächelte und schaute ihnen zu, in ihrer Hand eine süße Frucht, welche sie langsam verspeiste. Ein Blick zu Zasalamel, welcher offenbar erstaunt auf das Fest schaute. Alle kannten sich, mochten sich und waren fröhlich, nichts störte diese Nacht, dieses Fest was gewiss bis in das Morgengrauen gehen würde und doch war Gin bereit früh zu gehen um ihre letzte Nacht mit Zasalamel zu genießen. In sich spürte sie bereits eine Kribbelnde Vorfreude und ihr Blick zu ihm verriet größte Lust und Sehnsucht nach seinem Körper. Doch vorerst sollten sie feiern. Sie drehte sich zu ihm um und schluckte das letzte Stück der Frucht hinunter. Sie näherte sich ihm von hinten, er war bezaubert von diesem Fest und so stellte sie sich leise hinter ihn, ehe sie ihre Arme stürmisch um ihn schlang und ihn zu sich drehte um ihn liebevoll zu küssen. Emotionen spielten in ihr verrückt und sie ließ ihn schneller wieder los als sie beabsichtigt hatte. Hell lachte sie auf, ehe sie auf das Feuer zuging, an welchem sie sich niederließ um den sich liebenden, tanzenden zuzuschauen.

Das Fest war atemberaubend, als würde die Fröhlichkeit selbst mit der Harmonie einen ekstatischen Tanz zugunsten dieser Nacht tanzen und Zasalamel fiel in diese Atmosphäre, schwebte in ihr, liess sich mal dorthin und mal dahin treiben und rastlos suchten seine Augen neue Szenen, sogen die bildgewaltige Schönheit dieses Festes auf und sein Herz schien beinahe vor Emotionen zu bersten. Sein Gewand war weder zu warm noch zu kühl, es schien ein perfekter Stoff zu sein, der geschmeidig war und irgendwie trotzdem robust, der die Figuren aller betonte und doch nicht zu viel zeigte, so dass es trotzdem der Fantasie überlassen war, sich den Rest vorzustellen. Wenn dies der letzte Abend war, an welchem er straffrei sein konnte, dann würde er ihn nie vergessen und er würde die Zeit seiner Bestrafung doppelt und dreifach wettmachen. Das Feuer, die Tänzer, die schüchternen Gebärden frisch Verliebter, das alles wirkte auf Zasalamel einmal mehr wie ein Traum, als wie die Wirklichkeit und er fragte sich, ob es im Paradies selbst schöner sein könnte. Völlig von seiner Umgebung eingenommen bemerkte er Gin erst, als diese ihren Mund auf den seinigen drückte. Er hatte ihre Blicke schon gespürt, wie sie ihn beinahe mit den Augen verspeisen wollte und er hatte sich sehr anstrengen müssen, um nicht zu ihr zu gehen und ihr die Kleider vom Leibe zu reissen, denn langsam hatte sich sein Verlangen nach ihr fast in körperlichen Schmerz verwandelt und jeder Atemzug, den er nicht in ihrer Nähe tat, war für ihn Verschwendung, jede Sekunde, in welcher er sie nicht berührte, war eine verlorene und als sie ihn nun küsste, brannten ihre Lippen auf den seinen und sein ganzer Körper entflammte vor Leidenschaft, doch sie verliess seinen Griff. Jede Faser seines Körpers schrie nach Liebkosung, nach dem Duft Gins, nach ihrer Stimme und ihr Lachen, hell und klar, liess seine Seele jauchzen und jubeln, seinen Körper beben und er erhob sich, lautlos, doch hatte er das Gefühl, dass sein Herzschlag selbst im Himmel zu hören sein musste. Er näherte sich seiner Geliebten, betrachtete dabei ihren Körper und fuhr erschrocken auf, als eine Elfin ihre Hand auf seine Schulter legte und in fragte, ob er denn nicht tanzen wolle.

Zasalamel hatte noch nie in seinem Leben getanzt, ausserdem wollte er in der Nähe seiner Geliebten sein, sie berühren, streicheln, küssen und nun schien sie in immer weitere Entfernung zu rücken, denn er konnte doch nicht nach all der Gastfreundschaft eine Elfin abweisen. Er schaute die Elfin an, sah ihre braunen Augen, ihre kastanienbraunen Haare, seufzte dann und nickte. Die Elfin strahlte über das ganze Gesicht und zog den Menschen zu den anderen Tänzern, wo sie begann sich zum Rhythmus der Musik zu tanzen. Zasalamel wusste zuerst nicht, was er eigentlich hier tat, doch der Rhythmus erfasste ihn, brachte seine Glieder in Bewegung und ohne zu merken tanzte Zasalamel. Während er tanzte, begann er zu verstehen, dass der Tanz nicht nur Ausdruck der Freude war, er war auch ein Stück Lösung von sich selbst, er hatte das Gefühl, er könne seine Gestalt von Aussen betrachten und dann fasste er sich wieder, flüsterte der Elfin zu, dass er schnell weg musste, aber dann gleich wiederkommen würde und begab sich zu Gin. Er verbeugte sich, blieb in der Verbeugung, hielt ihr die Hand hin und fragte sie dann ein wenig keuchend: "Würdest du mit mir tanzen, mein Herz?" Er wusste nicht, wie er auf die Anrede "mein Herz" gekommen war, doch es schien ihm ein passender Kosename für Gin zu sein.

Gin schaute Zasalamel glücklich zu, genau das hatte sie gehofft, dass es ihm gefallen würde, dass er gefallen daran finden würde und nun sah sie ihn dort tanzen, fast so geschmeidig wie die anderen Elfen und sie wusste, dass er verstanden hatte, dass es nicht auf die Schritte ankam die man tat, sondern darauf dass man sich einfach los ließ. Sie jubele innerlich und als er zu ihr kam und sie zu einem Tanz bat, nickte sie freudig und fasste vorsichtig seine Hand. „Jedoch solltest du Emira nicht vergessen, ein Tanz und du solltest sie auffordern abermals zu tanzen!“ Sie lachte ihn an. Zügig schritten sie auf die Tanzfläche. Sie wusste schon, dass sie nach dem Tanz den er noch mit Emira tanzen würde zu sich gehen würden, denn so ein Tanz schleuderte meist viele Gefühle durcheinander. Vor allem menschliche. Sie lächelte ihn an und fing erst langsam an eng umschlungen mit ihm zu tanzen. Der Rhythmus der Musik fuhr ihr ins Blut und schon bald spürte sie wie das Feuer der Musik sie mit sich riss. Als das Lied langsam endete ließ Gin Zasalamel keuchend los, lustvoll schaute sie ihn an, aber nickte dann in die Richtung von Emira. „Erst noch mit ihr Tanzen mein lieber, es wäre sonst sehr unhöflich“ abrupt wendete sie sich von ihm ab um ihre Lust unter Kontrolle zu halten und doch Zitterte sie leicht. Es kam ihr vor wie eine Entzugserscheinung von einer Droge, welche sie über Jahre genommen hatte und nun abgesetzt hatte. Okay das war doch schlimmer und vor allem härter gewesen aber so in der Art fühlte sie sich doch. Sie beobachtete wie Zasalamel zu Emira ging und sie aufforderte zu tanzen. Nach einem kurzen Lied, welches Gin in Gedanken versunken nur halb mitbekommen hatte wartete sie auf ihn. Musste sich zusammen reißen um nicht zu ihm zu laufen und ihn zu holen. Verwirrt lachte sie über dieses ihr Neue Gefühl. Sie die Hure, die Schlampe sehnte sich nach einem Mann und konnte sich kaum unter Kontrolle halten. Sie sah wie er sich von ihr Verabschiedete und schlenderte langsam und doch anmutig zum Rand des Platzes. Sie ließ langsam die Tanzenden hinter sich und wartete an einer Ecke auf Zasalamel. Mein Herz hatte er sie genannt. Wie war er da bloß drauf gekommen? Aber ihr gefiel es. Sie lächelte, als sie an den explosiven Tanz denken musste. Er hatte es gewiss auch so verspürt, wenn nicht stärker. Sie griff in ihre Tasche, welche verborgen in dem Kleid lagen und holte sich eine Frucht aus ihr. Strahlend rot sah sie eher ungesund und sauer aus, doch das Aussehen trog. Langsam aß sie die Frucht und der süße Geschmack ließ ihre Geschmacksnerven leidenschaftlich explodieren. Seufzend schloss sie die Augen und wiegte sich langsam in der Musik, welche noch immer zu ihr hinüber schallte. Morgen würde. Morgen ist morgen und noch ist heute schalt sie sich selber. Und heute werden wir genießen und die nächsten Tage werden wir zusammen leiden aber zusammen durchstehen!

_________________
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
- Douglas Adams

http://schnappzcountdown.jimdo.com/


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zasalamels Vergangenheit
#7BeitragVerfasst: 15. Apr 2009, 23:50 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 02.2009
Beiträge: 914
Geschlecht: männlich
Spezies (Hauptcharakter): Werwolf
Alter (Hauptcharakter): 1000
Beschäftigung: essen.. denk ich ma..
Schwindlig vom Tanzen sollte Zasalamel eigentlich todmüde sein, doch die blanke Begierde trieb ihn an, liess seinen Körper länger durchhalten und fieberhaft suchte er nach Gin. Emira war zwar eine fabelhafte Tänzerin und sie sah auch sehr ansprechend aus, doch nach dem innigen Tanz mit Gin, bei dem er fast verrückt vor Lust geworden wäre, erschien sein Höflichkeitstanz mit der Elfin als kindisch. Seine Augen waren dabei immer zu Gin geschweift, hatten ihren Blick gesucht und sie dabei beobachtet, wie sie sich zum Rande des Festes begab. Hastig hatte er sich von Emira verabschiedet, vielleicht zu hastig, doch das kümmerte ihn kaum, denn er ging zielstrebig auf Gin zu, versuchte zwar seinen Gang zu mässigen, doch auf halbem Weg begann er zu rennen, packte ihre Hüfte, drückte sie so an sich und küsste sie; er schmeckte den süsslichen Geschmack der Frucht auf ihrer Zunge, roch ihren Körper, spürte wie ihr Körper erbebte und all diese Sinneseindrücke schwollen zu einer geballten Macht an, die Zasalamel kaum aufhalten konnte. "Wir brauchen ein verborgenes Plätzchen", keuchte er Gin ins Ohr und gleichzeitig verselbständigten sich seine Hände, fuhren an Gins Körper entlang, er konnte einfach nicht genug von ihr kriegen. Er bedeckte sie mit Küssen, liess sie kaum zu Wort kommen, denn die Zeit arbeitete gegen die beiden und er wollte mit ihr zusammen sein, sich mit ihr vereinigen, doch irgendwie schickte es sich nicht. Er erinnerte sich an ihre erste Nacht, an die Heftigkeit seiner animalischen Leidenschaft, die blinde Leidenschaft, die sie beinahe voneinander getrennt hätte und Zasalamel wurde bewusst, dass er Gin verfallen war, dass er alles für sie tun würde, denn ein Leben ohne sie liess ihn erschaudern. Seine Berührungen wurden sanfter, leidenschaftlicher, denn er begann sich zu zügeln, musste sich zügeln und gleichzeitig zog er sie nun weiter weg von dem Fest, weiter ins dunkle. Mit gehetztem Blick schaute er sich um, konnte niemanden ausmachen und begann nun langsam Gins Kleider zu öffnen. Seine Augen glänzten, seinen Atem stiess er heftig aus, wobei Zasalamel Gin ins Ohr flüsterte, dass sie ihn besass, dass er ihr Eigentum war, denn sein Herz war ihr Eigentum, sie war sein Herz, immer wieder, wie ein Mantra, sagte er, dass er sie liebte, dass sie sein Herz sei, immer wieder. Er fuhr über ihre samtweichen Brüste, küsste ihren schlanken Hals, spürte, dass es ihr Freude bereitete und ihre Freude wurde zu seiner Freude, liess sein Herz noch schneller schlagen; er zog sie zu Boden, sanft und ohne Hektik, denn er wollte dieses Ereignis so lange andauern lassen, wie es ihm möglich war; er streichelte ihre Schenkel, küsste nun ihre Brustwarzen, spürte ihre Wärme, die für ihn Heimat, Friede, Ruhe, Glück bedeutete und er labte sich an diesem Gefühl, liess es seinen Körper vollkommen ausfüllen; der Mond schien auf ihre Haut, liess sie noch lieblicher erscheinen, die Augen wie Diamanten, die Lippen waren wie Wasser für einen Ertrinkenden und Zasalamel traute sich kaum, diesen unglaublichen Hauch von vollkommener Schönheit im Mondschein zu zerbrechen, wollte dieses Bild für die Ewigkeit behalten, doch ihre Augen, ihr Körper, ihr Mund, alles strahlte Begehren aus und Zasalamel wollte dieses Begierde erfüllen, wollte Gin glücklich machen, sein Herz glücklich machen.

Die Nacht und der Mondschein, sie bildeten die Kulisse für die schönsten Momente für Zasalamel an diesem fest. Nachdem seine Gier ein wenig abgeklungen war, er nun neben Gin lag, ihr in die Augen sah, fühlte er sich wahrlich lebendig und in ihren Augen lag für ihn die Zukunft, seine Zukunft, selbst durch die schlimmste Hölle würde er für diese Frau geben, dachte er sich und seine Augen drückten dies aus, indem sie für einen kurzen Moment nacheinander alle Farben des Regenbogens annahmen. Er schlang seine Arme um sie, zog sie zu sich hin, küsste sie noch mal zärtlich, schloss dann die Augen und liess seine anderen Sinne die Umgebung aufnehmen. Fühlen, schmecken, riechen, hören, er nahm seine Geliebte mit allem wahr und er liebte es, sie, beides, aber sie mehr. "Würdest du mich heiraten?", fragte er ein wenig zögerlich, denn eigentlich war ihm klar, dass er dies nur sprach, weil er so liebestrunken war und trotzdem nahm er seine Frage nicht zurück, denn er hätte sie dies so oder so in nächster Zeit gefragt. Der Schöpfer würde ihm verzeihen, wenn er sich mehr an diese Frau als an ihn Band, doch Zasalamel war sich sicher, dass er durch Gin seinen Glauben zurückerhalten würde. Er wartete ihre Antwort ab und fuhr gleichzeitig von ihrer Wange an ihrem Körper herunter zu ihren Brustwarzen, bereit für eine weitere Symbiose in dieser Nacht vollkommenen Glückes.

Unter Zasalamels Berührungen erschauderte Gin, keuchte leise auf und ließ es zu wie er sie entkleidete. Er sagte ihr immer und immer wieder wie sehr er sie liebte, Gins Herz schien verrückt zu spielen, es war ihr als ob es aus ihrer Brust springen wolle und es wäre ihr nur recht gewesen denn ihr Herz würde zu ihm gehen, dem Mann den sie liebte. Sie wollte ihn spüren sie wusste es, doch war es ihr lieber, wenn dies nicht hier geschehen würde. Sein Heiratsantrag überraschte sie, erstaunt blickte sie ihn an. „Zasalamel“ begann sie zögerlich, dann lachte sie, lachte ihr glockenhelles Lachen. „Lass uns zu mir gehen ja?“ Schon stand sie auf, machte sich keine Mühe sich anzukleiden, raffte nur ihre Kleidung zusammen und zog ihn mit sich, durch die verlassenen Wege zu ihrem Haus. Alle Elfen, ausnahmslos befanden sich auf dem Fest. Sie stieg rasch die Treppen empor und ging in das Schlafzimmer, ließ ihre Kleider zu Boden fallen und wand sich ihm zu. Ihm, der ihr Herz war. Sie entkleidete ihn, ihr Blick schweifte über seinen Körper und es schien ihr, als ob alle ihr Herz klopfen hören konnten. Seufzend strich sie sein Becken entlang und zog ihn mit sich in Richtung Bett. Dort ließ sie sich fallen, zog ihn mit sich, sodass er auf ihr landete. Erregt streichelte sie seinen rücken. Sie liebte diesen Mann und sie wollte ihn spüren, in sich. Ihre Augen strahlten ihn förmlich an. „Erst müssen wir die Zeit überstehen. Wenn wir zusammen sind wird es nicht so schlimm, doch bei mir wird es wie bei einem Drogenentzug. Bitte merke dir, dass ich mich nicht steuern kann, sollte ich Dinge sagen welche die verletzen weißt du, dass sie nicht so gemeint sind. Ich liebe dich! Und ich sage es nicht als Hure, ich sage es als Gin! Das weißt und spürst du!“ Sie streichelte innen seine Schenkel entlang, blickte auf das Bett und dann zu ihm. „Wenn du mich dann immer noch heiraten möchtest, nehme ich dies mit Freude an!“ Mit diesen Worten zog sie ihn in ihre Arme und küsste ihn leidenschaftlich. Ihr Körper erbete und schmiegte sich eng an ihn. An seinen Körper, der seine Leidenschaft herzlich ausstrahlte. Sie seufzte und rieb sich leicht an ihm. Immer noch küsste sie ihn leidenschaftlich. Ihre Hände wanderten über seinen Rücken und in der Ferne erklangen die süßen Töne der Flötenspieler, hörte man die Stimmen der Elfen welche sangen und es klang so lieblich, wie wenn der Wind mit den Bäumen spielt. Der Vorhang vor dem Fenster bewegte sich im sanften Abendwind und das rascheln der Baumkronen war zu vernehmen. In dieser wunderbaren Nacht wurde Gin bewusst, dass sie sich schon lange nach einer solchen Liebe gesehnt hatte und dies sagte sie Zasalamel auch. „Schatz? Ich liebe dich!“ Sie seufzte wieder und blickte ihn liebevoll an.

Der Schöpfer hatte Zasalamel einmal gesagt, dass nur derjenige wahre Freude und Harmonie finden könne, der sich in Einklang mit seiner Umgebung und die Umgebung in Einklang mit sich selbst bringen könne, doch wenn er bei Gin war, dann fühlte es sich so an, als wäre er der Kosmos, als müssten sie beide zusammen sein, wie Licht und Wärme, Wasser und Leben und als ihre Berührungen spürte, war es ihm, als würde er in einem Strudel zärtlicher Leidenschaft ertrinken. Er hatte geahnt, dass etwas sie bedrückte, doch es würde sie nicht auseinander treiben, niemand konnte das, denn für sie würde Zasalamel selbst den Tod richten und verbannen, auf das sie beide für immer zusammen sein können. Eigentlich waren diese Gedanken Töricht und vor allem waren sie gefährlich, denn von grenzenloser Liebe war es nur ein kleiner Schritt zu irrsinnigem Fanatismus, doch das kümmerte ihn nicht, er wollte es nicht wahrhaben, konnte er ja auch morgen darüber nachdenken, aber jetzt zählte nur, dass sie sich beide in einem Schlafgemach befanden.

Sanft und fast zögerlich drang er in sie ein, wollte es besser machen als damals, besser als ein Tier, doch gleichzeitig war es für ihn sehr schwierig sich so zurückzuhalten, war dieses Tier doch ein Teil von ihm. Er hielt sie fest, als seine Geliebte, als seine beste Freundin, als sein Herz, wissend, dass es bald zu einer schlechten Phase kommen würde und das veranlasste ihn, sie noch ein wenig fester an sich zu drücken. Am liebsten hätte er sie nie wieder losgelassen, hätte für ewig ihren Atem, ihre Haut an seiner, ihre gehauchten Liebesbezeugungen, ihre rhythmischen Bewegungen spüren wollen, doch irgendwann konnte er sich nicht mehr zügeln und mit einer explosionsartigen Wucht entlud sich seine Lust und sein Körper bebte dabei vor Ekstase und Leidenschaft.

Völlig erschöpft legte er sich, sie immer noch festhaltend, neben seine Geliebte hin. "Ich liebe dich mehr, als den Schöpfer..", murmelte Zasalamel, bevor die Erschöpfung der Reise und der Eindrücke des Festes, die atemlose Anstrengung des Tanzens und das explosionsartige Finale ihres leidenschaftlichen Aktes in körperlich und psychisch in einen tiefen Schlaf versetzten. Die Szenerien des Tages spielten in seinen Träumen, liessen ihn die herrlichsten Momente wieder erleben, doch stets war da ein Schatten, eine Bedrohung, die Zasalamel nur aus den Augenwinkeln ausmachen konnte, doch sobald er sie direkt ansah, entpuppte sie sich als völlig normaler Gegenstand, was ihn noch mehr verängstigte, als wenn plötzlich ein riesiger Dämon vor ihm erschienen wäre. Als er gerade die sinnlichen Stunden mit Gin noch mal erlebte, sie in den Armen hielt, zersprang die Freude wie ein zu Boden gefallener Spiegel, denn plötzlich leerte sich Gins Blick, ihre Haut wurde blass, ihre Gesichtszüge verzerrten sich und mit unendlicher Qual musste Zasalamel mit ansehen, wie sich ein Schwert durch Gins Herz, sein Herz bohrte. Ihr schlaffer Körper fiel in seine Arme, ausgelöscht ihr Leben, nur noch ein kleiner Fetzen schien sich an die physische Hülle zu klammern. "Wieso hast du mich nicht beschützt?", keuchte der tote Körper seiner Geliebten anklagend in ihren letzten Todeszügen und in Zasalamel stiegen die Tränen auf, sie rannen ihm über die Wange und von ihnen getragen wurde die Lebensfreude des ehemaligen Gesandte, denn er hatte mitangesehen wie das grösste Licht in seinem Leben ausgelöscht wurde. "Nein! Du darfst nicht sterben, du musst leben!", schrie er, schüttelte dabei die leblose Gestalt und versuchte sie durch Küsse wieder zum Leben zu erwecken. Wie konnte das sein? Wieso hatte sie sterben müssen? Zasalamel schrie zum Himmel, verfluchte die Pläne des Schöpfers, wollte nicht wahrhaben, dass Gin ihm genommen wurde und aus dieser Verzweiflung entstand Nahrung für den Reiter, der sich nun aus dem schwachen Körper Zasalamels sprengte, die roten Flügel stolz erhoben, ein Fanal der Rache und voller Zorn entflammte er den Ort, liess seine Stränge nach dem Täter suchen, denjenigen, der seine zukünftige Frau getötet hatte, derjenige, der sie ins Jenseits bringen würde, denjenigen, dem all seine Rache galt. Als er ihn fand, den Mörder, schleiften die Stränge ihn zum apokalyptischen Reiter, zum Vertreter des jüngsten Gerichts und dieser wollte in das Antlitz des Mörders sehen.
Verwirrt und bestürzt musste der Reiter feststellen, dass der menschliche Zasalamel der Mörder war und als wäre das nicht genug, schien Zasalamel als Gesandter, derjenige zu sein, der Gin ins Jenseits überführen würde, der Reiter musste sich also der beiden anderen Aspekte seiner eigenen Existenz entledigen, doch das erschien ihm falsch, würde er doch selbst sterben, wenn er dies tat. Hin und her gerissen, was er nun tun sollte, vernahm er einen blassen Schimmer, worauf Gin, in einem seidenen Nachthemd gekleidet, auf ihn zu trat, das Gesicht vor Wut verzerrte, und ihn mit einer schrillen, unmenschlichen Stimme anschrie: "Töte die beiden!! Wieso kannst du das nicht?! Du bist es nicht wert mein Geliebter zu sein, wenn du es nicht einmal fertig bringst, dich selbst für mich zu opfern!!" Der Reiter erzitterte unter ihren Anschuldigungen, seine Macht schwand und als sich die Flügel unter höllischen Schmerzen wieder in den Körper zwängten, stand nur noch Zasalamel da, wie ein geschlagenes Kind, verängstigt und alleine. Die wütende Gin packte ihn, hob ihn hoch und in ihren Augen konnte Zasalamel nur die blanke Verachtung lesen; er sei schwach, ein nichts, völlig unbrauchbar, schmetterte sie ihm entgegen und jedes Wort war wie ein Peitschenhieb, welcher sich quer über Zasalamels Seele abzeichnete. "Gin", stotterte er mit gebrochener Stimme, "ich liebe dich." Gin lachte spöttisch. "Du bist ein Stück Dreck und hast es nicht verdient mich zu lieben", erklärte sie knapp, versetzte Zasalamel einen Tritt und verschwand dann wieder.

Zasalamel wachte schweissgebadet auf. Nur ein Traum, sagte er sich und trotzdem suchte er instinktiv nach Gins Körper, nach ihrem Atem, nach einem winzigen Zeichen, dass sie am Leben war, doch sie schlief noch, ruhig und sanft, wie ein Engel. Er betrachtete sie noch ein wenig, eher er sich leise aus dem Bett erhob und sich daran machte, das Frühstück vorzubereiten. Er zog sich die Hose wieder an und schlenderte, immer noch darauf bedacht keinen Lärm zu machen, in den Raum vor dem Schlafzimmer. Dort suchte er ein paar Früchte zusammen, schnitt sie in mundgerechte Häppchen, holte dann ein wenig Milch von einer ausserordentlich freundlichen Elfin und suchte dann zwei Behälter, aus welchen sie dann trinken konnten. Er holte schnell den Stein, welchen er immer bei sich trug und der jetzt in ein strahlendes Gold getaucht war, aus seiner Tasche, legte ihn an seine Stirn, spürte die göttlichen Kräfte eines Gesandten und mit einer kleinen Berührung liess er die Milch warm werden und gab dann Honig hinzu. Er beschloss daraufhin den Stein auf seiner Stirn zu lassen und gab sich selbst, um das Erwachen für Gin angenehmer zu machen, weiss transparente Flügel, die sanft schimmerten. Mit seinem Aussehen zufrieden, legte er das Frühstück, bestehend aus den Früchten, der warmen Milch mit Honig und ein paar Brotscheiben, die er noch gefunden hatte, auf ein Tablett und betrat dann das Schlafzimmer mit den Worten: "Guten Morgen mein Herz!"

Es kam ihr vor, als hätte sie lange geschlafen. Vorsichtig öffnete sie ihre Augen und blinzelte in das Licht, welches durch die Fenster fiel. Sie blickte um sich und dann fiel ihr wieder ein, wo sie war. Sie war bei den Elfen angekommen zusammen mit Zasalamel. Sie hatte eine wunderbare Nacht mit ihm gehabt und wo sie über ihn nachsinnte betrat er mit einem köstlich riechendem Frühstück das Zimmer und begrüßte sie zärtlich. Sie lächelte ihn strahlen an. "Guten Morgen mein Schatz!" Er sah etwas mitgenommen aus, wirkte aber im Großen und Ganzen doch sehr munter und gut gelaunt. sie wusste nicht woher dieses mitgenommene kam, doch wollte sie jetzt vorerst nicht die schöne Atmosphäre unterbrechen und winkte ihn zu sich. "Was hast du denn leckeres mitgebracht?" Sie schnupperte leicht "Riecht gut" lächelte sie und zog ihn an sich und gab ihm halb aufgerichtet einen Kuss auf den mund. Dann nahm sie ihm das Frühstück ab, sodass er sich neben sie setzen konnte. Sie betrachtete das Essen, es sah wirklich köstlich aus, die Früchte und das Brot sowie die warme Milch mit Honig, welche einen angenehm beruhigenden Geruch verbreitete. Sie blickte zu Zasalamel und strich mit ihrer freien Hand sanft über seine hell schimmernden Flügel. "Schön" murmelte sie, ehe sie in eine der Früchte biss und einen Schluck der Milch trank. "Vielen Dank für das Frühstück. Ich hoffe dir hat die letzte Nacht gefallen, ich persönlich fand sie wunderschön".
Sie hielt das Frühstück in seine Richtung "Nun iss aber auch mal ein wenig" Sie lächelte ihn liebevoll an, ehe sie nah an ihn heran rückte und sich leicht gegen ihn lehnte und ihren Atem an seinen Hals hauchte. "ich liebe dich und hoffe, dass ich dicht zumindest nicht so schnell mehr verlieren muss!" sie stellte das essen auf den Boden und nahm eine frucht und steckte sie ihm in den mund. dann nahm sie sich ebenfalls noch ein wenig und blickte aus dem Fenster "welch ein wunderschöner tag. was möchtest du heute machen?"


Ihr strahlendes Gesicht liess ihn den Traum vergessen, denn selbst das grösste Übel konnte das Glück, das Gin ihm vermittelte nicht trüben. Als sie ihn küsste zog eine wohlige Wärme durch seinen Körper und er bekam eine Gänsehaut, weil ein paar Szenen aus der letzten Nacht in seinem Kopf wie Blitzlicht auftauchten, wobei sie ihm fast ein wenig rot werden liessen, sie hatten sich da ziemlich gehen lassen.

Zasalamel nah ein Stück Brot, biss hinein und der herbe Geschmack durchdrang seinen Mund, liess ihn beinahe aufstöhnen; beim Schöpfer, er hatte noch nie ein Brot mit diesem einzigartigen Geschmack gegessen und er war fast versucht es in sich hineinzustopfen, doch er wollte Gin nicht alles wegessen und beliess es deswegen bei dem einen Stück. "Was ich heute machen möchte?", sagte er und dabei runzelte er die Stirn. "Ich wüsste da schon etwas", antwortete er und dabei grinste er schelmisch, fuhr über die nackte Haut von Gins Oberschenkel und begann sanft ihren Hals zu küssen, wobei er unter dem linken Ohrläppchen begann und sich dann zur Schulter vorarbeitete, langsam und leidenschaftlich. Seine Flügel umhüllten die beiden Körper und wurden dann weiss, so dass sie eine Art Federdecke bildeten. Im Inneren kam man sich wie in einem samtig weissen Zelt vor. Zasalamel roh an Gins Haar, streichelte ihren Körper und genoss jeden Millimeter ihres Seins; seine Gedanken drehten sich nur um sie, liessen nichts anderem Platz, bis plötzlich ein pulsierendes Pochen von seiner Stirn ausging.

Die Ruhe verging, denn das Pochen wurde zu einem Stechen und kurz darauf, Zasalamels weisse Flügel hatten sich wieder geöffnet und die romantische Atmosphäre zunichte gemacht, erschienen von seiner Stirn ausgehend rote Male, die sich wie Schlingpflanzen ihren Weg über sein Gesicht, seinen Brustkorb zu den Flügeln suchten. Der Stein auf seiner Stirn glühte blutrot, beinahe bedrohlich und das Stechen wurde zu schmerzender Pein. Er liess von Gin ab, fiel auf seine Knie und schrie: "Mein Kopf, er explodiert!" Seine Flügel wechselten von weiss zu der Farbe des Steines und dort, wo sie aus Zasalamels Körper drangen, entstanden Wunden, die zu bluten begannen.

Zasalamel konnte kaum denken, geschweige sich bewegen, denn nur schon das Atmen brachte ihn fast um den Verstand und doch, doch wollte er nicht, dass Gin ihn so sah, so verloren, schmerzgepeinigt und hilflos. Er überwand sich aufzustehen, torkelte auf den Ausgang zu, wobei er sich eher von Wand zu Wand stiess, fiel die Treppe am Eingang des Hauses runter und übergab sich dort vor Schmerzen. Eine tiefe, düstere Stimme in seinem Kopf sprach: " Nichts wird mehr so sein wie zuvor"

_________________
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
- Douglas Adams

http://schnappzcountdown.jimdo.com/


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Zasalamels Vergangenheit
#8BeitragVerfasst: 15. Apr 2009, 23:51 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 02.2009
Beiträge: 914
Geschlecht: männlich
Spezies (Hauptcharakter): Werwolf
Alter (Hauptcharakter): 1000
Beschäftigung: essen.. denk ich ma..
So.. damit wre die Geschichte beendet...

Ich möchte mich bei meiner Play-Partnerin von damals bedanken.. es hat riesigen Spass gemacht Shay :)
un den Lesern auch.. klasse, dass ihr durchgehalten habt^^

Kimor

_________________
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
- Douglas Adams

http://schnappzcountdown.jimdo.com/


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker