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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Untergang der Götter: Auftakt
#1BeitragVerfasst: 13. Dez 2009, 00:39 
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Daxicus erwachte prustend von Flüssigkeit umgeben in tiefster Finsternis. Er wusste nicht, wo er war, geschweige denn was er hier tat und die alles verzehrende Dunkelheit die ihn umgab, verhinderte, dass er sich orientieren konnte. Sein Körper schrie von unzähligen Wunden gepeinigt auf, machte es ihm beinahe unmöglich sich über Wasser zu halten, wenn es denn Wasser war, worin er schwamm. Der Krieger versuchte sich zu erinnern, was geschehen war, doch nur schwammige Eindrücke zogen durch seinen Verstand - seine Hände angekettet, die Augen zugeschwollen, kühles Wasser auf seinen Lippen, der liebliche Anblick einer Göttin, die ihn pflegte. Ein Teil von Daxicus’ Verstand rebellierte gegen den letzten Eindruck, stemmte sich vehement dagegen und plötzlich durchfuhr es den Krieger wie einen Blitz. Medamie. Ein einst gedämpfter Lichtpunkt erstrahlte plötzlich in seinem Herzen, liess ihn die unwirtliche Umgebung und die Orientierungslosigkeit vergessen, und sich Medamies Gesicht in Erinnerung rufen, welches ihn so sehr an seine Tochter erinnerte. Doch der Ausdruck darin war anders gewesen, vertrauter, schon fast liebevoller, als würde sie mehr in dem grausamen Tochtermörder sehen als einen kampferprobten Beschützer, einen Reisegefährten oder einen Freund. Dieser Gedanke zerstörte die Ketten der gegeisselten und von Hass und Zorn versiegelten, freudigen Gefühle, wie Dankbarkeit, Vertrauen und Nächstenliebe, erlaubte es ihnen, die raue, unwirtliche See aus Pein und Rache, in welcher Daxicus’ Seele zu ertrinken drohte, zu überfliegen und diese vor ihrem Schicksal zu erretten.
Ein heftiges Zittern ging durch die Flüssigkeit, in der Daxicus schwamm, sie begann Wellen zu schlagen und die fast schon stickige Finsternis verlor ihre bedrückende Wirkung, denn in der Ferne erkannte der von den nun mannshohen Wellen gepeitschte Krieger etwas, das ihm vertraut vorkam, doch er konnte es nicht genau erkennen, es schien ihn jedoch zu rufen. Daxicus folgte dem lockenden Ruf, denn er war von so betörender Schönheit wie der Gesang der Sirenen, doch weitaus reiner, zarter, so zerbrechlich ein Spinnennetz gewoben aus den zarten Banden der ersten Liebe. Er ignorierte den Schmerz, der seinen Körper zu überfluten, ihn in die leere der Bewusstlosigkeit zu zerren drohte und beschleunigte seine Schwimmzüge noch, als wäre das Heil seiner ermordeten Familie davon abhängig. Als Daxicus zu erkennen vermochte, dass jene Präsenz, die ihn gelockt hatte, ein silberner Baum von solcher Pracht war, dass seine Augen ihr nicht länger als einige Herzschläge standhalten konnten, arbeitet er sich mit gesteigertem Eifer darauf zu, pflügte sich durch seine unwirtliche Umgebung auf die Insel zu, wo der majestätische Baum stand. Die Wogen um ihn herum wüteten nun heftiger, Daxicus spürte, wie sie an ihm zu zerren begannen, eine von ihnen begrub ihn sogar unter sich und liess ihn in die tiefste Schwärze zurückfallen, wo er diese Reise begonnen hatte.

Es schien alles verloren für den grössten Krieger seiner Zeit, dessen Körper geschunden war durch die Folter im Gefängnis und so lachte Morpheus, der am Ufer der rettenden Insel stand, lachte schallend und sein Lachen durchdrang selbst das wogende Meer aus dem Blut aller Feinde, die die Scharlachrote Bestie jemals getötet hatte. So erreichte es auch das Ohr des ertrinkenden Daxicus, welches das süsse Lied des Baumes vermisste, und er, der erneut auf die List eines Gottes reingefallen war, erbebte vor Zorn. Ein rotes Glühen wanderte über seinen Körper, liess die Muskeln anschwellen und verlieh dem Schlächter Thebens neue Energie seine Feinde zu massakrieren und die Götter büssen zu lassen. Das dunkelrote Meer pulsierte, ein dumpfes Donnern brandete durch seine Eingeweide und Morpheus’ Lachen verstummte. Der Gott der Träume runzelte Verwirrt die Stirn, sollte es doch er sein, der die Fäden in der Hand hielt, doch seltsamerweise hatte sich die Szenerie verändert, sie war nicht mehr unter seiner Kontrolle und zum ersten Mal durchflutete Morpheus die nackte Angst, denn er wurde Zeuge, wie Daxicus aus dem nun brodelnden Meer stieg. Unzählige, kleine Rinnsale des roten Lebenssaftes suchten sich ihren Weg über den vernarbten, muskelbepackten Körper des Kriegers, als versuchten sie in aller Eile von den wütenden, hasserfüllten Augen zu entfliehen, die sich auf Morpheus richteten. Jener zuckte kurz unter der Intensität des Blickes zurück, doch schnell nahm er wieder seine übliche überhebliche Haltung an, wohl wissend, dass er der Gott der Träume war und dieser Sterbliche ein Nichts. „Morpheus du Wicht! Versteckst dich immer hinter Illusionen und Maskeraden, kämpfe nur ein Mal wie ein Mann!“, knurrte Daxicus und zog instinktiv seine treusten Begleiter, die Schwerter, denen er den grössten Teil seines bisherigen Erfolges verdankte. Morpheus musste verstört mit ansehen, wie sich Tod und Finsternis auf dem Rücken seines Gegenüber materialisierten, kurz bevor dieser sie zückte und gestand sich mit Entsetzen ein, dass ihm dieser Traum langsam zu entgleiten drohte. Daxicus genoss den verzerrten Ausdruck auf dem Gesicht des Gottes, er begann gemächlich, mit raubtierhafter Eleganz auf den Gott zu zugehen, ohne Furcht oder Vorsicht zu verspüren, denn irgendetwas sagte ihm, dass diese Welt ihm mehr zugetan war, als dem Gott. „Daxicus mein werter Freund, wir müssen uns doch nicht im Streit trennen, schliesslich können wir uns doch gegenseitig von Vorteil sein, nicht?“, fragte der langsam zurückweichende Morpheus mit leicht zittriger Stimme, denn nun war ihm klar geworden, dass er nicht einmal mehr fliehen konnte, was er vor einigen Sekunden noch ohne weiteres hätte tun können, doch dieser Traum schien ihn.. festzunageln. Fast schon panisch zuckten seine Augen hin und her, suchten nach einem Ausweg, während der Krieger immer näher kam. „Du drangst in meinen Geist ein, korrumpiertest meine Gedanken, versuchtest mich auf diese hinterhältige, feige Weise wie Ungeziefer zu töten und erbittest dann Gnade und Verständnis?“, grollte Daxicus, zeigte mit dem Finsternis auf Morpheus, worauf dieser verschreckt einen Satz nach hinten machte und gegen den silbernen Baum stiess. Genau diesen Augenblick nutzte der Krieger um nach vorne zu schnellen und beide Klingen wuchtig in den Körper des Gottes zu rammen, wo sie Haut, Fleisch, Knochen, Borke und Baumrinde zerteilten. Der Gott stöhnte auf, dann begann er vor Schmerz zu schreien, stiess Verwünschungen aus, verwandelte sich in tausende von Wesen, einige kannte der Krieger, andere nicht, die meisten waren abscheuliche Ungeheuer, geboren aus Phantasien kranker Gehirne, doch einige wenige waren anmutige, wunderschöne Geschöpfe, doch keine seiner neuen Körper bewahrte Morpheus davor, langsam von Tods alles zersetzenden Kraft zerstört zu werden. Daxicus verfolgte das Sterben des Gottes der Träume mit Genugtuung, es war keine wirkliche Freude, denn Morpheus war kein hoher Gott und vor allem war er keiner der Hauptschuldigen an Daxicus’ leidvollem Weg. „Ihr seid..... wahrlich......ein Monster...“, röchelte der Sterbende, hustete Blut, während Wellen des Schmerzes seinen Körper erbeben liessen, „doch...... werdet ihr.........diesen Sieg....nicht auskosten..können.“ Ein zittriges Grinsen machte sich im Gesicht des Gottes breit, bevor es von einer Faust zertrümmert wurde, wobei Daxicus dabei seinem neu aufgekochten Zorn mit einem Schrei Ausdruck verlieh. Die jämmerlichen Überreste des Morpheus lösten sich langsam auf, wie Sand, der zwischen den Fingern verrann und der Krieger richtete seine Aufmerksamkeit auf den silbernen Baum, aus welchem er gleich seine beiden Schwerter zog, die sich zu seinem Erstaunen, von einem kühlen Wind getragen, augenblicklich auflösten. Er fuhr mit seinen Fingern über die raue Oberfläche des Baumes, spürte das Leben darin pulsieren und gleichzeitig überkam ihn eine seltsame, fast nostalgische Ruhe, welche so tief ging, dass sein gesamter Körper sich entspannte und ein innerer Frieden sich über den sonst so rastlosen Krieger legte. Daxicus legte sich in den Schatten des silbernen Baumes, dessen Trost spendende Wirkung Balsam für ihn war, und obwohl er wusste, dass dieser nun idyllische Ort nicht echt, nicht die Realität war, wünschte er sich, er könnte für die Ewigkeit hier rasten, hier, wo sein traumatisiertes Herz durch die wohltuende Stärke und Präsenz des silbernen Baumes zu rasten vermochte. Nicht einmal fragte sich der Krieger, wieso das Meer aus Blut in ihm das Gefühl von unbändigem Hass und fast leidenschaftlichem Stolz zugleich hervorrief, wieso es ihn zu Beginn beinahe wie die Strudel des Poseidon verschlungen und einige Augenblicke später gestärkt und einem Rachegeist gleich wieder geboren hatte.

Den Kopf gegen die Borke des Baumes gelehnt, schloss die einst ungebändigte, mörderische Scharlachrote Bestie mit einem wohligen Seufzer erschöpft die Augen, als würden ihr die Jahre des Mordens, des Kämpfens und dem Streben nach Rache erst in diesem Augenblick inneren Gleichgewichts bewusst werden. Daxicus’ Gedanken schweiften ab, wie sie es immer taten, als wären sie übermütige Schwalben und ruhige Momente der kommende Winter, der die Zugvögel dazu bringt, sich abzuwenden und zu neuen Gestaden aufzubrechen. Medamies schlanke Gestalt, ihr weisses Haar und die wachen und gefühlvollen Augen zogen durch den Geist des Kriegers, wie sie an der Reling des Schiffes stand und seiner Geschichte gelauscht hatte, wie sie sich bemüht hatte ihn beim Kampf gegen die Armee des Hades zu unterstützen, wie sie wie eine stolze Amazone über dem Abschaum von einem Kapitän getrohnt hatte, und Daxicus fühlte sich, zuerst nur zögerlich, dann aber immer stärker, darin bestätigt, dass er mehr in dem Mädchen sah und dass sie weitaus mehr war, als ein Ersatz für seine geliebte Anima. Ein wohliger Schauer versuchte den Körper des Kriegers zu durchdringen, doch antrainierte Reflexe und ein Funken Unverständnis, woher dieses Gefühl kommen mochte, verhinderte, dass Daxicus wirklich darauf einging. „Verzeih, Kalysto“, murmelte Daxicus undeutlich, da seine Glieder immer schwerer, seine Gedanken immer konfuser wurden. Er wollte verzeifelt noch nach dem letzten Gedankenfetzen greifen, der wie eine Feder durch seinen Kopf schwebte, bevor er sein Bewusstsein verlor, denn dieser Gedankenfetzen schien die Lösung, nein die Erlösung, von seinen widersprüchlichen Gefühlen zu sein, doch die Finger seines Geistes glitten schwach und taub am Rande des Gedankenfetzens ab. Daxicus tauchte in tiefere Ströme seines Bewusstseins ab, wohin er sich selbst nicht mehr folgen konnte.

Das Murmeln einer grossen Menge von Menschen. Grölen. Festtagsgerüche. Schreie von Verkäufern. Dunkelheit. Jemand ruft Laute in die Menge. Applaus. Schleifen einer Axt. Jubel. Verwirrung. Tumult. Ein schwarzer Schatten erhebt sich. Entsetzen. Die hallende Stimme eines Gottes. Apollo, der Jüngling mit dem Bogen. Eine weitere bekannte Stimme. Düster. Fordernd. Ismael?

Daxicus versuchte einen klaren Kopf zu bekommen, um das Geschehen zu erfassen, doch seine Sicht war zu verschwommen um mehr als Umrisse wahrzunehmen, doch mit Verblüffung und ehrlichem Respekt beobachtete der Krieger, wie der einstmals reine Mönch, nun in dunkler Kleidung und einer ebensolchen Präsenz, Medamie befreite und sich Daxicus zu wandte. „Gib mir mein Schwert!“, wollte der Schlächter Thebens verlangen, doch nur ein schwächliches Gurgeln und Röcheln entrang sich seiner ausgedörrten Kehle. Ein fast blendende Schmerz in seinen Armen zog sich über seine Schultern bis hoch in den Schädel, hatte Daxicus das Gefühl, und jeder Atemzug war eine Qual, als würde er geschmolzenes Feuer durch einen Schlauch eingeflösst bekommen. Jeder Versuch die aufkeimenden Nebel der Bewusstlosigkeit mit den Flammen der Wut zu vertreiben scheiterte und als Ismael das erste Schwert der Scharlachroten Bestie aus dem Stein zog, raste ein Insektenschwarm des Schmerzes durch jeden Finger in Daxicus linker Hand, vereinte sich zu einem peinigenden Schwarm und überwältigte seinen schon benebelten Verstand, dessen schützende Feuerwand aus Zorn dieser Belastung nicht standhalten konnte und so stürzte der Schmerz den Krieger ein weiteres Mal in die Dunkelheit des Vergessens.
Licht, eine kühle Brise und die liebliche Stimme Medamies holten Daxicus aus der bleiernen Schwere und Düsternis der tieferen Bewustlosigkeit, der sogleich versuchte, in die Augen seiner treuen Gefährtin zu blicken, doch noch immer war sein Blick verschleiert, getrübt wie das Wasser des Styx. Wieder drangen die Laute des Mädchens an sein Ohr, deren Bedeutung der Krieger aus tiefstem Herzen verstehen wollte, doch ein weitaus stärkerer, bedrängender Ton überlagerte stetig anwachsend alle anderen Geräusche, wurde so zwingend, bis Daxicus ihn als Melodie und dann als das Lied erkannte, welches Finsternis schon einmal für ihn gesungen hatte, damals, als er in einem Krater aus zerbrochenen Pflastersteinen gelegen hatte, verwundet und am Rande des Todes. Instinktiv schlossen sich seine Hände um die wunderbar kühlen Griffe seiner beiden geliebten Todbringer, deren Innerstes wie der Körper einer sehnsüchtig wartenden Geliebten erzitterte, die sich in die Arme ihres Gatten warf. Kühle, rote Schwaden leckten über Daxicus’ zerschundenen Körper, richteten was gebrochen und schlossen was aufgerissen war, brachten Linderung, wo die heisses Fieber den Körper ergriffen hatte und liessen dann mit einem ungehörten Seufzen von dem Krieger ab. Die Scharlachrote Bestie war wieder erwacht und im Olymp teilte ein gellender Schmerzensschrei die sonst so friedliche und heitere Stimmung, als Hypnos, der Gott des Schlafes, vom Schicksal seines Sohnes erfuhr, der sich auf ein riskantes Spiel mit dem Schlächter Thebens eingelassen und dabei alles verloren hatte. Daxicus richtete seinen Oberkörper auf und wollte gerade etwas sagen, als Medamies stürmische Umarmung ihn beinahe wieder zu Boden gedrückt hätte. „Tu das nie wieder“, nuschelte sie, den Kopf an seine Schulter gedrückt ein Schluchzen unterdrückend und der Krieger legte ein wenig irritiert, aber in seinem tiefsten Inneren eine unverhohlene Freude spürend, seine Hände auf den Rücken des Mädchens und fühlte nun, was er schon beobachtet hatte, nämlich dass dieses Mädchen zerbrechlicher war, als es wirkte. Für einige Momente genossen sie diese fast schon zärtliche Zweisamkeit, bis Medamie plötzlich zurückschreckte, als würde sie erst jetzt gewahr werden, was für eine tollkühne Geste sie gerade vollführt hatte und sich ein Hauch Violet auf ihre Wangen legte, während Daxicus zu seiner Überraschung tiefstes Bedauern fühlte, als sich der beruhigender Duft ihres Körpers von ihm weg entfernte. „Euer Wiedersehen würde mein Herz rühren, wenn wir nicht in einer eher prekären Situation wären“, erklang die spöttisch klingende Stimme des Mönches unter einem Baum hervor, von wo er sich löste und langsam auf den Krieger zu ging. Medamie errötete weiter, als sie Ismaels Worte vernahm und versuchte, einen grösseren Abstand zwischen sich und den Krieger zu bringen, doch ihre blauen Augen, gefüllt mit einem See aus Zuneigung und Bewunderung, fixierten immer wieder den Krieger, als könnte er die geheimsten Hoffnungen und Wünsche nur durch seine Nähe erfüllen. Daxicus richtete sich derweil auf, dehnte seine Glieder und taxierte dabei Ismaels neue Aufmachung, die ihn bedrohlicher wirken liess, als die feine, weisse Robe, die er zu beginn angehabt hatte. Im Kopf des Schlächters von Theben herrschte ein Chaos von Gedanken und Gefühlen, wobei der sonst so übermächtige Zorn sich schon beinahe verzweifelt Gehör verschaffen musste, denn die aufflackernde Liebe und das grosse Mass an Verwirrung überdeckten die sonst so klare Vorgehensweise, die den Krieger effektiv und tödlich machten. Daxicus schüttelte kurz sein Haupt, dann suchten seine Augen erneut die Gestalt des ehemaligen Mönches: „Ihr habt uns zur Flucht verholfen und meiner Rache neuen Auftrieb gegeben.“, Er streckte ihm den rechten Arm entgegen, „Danke.“ Ismael betrachtete die ausgestreckte Hand zuerst ungläubig, doch dann stahl sich ein Lächeln in sein Gesicht und er ergriff sie, wobei seine den Unterarm des Kriegers packte. Daxicus konnte beinahe spüren, wie zwei weitere Schicksalsfäden miteinander verwoben wurden und zusammen mit Medamies formte sich nun ein neues, gebündeltes Band, dessen Zähigkeit einige Versuche der Moiren ihn zu zerschneiden überstehen würde. Die Scharlachrote Bestie war alleine zu ihrem alles verschlingenden Rachefeldzug aufgebrochen, die Götter für ihren verachtungswürdigen Verrat zu bestrafen, hatte dabei stets nur die Nützlichkeit der Wesen, die ihm begegnet waren, als wertenden Massstab vor Augen gehabt und nun, nach seinem Ausbruch aus dem Hades, befand er sich in der seltsam angenehmen Gesellschaft eines Mädchens, für das der Krieger mehr empfand, als er sich eingestehen wollte, und eines Mönchs, den er nicht wirklich verstand, aber für seinen unerschrockenen Einsatz zu achten begann. „Was jetzt?“, fragte Medamie leise, die sich in diesem überschaubaren, von den umliegenden Plateaus perfekt einsehbaren Tal in keinster Weise wohl fühlte, war es doch ein perfekter Ort um die kleine Gruppe von überall her mit Pfeilen zu bespicken. Der Gedanke in diesem Tal wie in einem brodelnden Kessel auf den Tod warten zu müssen, liess die Assassine frösteln und beunruhigt suchte sie die höher gelegene Umgebung nach nach dem Aufblitzen von Pfeilspitzen ab. Daxicus teilte die Befürchtung seiner Gefährtin, denn wenn er sich richtig erinnerte, waren der Schönling Apollo und seine grazilen Jünglinge aufgetaucht, um ihn der Folter des Tartaros auszuliefern, was bedeutete, dass sie sich nun vor dem tückischen Sirren fliegender Pfeile in Acht nehmen mussten, wobei der Krieger nicht sicher war, ob sie diese überhaupt hören würden. „Wir müssen diese offene Fläche so schnell wie möglich hinter uns lassen“, beantwortete Daxicus Medamies beinahe geflüsterte Frage und wollte sogleich den weiteren Kurs angeben, als Ismael, irritiert von einem erst subtilen, dann anschwellenden Summen, eines seiner Schwerter fliessenden aus seiner Scheide zog und sich innerhalb eines Wimpernschlags vor dem Krieger und seinem Schützling befand, worauf es dreimal laut klirrte. Daxicus und Medamie wirbelten reflexartig beinahe zeitgleich herum und positionierten sich, ohne es absichtlich zu wollen, Rücken an Rücken, wobei Daxicus seine Schwerter zog und eine grimmige Mine aufsetzte, während Medamies Hände ins Leere griffen, da sie weder Kurzschwert noch Dolche auf sich trug, und ihr zuerst entschlossener Blick zuerst zu Panik wechselte, dann schwermütiger Erinnerung zeigte und zum Schluss tiefer Besorgnis wich.
„Ich wrde es bevorzugen, keine grosse Jagd veranstalten zu müssen, denn ich teile die Freude an dieser Art des Sportes nicht mit meiner Schwester Artemis“, erklang die überhebliche Stimme Apollos über den Köpfen der drei Menschen, die sich von einer klaren Überzahl Bogenschützen des Apollo, die sich auf den Kämmen und Plateaus der Berge, die das Tal eingrenzten, postiert hatten, jeder mit einem goldenen Pfeil auf der Sehne, dessen Spitze bedrohlich auf Medamie, Ismael und Daxicus gerichtet war. Der gefallene Engel machte einige vorsichtige Schritte zurück, stets darauf bedacht keinen der Bogenschützen aus den Augen zu lassen, und stellte sich Schulter an Schulter neben seine beiden Reisegefährten, während ihm unzählige Vorgehensweisen durch den Kopf gingen, eine tollkühner als die andere, doch keine befriedigend genug, um es zu wagen sie in die Tat umzusetzen. Seine Reise hatte, schon seit sie ihren Anfang in der kleinen Stadt genommen hatte, unter einem schlechten Omen gestanden, und nun, wo Ismael sich einer Schar der besten Bogenschützen eines griechischen Gottes, die auch noch den Höhenvorteil genossen, gegenübersah, schlich sich ein ihm unbekanntes Gefühl in seinen Verstand und liess ein zufriedenes, doch gleichzeitig grausames Lächeln auf seinem Gesicht erscheinen. Er konnte sich keinen besseren Ort vorstellen, wo er jetzt sein könnte. Daxicus verfluchte die Situation, in der sie sich nun befanden, während heisse Wogen der Wut begannen, seinen erst seit kurzem zur Ruhe gekommenen Verstand zu überfluten, alle Einwände von Ratio niederreissend und einen destruktiven Strudel erschaffend, der keinem anderen Gedanken als der totalen Auslöschung seiner Feinde Platz liess. Er schwor sich, dass seine geliebte Assassinin das letzte Wese war, das in diesem Tal fallen würde, wenn überhaupt. Medamie verspürte den dringenden Wunsch an einem völlig anderen Ort zu sein, obwohl die Tatsache, den grössten Krieger seiner Zeit an ihrer Seite zu haben, eine beruhigende Wirkung auf sie auswirkte, doch sie wäre sehr viel beruhigter und auch erfreuter, wenn sie sich zusammen mit Daxicus an einem völlig anderen Ort befunden hätte. Ihr Herz verursachte ein Trommelfeuer in ihrer Brust, dass so laut in ihren Ohren klang, dass sie befürchtete, ihr Geliebter könnte es hören, was Schamesröte in ihr Gesicht trieb, welche er hoffentlich als Vorfreude auf den Kampf interpretierte. Oh, was für eine dumme Gans sie doch war, in einer solche Situation ihren mädchenhaften Vorstellungen nachzugehen, wo sie doch kurz vor ihrem Tod stand, doch nichtsdestotrotz, oder vielleicht gerade deswegen, suchte eine ihrer Hände nach der warmen und rauen Haut des Kriegers, wie ein Schiffsbrüchiger hoffnungsvoll nach einer rettenden Holzplanke griff. Der anmutige Gott in der weissen Toga seufzte theatralisch, sah in den Himmel und dann fuhr seine rechte Hand durch sein lockiges, blondes Haar, während sein Blick sich wieder auf seine bedauerlichen Opfer legte. „Ich hege keinen Wunsch nach einem Blutbad“, erklärte Apollo, „wir können dies doch auch auf eine zivilisiertere Weise lösen. Legt eure Waffen nieder, schliesst eure Augen und ich verspreche, meine Bogenschützen werden saubere Schüsse auf den Nacken oder den Kopf abgeben, die zu einem schmerzlosen, sofortigen Tod führen.“ Ismaels Mund verzog sich zu einem spöttischen Grinsen, als er das verschlagene, warme Lächeln des Apollo sah und er zog geschmeidig auch sein zweites Schwert, wobei er auch seine Flügel nahe an den Körper zog, damit sie ein kleineres Ziel abgaben. Um sich selbst machte er sich im Grunde keine Sorgen, waren seine regenerativen Fähigkeiten doch überdurchschnittlich, sogar denen der Scharlachroten Bestie überlegen, doch sein verletzlicher Schützling machte ihm grössere Sorgen, da Medamie träge und zerbrechlich war und fast ärgerlich schnell tot sein würde, wenn der Pfeilhagel begann. „Mönch!“, hörte Ismael den Krieger zischen und er wandte seinen Kopf fast unmerklich in dessen Richtung um ihn besser zu hören, „Ich beschütze Medamie, da sie keine Waffen trägt. Kümmere dich um die feigen Bastarde!“ Ismael nickte, suchte mit den Augen die Positionen seiner Gegner ab, drückte dann seinen Rücken durch, wodurch er eine fast majestätische Haltung einnahm und lachte dann boshaft. „Dummer kleiner Gott, musst deine armseligen Sklaven für dich arbeiten lassen, um dich dann im Ruhm zu sonnen, der eigentlich ihnen gebührt“, spottete der gefallene Engel, was ihm die wütende Blicke der Schützen einbrachte. „Aber nur schon aus deiner jämmerlichen Gestalt hätte ich ja schliessen können, dass deine grösste Anstrengungen das Schwingen einer Pfauenfeder und der härteste Widerstand dem du je begegnet, der von altem Pergament sein muss.“

_________________
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
- Douglas Adams

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